mini|John Langalibalele Dube, um 1910 mini|Delegation des SANNC in London, Juni 1914. Links nach rechts: Thomas Mapike, Walter Rubusana, John Dube, Saul Msane und Sol Plaatje mini|John Dube und seine zweite Frau Angelina mit den Kindern (links nach rechts) Nomagugu, Joan Lulu, James Sipho und Douglas Sobanto in den 1930er Jahren
John Langalibalele Mafukuzela Dube (* 11. Februar 1871 auf der Missionsstation Inanda, Natal; † 11. Februar 1946 in DurbanJ. A. Millard: . In: Dictionary of African Christian Biography (Online-Version), abgerufen am 23. Mai 2012 (englisch).) war ein südafrikanischer Philosoph, Literat, Theologe, Pädagoge, Geistlicher und Politiker. Gemeinsam mit Nokutela Dube gehörte er in Südafrika zu den frühen Vertretern schwarzer Bildungs- und Selbstorganisationsbewegungen.
Leben Dube wurde als Sohn eines Pfarrers und Unterhäuptlings des Ngcoto-Stamms der Zulu geboren. Er wurde in Inanda christlich erzogen und ging auf die American Board Mission Theological School in Amanzimtoti. 1887 begleitete er einen Missionar auf einer Reise in die USA, wo er ein College besuchte und diverse Jobs hatte. Nachdem er einen Posten als Lehrer angeboten bekommen hatte, kehrte er nach Natal zurück und heiratete 1894 Nokutela Mdima, die aus einer christlichen Familie in Inanda stammte, eine angesehene Missionsschule abgeschlossen hatte und ebenfalls als Lehrerin arbeitete. Nach der Heirat setzten John und Nokutela Dube ihre Ausbildung an einem Missionsinstitut in Brooklyn, New York City, fort. Während ihres Aufenthalts in den USA wurden sie von den Ideen des afroamerikanischen Pädagogen Booker T. Washington beeinflusst, der wirtschaftliche Selbstständigkeit als Voraussetzung politischer Emanzipation betonte. Zusammen mit seinem Schwager gründete Dube zwei Kirchen und drei Predigtstationen. 1897 wurde er zum Pfarrer ordiniert. Zur gleichen Zeit begann er, Geld für eine Schule nach dem Modell von Booker T. Washington zu sammeln. 1900 gründeten John und Nokutela Dube in Inanda das Ohlange Institute, das als erste von schwarzen Südafrikanern gegründete Schule gilt. Die Schule sollte Schüler aus verschiedenen Teilen des Landes zusammenführen und eine neue schwarze Führungsschicht ausbilden. Nokutela Dube baute am Ohlange Institute ein angesehenes Musikprogramm auf, komponierte Lieder, gründete einen Chor und unterrichtete außerdem Kochen, Hauswirtschaft und Schneiderei. Die Dubes reisten mindestens zweimal erneut in die USA, um Spenden für die Schule zu sammeln; John Dube hielt dabei Vorträge, während Nokutela Dube traditionelle Zulu-Lieder vortrug und Klavier sowie Autoharp spielte. 1904 gründeten John und Nokutela Dube die zweisprachige Zeitung Ilanga lase Natal, die als radikal angesehen wurde, so dass John Dube 1906 kurzzeitig in Arrest kam.
Die Verhaftung politisierte Dube weiter. In der Folgezeit nahm er an verschiedenen Treffen teil, unter anderem auch zur Diskussion der Verfassung der Südafrikanischen Union. 1912 war er Mitbegründer des Natal Native Congress und gehörte im selben Jahr neben Walter Benson Rubusana, Pixley ka Isaka Seme und Sol Plaatje zu den Gründungsmitgliedern des South African Native National Congress (SANNC), des späteren African National Congress. Er wurde zu dessen erstem Präsidenten gewählt. Seine Reputation als Pädagoge trug dazu bei, dass er erster Präsident des SANNC wurde, der sich gegen rassistische Diskriminierung wandte und Gleichberechtigung forderte. Frauen konnten dem SANNC bei seiner Gründung nicht als Vollmitglieder beitreten, doch Nokutela Dube galt innerhalb der frühen Bewegung als wichtige weibliche Vorbildfigur. In seiner Rolle als kirchlicher Amtsträger übte John Dube die Funktion eines Pastors der Congregational Church aus. Die Ehe mit Nokutela Dube blieb kinderlos; nach einer außerehelichen Beziehung John Dubes, aus der ein Kind hervorging, trennte sich Nokutela Dube von ihm und ging in die Region Transvaal. Dort predigte sie mehrere Jahre in ländlichen Gemeinden, bevor sie erkrankte und 1917 in Johannesburg im Alter von 44 Jahren starb. Nach ihrem Tod kehrte John Dube nach Inanda zurück, konzentrierte sich wieder stärker auf seine Bildungsarbeit, heiratete später erneut und hatte mit seiner zweiten Frau vier Kinder.
Wirken Dube ergänzte seine religiöse Arbeit um Bildungsarbeit, publizistischem Engagement und politische Interessenvertretung für die schwarze Bevölkerung Südafrikas. Mit dem Ohlange Institute, der Zeitung Ilanga lase Natal und seiner Rolle im SANNC gehörte er zu den Akteuren einer noch jungen schwarzen Selbstorganisationsbewegung in Südafrika. Gemeinsam mit Nokutela Dube veröffentlichte er ein Buch mit Zulu-Liedern und trug zur Popularisierung von Nkosi Sikelel’ iAfrika bei, das später Teil der südafrikanischen Nationalhymne wurde. 1930 verfasste er mit Insila ka Shaka („Der Diener von König Shaka“) den ersten Roman in isiZulu.John Langalibalele Dube auf www.britannica.com
Auszeichnungen und Nachwirkung 1948 wurde der Johannesburger Stadtteil Dube – heute Teil von Soweto – nach ihm benannt. 2005 wurde ihm postum der Order of Luthuli in Gold verliehen. Am Tag der ersten demokratischen Wahl Südafrikas 1994 besuchte Nelson Mandela nach seiner Stimmabgabe Dubes Grab und würdigte ihn als Gründungspräsidenten der Organisation, aus der der ANC hervorging.
Weblinks
Kurzbiographie auf www.sahistory.org.za (englisch) John Langalibalele Dube (1871–1946) auf www.thepresidency.gov.za (englisch) John L. Dube. A Biographical Sketch auf www.oberlin.edu (englisch)
Einzelnachweise
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