mini|hochkant=1.5|Straßensystem des Ortsteils Berlin-Französisch Buchholz(aus: OpenStreetMap)
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Französisch Buchholz beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Berlin-Französisch Buchholz (Bezirk Pankow) mit historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick Statistik Der Ortsteil Französisch Buchholz umfasst den Postleitzahlenbereich 13127 und hat Einwohner (Stand: ). In der Liste sind drei benannte Plätze und 144 gewidmete Siedlungs-, Privat- und Stadtstraßen aufgeführt. Von den Straßen gehören zwölf gleichnamig auch zu Nachbarortsteilen. Die Straßen haben eine gesamte Länge von 70,4 Kilometern, das öffentliche Straßennetz im gesamten Bezirk Pankow ist 604,7 Kilometer langTiefbauamt Pankow und das drittlängste Bezirksnetz, in Französisch Buchholz befinden sich acht Prozent (von 13 Ortsteilen im Bezirk). Die große Anzahl von Siedlungshäusern mit entsprechend größerer Straßenlänge je Einwohner sind ein Grund dafür. Die summierte Länge der Straßen in der Übersicht stimmt nicht mit der in der amtlichen Liste angegebenen überein, da im RBS teilweise auch parallele Fahrbahnen gesondert geführt sind.
Geschichte Der Zusatz „Französisch“ im Ortsnamen wurde zur Unterscheidung von anderen preußischen Gemeinden dieses Namens während der napoleonischen Besetzung um 1810 eingeführt. Vor dem Ersten Weltkrieg 1913 bei bestehenden Spannungen mit Frankreich entfiel dieser Zusatz für die im Landkreis Niederbarnim gelegene Gemeinde Berlin-Buchholz. Mit der Herauslösung der Gemeinde und der Eingliederung zu Groß-BerlinBerliner Adressbuch 1922 > IV. Straßen und Häuser von Berlin > Verwaltungsbezirk Pankow: Buchholz entstand der Ortsteil Buchholz im Verwaltungsbezirk Pankow. Nach der politischen Wende wurde der Zusatz im Rahmen der Berliner Neugliederung 1999 wieder angenommen. Für die Namenswahl der Straßen in Buchholz-West wurde der Bezug zu den Hugenotten gesucht, nach Kolonistenfamilien in Buchholz und Ereignissen im Frankreich der Hugenottenzeit.
Entlang der Hauptstraße mit der Dorfkirche an der Einmündung der Mühlenstraße befindet sich der eigentliche Siedlungskern des Angerdorfs. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, war etwa die Hälfte der Bauern- und Kossätenhöfe in Buchholz ohne Besitzer. Im Jahr 1685 veröffentlichte der Große Kurfürst das Edikt von Potsdam, das den Hugenotten Asyl anbot. Danach siedelten zunächst sechs Gärtner und zehn Kossäten mit calvinistischem Glauben aus Frankreich, Hugenotten. 1687 kamen die Einwanderer in das Dorf, das zur Königlichen Domäne Mühlenhof gehörte. Sie zahlten eine jährliche Pacht und bildete eine eigene kirchliche Gemeinde. Um 1700 stellten sie mit 69 Personen in 17 Familien ein Drittel der Bevölkerung des Dorfes.
Straßensystem Die Nord-Süd-Straße im Ortsteil von der Pasewalker über die Berliner zur Hauptstraße wurde als „Actienchaussee“ angelegt. Eine Actienchaussee war eine mit privatem Kapital angelegte Straße,
Noch immer bildet diese historische Hauptverkehrsstraße B 109 die Ein- und Ausfallstraße von Berlin. Allerdings wird sie seit den 1980er Jahren durch die A 114 entlastet, die im Norden mit den Anschlussstellen (AS) Bucher Straße und Schönerlinder Straße und im Süden des Ortsteils mit der AS Pasewalker Straße erreicht wird. Über das Territorium des Ortsteils führen 4.670 Meter Fahrbahn des Berliner Autobahnrings und 10.960 Meter Fahrbahn des Autobahnzubringers Pankow im übergeordneten und 1.820 Meter der Ein-/ Ausfahrt AS Bucher Straße im großräumigen Straßensystem nach dem Berliner Straßenentwicklungsplanes (StEP). Der Straßenbelag östlich der Hauptstraße ist noch original ein großköpfiges Pflaster, wobei in der Gravensteinstraße bis Eddastraße die Südseite gepflastert und die Nordseite asphaltiert ist, heute das Zeichen für einen ehemaligen Sommerweg.
