mini|hochkant|August Valentin mini| 1) Gustin Valentin
2) Fonjo Craffonara da Fodom (le pere ê da La Val)
3) Giuvani Ploner da Neustift (le pere ê de Badia);
4) Jan M. Peskoller de Badia;
5) Paul Caminades de Badia;
6) Peter Valentin nasciü a Porsenú (le pere ê de Badia);
7) Vijo Peskoller de Badia;
8) Filize Castlunger de Badia;
11) Valentin Giuvani de Badia. August Valentin (* 8. Februar 1858 in Abtei (Südtirol); † 24. Dezember 1940 in Brixen; auch Augustin Valentin oder Gustin Valentin) war ein Bildhauer (Holzschnitzer, Altarbauer), der in Brixen eine erfolgreiche Werkstätte betrieb und in den Jahren von 1890 bis 1909 Kirchenbauten in seiner Heimat Südtirol, aber auch in Nord- und Osttirol, Vorarlberg, Liechtenstein und Graubünden mit Kunstwerken ausstattete.
Leben August Valentin erhielt seine künstlerische Ausbildung in der damaligen Hochburg der Holzschnitzerei Gröden, wo der akademische Bildhauer Ferdinand Demetz 1873 seine „Fachschule (für kirchliche Kunst) St. Ulrich“ gegründet hatte. In Brixen ließ er sich danach als selbständiger Bildhauer nieder und baute aus einfachen Anfängen ein vielbeschäftigtes Kunstwerkstattunternehmen auf. 1888 – mit 30 Jahren – heiratete er die Brixner Spezerei- und Galanteriewarenhändlerin Agnes Vinatzer aus der bekannten Grödner Holzschnitzerdynasie Vinazer. Sie hatten vier Töchter Stammbaum der Agnes Vinatzer: S. Vinatzer N 3.
In seinem sich vergrößernden Unternehmen bildete Valentin weitere tüchtige Mitarbeiter – darunter Alois und Johann Matthias Peskoller – als Bildhauer und Fassmaler heran. Stilistisch waren die Altäre, Altarfiguren und Reliefdarstellungen dem Historismus des 19. Jahrhunderts zuzuordnen, der mit Neogotik und Neorenaissance um 1830 den Klassizismus ablöste und ab etwa 1885 auf den Neobarock überging.
Er beteiligte sich an den Pilgerzug von 500 Tirolern 1898 nach Jerusalem. Seine lebensgroße Madonnenstatue, gefasst von Georg Rabanser, wurde auf den gesamten Pilgerzug mitgenommenAngelus Stummer: Tirol an des Erlösers Grab. Brixen 1899, S. II,21,3742,47,133,283,357..
August Valentin war eine treibende Kraft bei der Errichtung der 1900 gegründeten ersten Tischler-Werkgenossenschaft in Brixen.
Er war ladinischer Abstammung und bevorzugte es mit ladinischen Mitarbeitern, darunter der Bildhauer Josef Dander aus Buchenstein, zu arbeitenWerner Pescosta: Storia dei Ladini delle Dolomiti. Istitut Ladin Micurà de Rü, San Martin de Tor 2010, ISBN 978-88-8171-090-4, S. 289..
Als das bislang blühende Gewerbe wegen der vielen Konkurrenz immer schwieriger wurde, eröffnete er im Jahre 1903 das Hotel/Café „Central“ und widmete sich im zweiten Lebensabschnitt immer mehr seiner neuen Karriere als Hotelier und Gastwirt. In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg führte Valentin daneben allerdings weiter Bildhaueraufträge aus.
Im Kriegsjahr 1915 war er 9 Monate lang als Zugführer bei den Standschützen dienstverpflichtet.
Ehrungen August Valentin zeigte seine Kunstwerke auf vielen Ausstellungen und erntete dabei Prämierungen, so 1890, 1891 und 1892 in Graz, Linz, Temesvar und Wels je eine silberne Medaille, 1893 in Wien den ersten Staatspreis des k.k. Handelsministeriums, 1896 in Paris die Goldene Medaille auf der Ausstellung für Handel und Gewerbe, 1896 in Innsbruck auf der Internationalen Ausstellung die höchste Auszeichnung, die Goldene Medaille mit der Goldkrone.
1903 schenkte ihm Erzherzogin Maria Josefa eine goldene Ziernadel mit ihrem Monogramm MJ zum Dank für einen Unterricht in Bildhauerkunst, den Valentin ihr und ihrem Sohn Erzherzog Karl, dem späteren Kaiser von Österreich gegeben hatte.
