Der Große Preis von Kanada 1974 (offiziell XIV Canadian Grand Prix) fand am 22. September auf dem Mosport Park in Bowmanville statt und war das 14. Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974.

Berichte Hintergrund Vor den beiden finalen WM-Läufen auf dem nordamerikanischen Kontinent hatten mit Clay Regazzoni, Emerson Fittipaldi, Jody Scheckter und Niki Lauda noch vier Piloten Chancen auf den Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft.

Einige der kleineren Privatteams hatten die Reise über den Atlantik nicht angetreten und ließen die beiden letzten Saisonrennen aus. Stattdessen wurde das Feld mit zwei neuen US-amerikanischen Formel-1-Teilnehmern aufgestockt. Roger Penske engagierte sich mit dem Penske PC1 erstmals in der Formel 1. Als Fahrer verpflichtete er Mark Donohue, der zuvor lediglich bei zwei GPs in der Saison 1971 als Gaststarter gemeldet gewesen war. Parnelli Jones hingegen verpflichtete mit Mario Andretti einen Routinier, der im Parnelli VPJ4 sein Formel-1-Comeback bestritt. Zudem nahmen Ian Ashley und Eppie Wietzes als Gaststarter in zwei privaten Brabham BT42 am Rennwochenende teil.

Bei B.R.M. hatte man sich von Henri Pescarolo und François Migault getrennt und stattdessen Chris Amon als zweiten Werksfahrer neben Stammpilot Jean-Pierre Beltoise für das Saisonende verpflichtet. In ähnlicher Weise hatte man sich bei McLaren für Jochen Mass anstelle von David Hobbs als Besetzung für den dritten Werkswagen entschieden. Helmut Koinigg erhielt für die Finalrennen einen Werksvertrag im Team Surtees.

Mit Jacky Ickx (zweimal) und Denis Hulme (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Fittipaldi verhinderte durch seine Trainingsbestzeit, dass Lauda zum siebten Mal in Folge die Pole-Position erreichte. Er unterbot die während des dritten Qualifikationstrainings aufgestellte Bestzeit des Österreichers im vierten Zeittraining um rund vier Hundertstelsekunden und verdrängte ihn somit auf den zweiten Startplatz.

Mit Scheckter befand sich der dritte der vier Titelkandidaten auf dem dritten Startplatz. Der vierte Kontrahent, Regazzoni, musste sich mit dem sechsten Startplatz hinter dem Brabham von Carlos Reutemann und Shadow-Pilot Jean-Pierre Jarier begnügen. Es folgten der zweite Tyrrell von Patrick Depailler, Hesketh-Pilot James Hunt, Brabham-Werksfahrer Carlos Pace und Ronnie Peterson auf Lotus.

Rennen Lauda ging zunächst vor Fittipaldi, Regazzoni und Scheckter in Führung. Somit belegten die vier Titelkontrahenten zu Beginn des Rennens die ersten vier Plätze. Scheckter überholte Regazzoni in der dritten Runde. Diese Reihenfolge blieb während der ersten Hälfte des Rennens konstant. Wäre dies bis zum Ende so geblieben, so wären Fittipaldi, Scheckter und Regazzoni punktgleich mit jeweils 49 Zählern zum Finale zwei Wochen später in Watkins Glen angereist. In Runde 49 schied jedoch Scheckter wegen eines durch einen Bremsdefekt ausgelösten Unfalls aus. Der dadurch erneut drittplatzierte Regazzoni hatte somit die Chance, seine Führung in der WM-Wertung knapp zu verteidigen.

Die Reihenfolge der ersten drei änderte sich danach erst in der 70. Runde, indem der Führende Lauda nach dem Überfahren von Trümmerteilen verunfallte. Fittipaldi gelangte dadurch in die Spitzenposition, die er fortan bis ins Ziel hielt, wodurch er den im Rennen zweitplatzierten und dadurch punktgleichen Regazzoni in der WM-Tabelle aufgrund seiner höheren Anzahl an Saisonsiegen ebenfalls auf den zweiten Rang verwies.

Während der Fokus auf den Ergebnissen der WM-Favoriten lag, fuhr Peterson relativ unbeachtet ein starkes Rennen, das ihn vom zehnten Startplatz bis auf den dritten Rang nach vorn brachte. Am Ende kreuzte er die Ziellinie nur wenige Zehntelsekunden nach Regazzoni und vor Hunt.

