__NOTOC__ mini|150px|Peter Hofer Peter Hofer (* 2. Oktober 1905 in St. Michael bei Kastelruth; † 2. Dezember 1943 in Bozen) war in den 1930er und 1940er Jahren ein nationalsozialistischer Politiker und Volksgruppenführer der Südtiroler.
Leben mini|Peter Hofers Aufruf in der ersten Ausgabe des nationalsozialistischen Bozner Tagblatts vom 13. September 1943 mini|Todesanzeigen für Peter Hofer im Bozner Tagblatt vom 4. Dezember 1943, u. a. von Gauleiter Franz Hofer Hofer wurde als Sohn der Wirtsleute Anton Hofer und Barbara geb. Told geboren. Nachdem seine Eltern nach Bozen übersiedelt waren, erlernte er als weichender Hoferbe das Schneiderhandwerk, das er in der Folge als Meister ausübte.
1928 trat er dem katholischen Jugendbund Bozen bei, dessen Obmann er 1931 wurde. Er engagierte sich als Aktivist der deutschnationalen Südtiroler Untergrundjugend Nibelung sowie der Arbeitsgemeinschaft der volksdeutschen Jugend in Südtirol und wurde 1931 als Mitglied des Gau-Jugend-Rates vorübergehend verhaftet. 1933 wurde Hofer Kreisleiter des nationalsozialistisch ausgerichteten Völkischen Kampfring Südtirols (VKS, damals noch „Südtiroler Heimatfront“) Bozen und wurde als Charismatiker 1935 Landesführer unter dem Decknamen „Hagen“.
Nach Einweihung in das deutsch-italienische Umsiedlungsvorhaben für Südtirol (Option in Südtirol) sprach sich Hofer bei einer Besprechung des VKS mit dem Deutschen Verband am 28. Juni 1939 entrüstet dagegen aus. Aber schon am 29. Juni verabschiedete die VKS-Landesführung ein Dokument, in dem die Umsiedlung als unabwendbares Schicksal und notwendiges Opfer akzeptiert wurde. In der Folge machte der schlagkräftige und zentralistisch geführte VKS mit Unterstützung Heinrich Himmlers und des Apparates der reichsdeutschen Umsiedlungsstellen im „Optionskampf“ höchst erfolgreich Propaganda, damit die Optionsberechtigten sich für die Auswanderung entschieden. 1940 wurde Hofer dann geschäftsführender Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Optanten für Deutschland, der Organisation der Südtiroler, die ins Deutsche Reich abwandern wollten. Dabei hielt er sich an rassistische bevölkerungspolitische und neokolonialistische Vorgaben des Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums Heinrich Himmler.
Nach dem Einmarsch der Deutschen (siehe Operationszone Alpenvorland) wurde er am 21. September 1943 vom Obersten Kommissar Franz Hofer zum Präfekten der Provinz Bozen ernannt.Ausgabe vom 22. September 1943 des Bozner Tagblatts, S. 1.
Am 2. Dezember 1943 wurden er und seine drei Begleiter Josef Vieider, Luis Bernard und Josef Alfreider durch eine Fliegerbombe bei einer Inspektionsfahrt in der Bozner Weggensteinstraße getötet.Ausgabe vom 6. Dezember 1943 des Bozner Tagblatts, S. 1. Hofers Leichnam wurde zunächst im Bozner Rathaus öffentlich aufgebahrt, wo die offizielle Trauerfeier der NS-Behörden am 5. Dezember 1943 stattfand, sodann nach Kastelruth zur Beerdigung überführt. Am selben Tag wurde sein Nachfolger Karl Tinzl ernannt.
Literatur Margareth Lun: NS-Herrschaft in Südtirol: die Operationszone Alpenvorland 1943–1945. (Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte 22). Studien-Verlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2004, ISBN 3-7065-1830-9.
Michael Wedekind: Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945: die Operationszonen "Alpenvorland" und "Adriatisches Küstenland" (Militärgeschichtliche Studien 38). München, Oldenbourg Verlag 2003, ISBN 3-48656-650-4.
Weblinks
Einzelnachweise
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