Werke Tirol mini|hochkant|Hochaltar der Pfarrkirche St. Martin in Innervillgraten 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts: Altar in Neorenaissanceformen in der Kapelle Mariä Heimsuchung in Zotten in St. Veit in DefereggenDehio Tirol 1980, Künstlerverzeichnis 1890: Kanzel und Altäre der Pfarrkirche St. Pankrazkugelpanorama.at: 1891: mit dem Tischler Clemens Raffeiner: Hochaltar, Seitenaltäre, Kanzel mit Relieffiguren in der Rupertkirche in Kelchsau in Hopfgarten im Brixental 1893: Neugotische Reliefgruppe Schlüsselübergabe an Petrus am barocken Hochaltar um 1740 in der Petruskirche in Breitenbach am Inn 1894: Hochaltar der Pfarrkirche St. Pankrazkugelpanorama.at: 1893: Altaraufbau mit den Statuen St. Wolfgang und St. Ulrich und die Rahmen der Stationstafeln in der Kirche zum Hl. Wolfgang in Geiselsberg (Fraktion von Olang im Pustertal) nahe Enneberg. 1894: Antoniusrelief in der Kapelle im Franziskanerkloster Innichen 1896: Neuromanische Altäre und Figuren der Martinskirche in Innervillgraten 1900 und 1902–1903: Holzskulpturen des neuromanischen Hochaltars und der Seitenaltäre (Maria und Josef) der Pfarrkirche Herz-Jesu, Innichen (Südtirol)kugelpanorama.at:
Vorarlberg mini|hochkant|Kreuzwegstationsreliefs in der Josefskirche in Kennelbach 1890/91: Hl. Antonius Abt und der Hl. Wendelin mit gotischem Sockel und Baldachin in der Kapelle des hl Ulrich in Möggers. 1893/94: Hochaltar und Seitenaltäre der Nikolauskirche in EggDehio Vorarlberg 1983, Künstlerverzeichnis um 1900: Kreuzwegstationsreliefs in der Michaelskirche in Gaschurn 1901: Kreuzwegstationsreliefs in der Sulpitiuskirche in Frastanz 1901: Linker und rechter Seitenaltar in der Pfarrkirche Silbertal 1906: Kreuzwegstationsreliefs in der Josefskirche in Kennelbach 1909: Hochaltar in der Pfarrkirche Silbertal Linker und rechter Seitenaltar mit Figuren in der Meschacher Wolfgangskirche in Götzis Linker und rechter Seitenaltar mit Figuren in der Johannes-der-Täufer-Kirche in Höchst
Graubünden 1903/1904: Altäre, Kanzel, Kreuzweg in der Pfarrkirche Herz Jesu (Falera, Graubünden)Bündner Bautenverzeichnis , S. 25 (PDF; 2,0 MB).
Liechtenstein 1895 (Altarweihe): Altäre und Stationstafeln in der Pfarrkirche St. Martin Eschen (Liechtenstein) vom 26. Oktober 2011, Denkmalschutz für Pfarrkirche St. Martin, S. 322 im Protokoll, S. 6 (PDF; 117 kB).
Literatur Eduard Scheiber: August Valentin, der Meister der Pilgermadonnenstatute in Brixen. In: Lieb-Frauen-Bote. 48, 1996, Nr. 6, S. 13–16. Walter Fehle: Der Bildhauer August Valentin. In: Rheticus. 22, 2000, Nr. 1, S. 51–57. Lois Trebo: L'artist Gustin Valentin. La Usc di Ladins 29.1.2000. Ursus Brunold: Zur Ausstattung katholischer Kirchen in Graubünden 1850-1930. Poeschel IV Kunstführer 1, S. 33. Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 4, S. 79 (Altar und Kanzel in XX von Augustin Valentin um 1890) und 82 (neuromanischer Hochaltar in YY mit Skulpturen St. Helena, Josef und Aloysius von August Valentin 1894). Erich Egg: Das Tiroler Unterland. Verlag St. Peter, 1971 S. 86 (eingeschränkte Ansicht, books.google.de an Stelle eines Altarbildes neugotisches Relief der Schlüsselübergabe an Petrus von Augustin Valentin 1893) und Seite 117 (Relief der hl. Maria Rupert und Vigil in der Kirche St. Rupert von Augustin Valentin). Heinrich Hammer: Die Kunstdenkmäler Österreichs – Tirol, Verlag Anton Schroll, Wien 1960, S. 97 (eingeschränkte Ansicht, books.google.de, Skulpturen von Augustin Valentin 1891).
Weblinks
Sterbebild von August Valentin auf sterbebilder.schwemberger.at
Einzelnachweise Eduard Scheiber: August Valentin, der Meister der Pilgermadonnenstatute in Brixen.
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