Depailler wurde Fünfter und Hulme erzielte als Sechster den letzten WM-Punkt seiner Formel-1-Karriere.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 007 4 5 McLaren M23 6 33 7 Brabham BT44 8 9 March 741 10 11 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 15 16 Shadow DN3 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 19 20 Iso-Marlboro FW03 21 Iso-Marlboro FW02 22 Ensign N174 24 Hesketh 308 26 Lola T370 27 John Goldie Racing with Hexagon 28 Brabham BT44 Chequered Flag 42 Brabham BT42 Team Canada F1 Racing 50 55 Parnelli VPJ4 66 Penske PC1

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:13,188 194,589 km/h 1 2 1:13,230 194,478 km/h 2 3 1:13,302 194,287 km/h 3 4 1:13,482 193,811 km/h 4 5 1:13,538 193,663 km/h 5 6 1:13,553 193,624 km/h 6 7 1:13,634 193,411 km/h 7 8 1:13,736 193,143 km/h 8 9 1:14,100 192,194 km/h 9 10 1:14,340 191,574 km/h 10 11 1:14,449 191,293 km/h 11 12 1:14,486 191,198 km/h 12 13 1:14,631 190,827 km/h 13 14 1:14,754 190,513 km/h 14 15 1:14,757 190,505 km/h 15 16 1:14,923 190,083 km/h 16 17 1:15,021 189,835 km/h 17 18 1:15,218 189,338 km/h 18 19 1:15,337 189,039 km/h 19 20 1:15,538 188,536 km/h 20 21 1:15,661 188,229 km/h 21 22 1:15,668 188,212 km/h 22 23 1:15,709 188,110 km/h 23 24 1:15,731 188,055 km/h 24 25 1:15,815 187,847 km/h 25 26 1:16,311 186,626 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, qualifizierten sich Bell, Wilds, Brambilla und Ashley nicht für das Rennen. 1:16,600 185,922 km/h – DNQ 1:16,822 185,384 km/h – DNQ 1:17,216 184,438 km/h – DNQ 1:17,305 184,226 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 80 0 1:40:26,136 1 1:13,807 2 80 0 + 13,034 6 1:14,134 3 80 0 + 14,494 10 1:14,040 4 80 0 + 15,669 8 1:13,984 5 80 0 + 55,322 7 1:14,267 6 79 0 + 1 Runde 14 1:14,471 7 79 0 + 1 Runde 16 1:14,315 8 79 1 + 1 Runde 9 1:14,173 9 79 0 + 1 Runde 4 1:14,147 10 78 0 + 2 Runden 22 1:15,882 11 78 0 + 2 Runden 11 1:15,573 12 78 0 + 2 Runden 24 1:15,067 13 78 0 + 2 Runden 21 1:15,493 14 77 0 + 3 Runden 20 1:16,449 15 74 0 DNF 18 1:15,867 16 72 1 + 8 Runden 12 1:14,772 – 70 0 + 10 Runden 25 1:18,757 – 69 0 DNF 2 1:13,659 (60.) – 65 0 DNF 13 1:14,667 – 61 0 DNF 15 1:15,506 – 60 0 + 20 Runden 17 1:17,163 – 48 0 DNF 3 1:14,122 – 46 0 DNF 5 1:14,763 – 40 0 DNF 19 1:16,230 – 33 0 DNF 26 1:17,914 – 12 0 DNF 23 1:18,085

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Ford 52 2 Ferrari 523Tyrrell-Ford 454Ferrari 385Lotus-Ford 35 6 Brabham-Ford 23 7 McLaren-Ford 208Tyrrell-Ford 13 9 McLaren-Ford 12 10 Lotus-Ford 1211March-Ford / Hesketh-Ford 11 12 B.R.M. 10 13 Shadow-Ford 6 14 Surtees-Ford / Brabham-Ford 5 15 March-Ford 516Iso-Ford 417Brabham-Ford 418Lola-Ford 119March-Ford 120Token-Ford / Shadow-Ford 121Lola-Ford 022McLaren-Ford 023Shadow-Ford 024Parnelli-Ford 025March-Ford 026Iso-Ford 027Brabham-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte28B.R.M. 029Surtees-Ford 030Trojan-Ford 0 32 Surtees-Ford 033Lola-Ford 031Surtees-Ford 0 31 Penske-Ford 034Lotus-Ford 035Surtees-Ford 036Tyrrell-Ford 037Iso-Ford 0 38 B.R.M. 039Token-Ford 0 40 Brabham-Ford 041Ensign-Ford 042Iso-Ford 043Brabham-Ford 044McLaren-Ford 045 †Shadow-Ford 0 46 Lotus-Ford 0 – Amon-Ford 0–Brabham-Ford 0–March-Ford 0–Surtees-Ford 0–Shadow-Ford 0–Lola-Ford 0–Brabham-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 70 (72) 2 653 514 425 266 11 7 10 8 79 6 Pos. Konstrukteur Punkte 10 411 3 12 1 13 014 015 016 017 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1974 Kanada Kategorie:Sportveranstaltung in Clarington