Die Liste der Ortspyramiden im Landkreis Mittelsachsen bietet einen Überblick der aktuellen und ehemaligen drehbaren Pyramiden in den Städten und Gemeinden des Landkreises Mittelsachsen auf öffentlichen Plätzen. Die ursprünglich für den häuslichen Gebrauch angefertigten Weihnachtspyramiden werden seit den 1930er-Jahren auch als große Freilandpyramiden hergestellt. Sie sind fester Bestandteil des Brauchtums im sächsischen Erzgebirge und mittlerweile auch in großen Teilen des Erzgebirgsvorlands, wovon ein Teil im Süden bzw. der Mitte des Landkreises liegen. – Sie haben in dieser Region jedoch eine fast genauso weit zurückreichende Geschichte, denn bereits 1938 wurde in Frankenberg die erste Freilandpyramide aufgestellt.
In vielen Orten wird jährlich das Pyramidenanschieben um den Ersten Advent feierlich begangen. Die meisten Pyramiden drehen sich bis Hochneujahr, in manchen Orten bis Lichtmess. __TOC__
Aktuelle Ortspyramiden Die älteste erhaltene und noch in Betrieb befindliche Ortspyramide wurde 1961 in Niederwiesa aufgestellt. Bereits 1938 wurde in Frankenberg/Sa. eine Ortspyramide aufgestellt, welche aber durch die Einflüsse des Zweiten Weltkriegs verschollen ist.
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die in den Grenzen des Landkreises Mittelsachsen existierenden Großpyramiden, die von den Städten und Gemeinden, mit deren Genehmigung bzw. auf deren oder gemeinschaftlicher Initiative aufgestellt wurden.
AbbildungOrtStandortBaujahrGeschichte 100px|Augustusburger Adventskalender Augustusburg Hohe Straße 1999 Kombination aus Schwibbogen, Weihnachtspyramide und Adventskalender. Der Augustusburger Adventskalender ist 5,5 Meter breit und 4,1 Meter hoch. Die 24 Türchen des Kalenders werden sukzessive bis Heiligabend geöffnet und geben damit den Blick auf die dahinter befindlichen Schaubilder frei.
2009 wurde vom ortsansässigen Kunsthandwerker Hans-Ullrich Drechsel ein dem Vorbild nachempfundenes, 18 Zentimeter langes Modell entworfen. Vertrieben wurde es als Bastelset und konnte u. a. beim Fremdenverkehrsamt der Stadt sowie dem Kunsthandwerker selbst käuflich erworben werden. 100px|Ortspyramide Bienenmühle Bienenmühle(Rechenberg-Bienenmühle) B171 (Dresdner Str.) Ecke Muldentalstraße 1983 o. 1984 Geschaffen wurde die Pyramide mit Hilfe von ortsansässigen Betrieben, Handwerkern und Bürgern des Ortes. 100px|Ortspyramide Börnichen (Oederan) Börnichen(Oederan) Wendeschleife an der Frankenberger Straße 2011 Die Pyramide ähnelt dem Pavillon im Rittergutspark Börnichen. Auf dem untersten der drei Teller drehen Stellmacher, Schmied, Bergmann, Fleischer, Gastwirt sowie Bauer mit seiner Bäuerin ihre Runden – sie symbolisieren die Berufe in der Vergangenheit des Ortes. Auf dem mittleren Teller sind Figuren zu sehen, die Handwerk und Unternehmen der Gegenwart zeigen. Dazu zählen Fliesenleger, Maurer und Klempner. Zuoberst ist eine Jagdszene dargestellt. Die Pyramide sowie die Figuren der obersten und untersten Etage sind ganzjährig aufgestellt. Zu Ostern sind auf der Pyramide auch Osterhasen und Blumenkinder zu sehen. 100px|Ortspyramide Bräunsdorf (Oberschöna) Bräunsdorf(Oberschöna) Kreuzung Hainichener Straße/Romanus-Teller-Straße Dreietagige Pyramide. Auf der unteren Etage befinden sich ein Imker, eine Sportlerin, ein Feuerwehrmann, ein Wanderer, sowie ein Pilz und Bäume. Die mittere Etage ist mit einer Bergkapelle und die obere Etage mit einem Engelschor bestückt.Amtsblatt Oberschöna, Ausgabe 11/2023, S. 9 100px|Ortspyramide Brand-Erbisdorf Brand-Erbisdorf Markt 1983 Die vieretagige Pyramide in Göpelwerksform wurde vom VEB NARVA geschaffen. Auf ihr befinden sich Figuren mit ortstypischen Berufen und Tätigkeiten, sowie Bergleute des historischen und modernen Bergbaus der Region. Die Beleuchtung ist historischen Bergwerkskauen nachempfunden. 