Die geografischen und historischen Bedingungen sind Grundlage des gültigen Straßennetzes. Auf der Hochlage westlich des Dorfkerns liegt die Vielzahl der – teilweise neu erstellten – Straßen im Wohngebiet Buchholz-West mit Eigenheimen und anteiligen Mehrfamilienhäusern auf, die vorher noch Acker-, Wiesenflächen und Gärten waren.Alte Ansichten von Buchholz Im Norden verläuft Ost-West die Bucher Straße durch Felder und Naturgebiete, die vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts durch Rieselfeldwirtschaft genutzt wurden. Nach Rosenthal zu, sowie im Nordwesten und entlang der Pankeniederung (im Osten des Ortsteils) befinden sich Kleingartenanlagen mit Gartenwegen, aber ohne befestigte amtliche Straßen. Die Benennungen der neuen Straßen um 1900, wie die Gravensteinstraße vom Dorfanger nach Osten, belegen die zunehmende Besiedlung durch Berliner Bürger in umgebende „naturnahe Vororte“. Ein Ausflugsziel für Berliner Bürger war Französisch Buchholz schon seit dem frühen 19. Jahrhundert und um die 1900er Jahre bestand der Versuch einen Luftkurort zu schaffen. (vergl. Suzettestraße, sowie die Angaben zum Wohngebiet Buchholz-Ost)
Die jüngste Änderung im Straßensystem erfolgte durch Eigenheimsiedlungen am westlichen Rand des Ortsteils mit neuen Wohnbauten auf niedergelegten Kleingartenkolonien, das Wohngebiet Buchholz-West. Ende der 1990er Jahre wurden hier viele Straßen angelegt und benannt. Wegen der Vergrößerung der Einwohnerzahl wurde 2000Berliner Verkehr: Neubaustrecken ab 1991 die Straßenbahnlinie 50 vom vorherigen Endpunkt im Dorfkern um vier Haltestellen bis zur Guyotstraße verlängert, die Endschleife liegt im Ortsteil Blankenfelde.
Bei der Namensgebung der nach 1990 angelegten oder im Lauf veränderten Straßen wurde konsequent die Benennung der Straße auf französische Bezüge genommen. So wurden die vorherigen Namen der Kleingartenanlagen in französische Begriffe übersetzt, die KGA ‚Familienglück‘ war Vorbild für die Le Bonheur- und die La Famille-Straße. Orte und Themen der calvinistischen Geschichte in Frankreich wurden herangezogen, ebenso wie Persönlichkeiten, die sich um die gemeinsamen Beziehungen verdient gemacht hatten, wie bei Ferdinand-Buisson- und die Ludwig-Quidde-Straße, zwei Friedensnobelpreisträger, die sich nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen des Völkerbundes für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich eingesetzt hatten. Die märkische Geschichte ist ebenfalls vertreten, beispielsweise in der Zeuchelstraße, einem Küchenmeister des Brandenburger Markgrafen Eisenzahn.
Mitte der 2010er Jahre wurden weitere Straßen gewidmet, die teilweise im Rahmen der Georeferenzierung aus den Koloniewegen umgewidmet wurden. Im Jahr 2013 kamen 19 Straßennamen nach Apfelsorten in der bestehenden ,Anlage Gravensteiner’Drucksache - VII-0417: Benennung von 20 Privatwegen in der Anlage Gravenstein im Ortsteil Französisch Buchholz hinzu und Anfang 2014 sieben Straßen nach französischen Großstädten im Siedlungsgebiet ,Buchholz-Ost’, das auf dem Gelände einer stillgelegten Gärtnerei errichtet wurde.
