|} Die Bahnstrecke Havlíčkův Brod–Pardubice ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich von der k.k. priv. Österreichischen Nordwestbahn (ÖNWB) als Teil von deren Stammnetz erbaut und betrieben wurde. Sie zweigt in Havlíčkův Brod (Deutschbrod) von der Strecke (Wien-) Znojmo–Děčín-Prostřední Žleb ab und führt in Ostböhmen über Hlinsko v Čechách und Chrudim nach Pardubice-Rosice nad Labem, wo sie in die Bahnstrecke Pardubice–Zawidów einmündet.

Im Eisenbahnnetz der Tschechischen Republik ist die Strecke als gesamtstaatliche Bahn („celostátní dráha“) klassifiziert.

Geschichte

Die Konzession zum Bau der Strecke Deutschbrod–Pardubitz erhielt die ÖNWB am 8. September 1868 als Teil ihres staatlich garantierten Stammnetzes. Die Strecke durfte zunächst eingleisig angelegt werden, wobei ein späterer zweigleisiger Ausbau bei allen Brücken und Tunneln bereits berücksichtigt werden musste. Erst bei Überschreiten eines Rohertrages von 120.000 Gulden pro Meile während zweier aufeinanderfolgender Jahre durfte die Staatsverwaltung den Bau eines zweiten Gleises fordern.Reichsgesetzblatt für das Kaiserthum Oesterreich vom 20. Oktober 1868 mini|links|Bahnhof Chrudim (2007) Am 1. Juni 1871 wurde die Strecke eröffnet.

Im Fahrplan von 1900 verkehrten drei Zugpaare über die Gesamtstrecke, die sämtlich über Rositz hinaus bis nach Liebau an der preußischen Landesgrenze durchgebunden waren. Weitere Züge verkehrten auf Teilstrecken.Fahrplan 1900 der ÖNWB

Nach der Verstaatlichung der SNDVB ging die Strecke am 1. Januar 1908 an die k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB über. Nach dem Ersten Weltkrieg traten an deren Stelle die neugegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD).

Im Jahr 1952 musste infolge des Baues des Militärflugplatzes Pardubice die Strecke verlegt werden. Ein Teil der alten Trasse dient seitdem als Flughafen-Anschlussbahn.

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke infolge der Dismembration der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC), heute: Správa železnic.

Im Jahresfahrplan 2011 verkehren die Personenzüge in einem angenäherten Zweistundentakt, der insbesondere zwischen Chrudim und Pardubice durch weitere Fahrtmöglichkeiten ergänzt ist. Zweimal täglich verkehrt zudem ein Schnellzugpaar in der Relation Jihlava–Pardubice-Rosice nad Labem. Sie benötigen für die 92 Kilometer lange Strecke etwa eine Stunde und 50 Minuten, was einer mittleren Reisegeschwindigkeit von lediglich 50 km/h entspricht.Jahresfahrplan 2011 der ČD – gültig ab 12. Dezember 2010

Die Elektrifizierung der Strecke ist bis 2027 vorgesehen.„Koncepce rozvoje elektrické Trakce v České republice“ auf zdopravy.cz (PDF; 2,7 MB) mini|links|Bahnhof Ždírec nad Doubravou, 2012

Weblinks

KBS 238 Pardubice – Havlíčkův Brod auf zelpage.cz (tschechisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Tschechien