100px|Ortspyramide Burkersdorf Burkersdorf(Frauenstein)Ortsmitte (Frauensteiner Straße) 1998 Das „Pyramidenhaus“ ist in seiner Gestalt die Dorfkirche, wobei das Flügelrad auf dem Turm aufsitzt. Auf einem Drehteller von Seiteneingang zu Seiteneingang umläuft ein Figurenzug den vorderen Teil der Kirche. 100px|Ortspyramide Burgstädt (Heimatmuseum)Burgstädt beim Museum (Kantor-Meister-Straße) 2003 Geschaffen wurde die 5,80 m hohe Pyramide vom örtlichen Gewerbe- und Handelsverein. Die 18 Figuren stellen typische Handwerkerzünfte und Berufsgruppen der Stadt dar. 100px|Ortspyramide Burgstädt (Rathaus) vor dem Rathaus (Brühl 1) Stabpyramide eines Burgstädter Schnitzers. Die Figuren stehen auf Stegen, welche an der Mittelsäule befestigt sind. Über den Flügeln dreht sich ein Bergmann. 100px|Ortspyramide Cämmerswalde Cämmerswalde(Neuhausen/Erzgeb.) Grundschule 2013 Nachdem sich zuletzt deutliche alters- und witterungsbedingte Verschleißerscheinungen des Vorgängermodells zeigten, wurde dieses durch einen Neubau ersetzt.
Die jetzige Pyramide ist ca. 5 Meter hoch, 3 Meter breit, misst 2,5 Meter Flügelraddurchmesser und soll ganzjährig aufgestellt bleiben. Als Figuren werden im Winterhalbjahr Kinder mit Schneemann, Ski und Schlitten auf dem Drehteller platziert, im Sommer sollen Schaukelpferd, Kindereisenbahn und Hubschrauber gezeigt werden. Bei der Ausführung wirkten Bürger und ortsansässige Handwerker mit. Am 18. Oktober 2013 wurde die Pyramide offiziell eingeweiht. 100px|Ortspyramide Clausnitz Clausnitz(Rechenberg-Bienenmühle) Spielplatz Dorfstraße 1983 o. 1984 Stabpyramide mit drei Drehtellern Dittersbach(Frauenstein) an der Buswendeschleife 1995 Dreietagige Holzpyramide mit typisch erzgebirgischen Figuren (vier Bergmänner, ein Jäger, ein Buschweib und ein Holzfäller). Geschaffen von Gottfried Berndt aus Dittersdorf.Ortschronik von Dittersbach (Frauenstein), S. 93 100px|Ortspyramide Dittersbach (Neuhausen) Dittersbach(Neuhausen/Erzgeb.) Bushaltestelle Dittersbach, Warte 2019 Siebenstöckige Ganzjahrespyramide aus Metall, in den Farben schwarz und rot, mit weißen Figuren. Sie verbindet den Gothic-Stil mit traditionell erzgebirgischen Elementen. Co-Produktion des Pyramidenherstellers Matthias Suchfort von DAMASU und dem Leipziger Metallkünstler Jens Müller.Beschreibung der Ortspyramide Dittersbach (Neuhausen) 100px|Ortspyramide Döbeln Döbeln Niedermarkt(früher:Obermarkt) 1983 Die einschließlich Sockel reichlich 7 Meter hohe Pyramide wurde von Gerald Heruth entworfen. Das Pyramidengestell ist aus Stahl und wurde im damaligen „Rationalisierungsmittelbau Döbeln“ gebaut. Auf den vier Tellern drehen sich 16 gedrechselte Figuren mit exakt 2,63 Umdrehungen pro Minute. Auf dem unteren Teller stehen sechs Nussknacker. Darüber drei Bergmänner und zwei Lichterengeln, auf dem dritten Teller drehen sich Nachtwächter, Räuchermann und der legendäre Döbelner Fleischermeister mit Döbelner Salami in einer Hand. Und auf dem obersten Teller finden sich zwei Sternsinger.Geschichte der Ortspyramide Döbeln 100px|Ortspyramide Dorfchemnitz Dorfchemnitz Torbogengut 1970 Gebaut wurde die Stabpyramide vom ortsansässigen Gerhard Reichel und dessen Sohn Jochen. Zu Beginn wurde sie noch ohne elektrische Energie über ein Wasserrad angetrieben. Sie zierte seit Beginn an den Ort, konnte aufgrund von Verschleiß in den letzten Jahren vor 2015 jedoch nicht mehr aufgestellt werden. – Von den vier Drehtellern war der unterste völlig verschlissen.