Übersicht der Straßen und Plätze
Mehr als 30 Straßen im Ortsteil sind durch Zahlen gekennzeichnet ohne einen ortsüblichen Straßennamen. Die mit (*) markierten Straßen werden in Stadtplänen aufgeführt oder sind anderweitig benannt worden (beispielsweise als Privatstraße der Eigentümer). Koloniewege in Kleingartenkolonien (beispielsweise Goethe-, Schillerstraße oder Blaubeer-, Preiselbeerweg) blieben in der Tabelle unbeachtet.Weitere Auflistungen und Erklärungen dazu finden sich bei Kauperts Straßenverzeichnis Französisch Buchholz Die Berliner Straßen sind in unterschiedlichen Kategorien einsortiert, die StEP-Klasse entstammt dem Straßenentwicklungsplan, aus dem Straßenverzeichnis des Regionalen Bezugssystems (RBS) wird die RBS-Klasse abgeleitet und als OKSTRA-Klasse ist eine Kategorisierung aus dem Objektkatalog für das Straßen- und Verkehrswesen (OKSTRA) abgeleitet. Die summierte Längen der Straßen in der Übersicht stimm nicht mit der in der amtlichen Liste angegebenen überein, da im RBS teilweise auch parallele Fahrbahnen gesondert geführt sind. Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen Bild Akkordeonweg ()480Akkordeon, Musikinstrumentalign= "right" Der vorherige Name war Straße 188. Der Weg verläuft von der Okarinastraße bis hinter die Zitherstraße. Sie verläuft zwischen den Altbausiedlungshäusern des Instrumentenviertels. 1943 ist als Schreibung Akkordionstraße (mit „i“) vermerkt.140px|Akkordeonweg nach OstAm Brendegraben () 1020 Der Brendegraben – aus der Rieselfeldzeit – liegt mit seinem Unterlauf am südlichen Abschnitt des Wegesalign= "right" Der Weg Am Brendegraben (vormals Weg zur Anlage am Brendegraben-Unterlauf) ist eine Privatstraße und die einzige Zufahrt zum durch den Autobahnbau abgetrennten Teil der „Freizeitkolonie Gravensteiner Gartenfreunde“ östlich der A 114. Der asphaltierte Fahrweg führt von der Bucher Straße zwischen A 114 und dem Eisenbahnaußenring nach Südost und führt als Sackgasse zu den Grundstücken, die westlich der Panke und der A 114 liegen. Der Straßenname steht im Gegensatz zur Namenswahl der weiteren 19 Straßen nach Apfelsorten wegen des begrifflichen Bezugs zur Apfelsorte Gravensteiner. Der Name der Freizeitkolonie Gravensteiner Gartenfreunde geht jedoch auf die Gravensteinstraße zurück. Die Benennung wurde nach abgelehnten Vorschlägen gemäß § 15 Bezirksverwaltungsgesetz (BezVG) vom Bezirksamt Pankow vorgeschlagen und am 16. April 2013 von der Pankower BVV beschlossen. Die Straße ist gewidmet und in die RBS-Klasse PSTR (Okstra-Klasse P) als Privatstraße eingeordnet.140px|Am Brendegraben nordwärts der Freizeitkolonie: parallel A 114Am Kirschgarten ()530 projektierter Kirschgarten im Zentrum der Siedlungalign= "right" Am Kirschgarten ist die Anliegerstraße und eine Ringstraße um den zentralen Platz, sie geht parallel zum Nordgraben von der Schönhauser Straße nach Ost ab, die Neubaueinfamilienhäuser gehen nach Nord. Die Straße ist <?> Bereits vor der Anlage der Straße und deren Bebauung befand sich hier eine Gartenanlage mit Kirsch- und Obstbäumen. 140px|Am Kirschgarten von der Schönhauser StraßeAncillonweg ()125Charles Ancillon (1659–1715), entstammt einer Hugenottenfamiliealign= "right" Sie liegt in einer Eigenheimsiedlung zwischen Nisblé- und Cevennenstraße, vor der Benennung hieß sie Straße 140. Sie ist nachAncillon benannt, der als Jurist gegen das Edikt von Nantes erfolglos blieb und mit seiner Familie nach Brandenburg auswanderte. 1699 wurde er durch den Kurfürsten Friedrich III (1657–1713) zum Richter der französischen Gemeinde ernannt. Charles Ancillon gilt als Schöpfer der französischen Rechtspflege in Brandenburg.140px|AncillonwegAn der Streuobstwiese ()250 anliegende Streuobstwiesealign= "right" Die Privatstraße verbindet die Straße 76 mit der Gravensteinstraße.Anna-Bruseberg-Weg ()1100 Anna Bruseberg (1888–1954), Grundbesitzerin in Rosenthal align= "right" Die Straße verläuft geradlinig zwischen Schillingweg und Triftstraße (Kamisardenplatz), südlich der KGA ‚Aus eigener Kraft‘ und ‚Edelweiß‘. Sie wird mit Eigenheim Parallel verläuft der Zeuchelweg, wobei zwischen beiden durch eine neue Eigenheimsiedlung das zwischenzeitliche Ödland ersetzt. Das Grab von Anna Bruseberg befindet sich auf dem „Neuen Friedhof Rosenthal“.140pxApfelblütenweg