Im Jahr 2015 restaurierte sie der Miterbauer und gelernte Holzbildhauer Jochen Reichel zusammen mit dem Eigentümer des Torbogengutes Heiko Grimmer, wobei sie auch Unterstützung von Bewohnern der dort verlaufenden Kammstraße erfuhren. Im Zuge dessen erhielt die Pyramide einen elektrischen Antrieb samt neuer Beleuchtung, der unterste Teller erhielt neue Figuren – ebenfalls aus der Hand von Jochen Reichel – und die defekte hölzerne Welle zum Flügelrad wurde mittels Aluminium verlängert.
Am ersten Adventswochenende 2015 wurde sie erstmals am neuen Standort angeschoben. 100px|Ortspyramide Eppendorf Eppendorf Albertplatz 1969 Die sechs Meter hohe Pyramide wurde durch den örtlichen Schnitzverein erbaut. Auf der unteren Etage befinden sich orts- bzw. erzgebirgstypische Figuren. Die mittlere Etage ist mit einer Bergkapelle besetzt und auf der oberen Etage dreht sich eine Kurrende.. In: Blick, 28. November 2012. Abgerufen am 1. März 2015. 100px|Ortspyramide Erdmannsdorf Erdmannsdorf(Augustusburg) Grundschule 1983 Die Idee für die Huthauspyramide mit Glockenturm stammt von Karl Baumann. In ihrer Gestalt erinnert sie im Allgemeinen an den Bergbau im Erzgebirge und im Speziellen den ehemaligen Alaunabbau im Ort.Das Gestell fertigte, im Auftrag der damaligen Gemeindeverwaltung, die ehemaligen Baumwollspinnerei des Ortes. Auf dem Teller drehen sich fünf 90 Zentimeter große, gedrechselte und bemalte Figuren. Darunter Engel, Bergmann, Förster und Holzweibel. 100px|Ortspyramide Falkenau Falkenau(Flöha) Volkshaus, Straße der Einheit 1992 Dreistöckige Pyramide mit einer Höhe von 3,20 m. Im Jahr 2011 erfolgte eine Generalüberholung der Pyramide. Seit der Weihnachtszeit 2015/16 hat sie ihren Platz vor dem Volkshaus Falkenau. In der Osterzeit befindet sich am Standort eine Osterhasenfamilie. 100px|Ortspyramide Flöha Flöha vor dem Rathaus Flöha in der Alten Baumwolle(bis 2024/25 vor dem damaligen Rathaus Flöha im Stadtteil Plaue, Augustusburger Straße 90) 1985 Pyramide mit vier Stockwerken. Dargestellt werden biblische Szenen von der Geburt Christi. Gefertigt wurde die Pyramide vom VEB Raum- und Tafelschmuck Gahlenz. Durch den Umzug der Stadtverwaltung in das restaurierte Kontorgebäude der "Alte Baumwolle" genannten BaumwollspinnereiInternetauftritt der Alten Baumwolle Flöha zog auch die Ortspyramide auf den am 6. Dezember 2025 neu eröffneten Marktplatz vor dem neuen Rathaus von Flöha.Eröffnung des neuen Marktplatzes von Flöha auf dem Internetauftritt der Stadt Flöha 100px|Stadtpyramide Frankenberg Frankenberg/Sa. Markt 2002 Bereits 1938 wurde ein Vorgängermodell auf dem Markt aufgestellt.