Der Große Preis von Österreich 1974 (offiziell XII Memphis Grand Prix von Österreich) fand am 18. August auf dem Österreichring in der Nähe von Zeltweg statt und war das zwölfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974.
Berichte Hintergrund Mit mehreren Veränderungen hinsichtlich der Fahrerbesetzungen traten die Teams zum Großen Preis von Österreich an. Jean-Pierre Jabouille wurde bei Surtees engagiert, um Jochen Mass zu ersetzen. Dieser hatte seinen Vertrag mit dem Team ebenso gekündigt, wie der Hauptsponsor Bang & Olufsen. Mike Hailwood hatte seine Formel-1-Karriere nach seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Deutschland zwei Wochen zuvor beenden müssen. Seinen Platz im dritten Werks-McLaren nahm fortan sein Landsmann David Hobbs ein. Beim Team Ensign wurde Vern Schuppan durch Mike Wilds ersetzt und Rolf Stommelen übernahm als Ersatz für den verletzten Guy Edwards den zweiten Lola im Team von Graham Hill.
Mit Dieter Quester in einem dritten Werks-Surtees mit eigenem Hauptsponsor sowie dem Formel-1-Neuling Helmut Koinigg im privaten Brabham BT42 der Scuderia Finotto ergänzten zwei einheimische Gaststarter die Meldeliste. Zudem meldete das Hesketh-Team ausnahmsweise einen zweiten Wagen, der von Ian Scheckter, dem Bruder von Jody Scheckter, pilotiert wurde.
Aufgrund von Lieferengpässen hatte das B.R.M.-Team nicht genügend Motorenersatzteile zur Verfügung und trat demzufolge nur mit einem anstatt der sonst üblichen drei Fahrzeuge an.
In der Fahrerwertung führte Clay Regazzoni mit drei Punkten vor Jody Scheckter und mit sechs Punkten vor Niki Lauda. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit acht Punkten vor McLaren und mit zwölf Punkten vor Tyrrell.
Mit Emerson Fittipaldi, Jacky Ickx und Ronnie Peterson (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Zum fünften Mal in Folge sicherte sich Lauda im Ferrari 312B3 die Pole-Position. Carlos Reutemann erreichte den zweiten Platz in der ersten Startreihe. Es folgten Fittipaldi und Carlos Pace in der zweiten Reihe sowie Jody Scheckter und Peterson in Reihe drei.
Ickx hatte einmal mehr Probleme mit dem neuen Lotus 76 und erreichte lediglich den 22. Startplatz. Unter den sechs Piloten, die die Qualifikation für das auf 25 Teilnehmer limitierte Starterfeld verfehlten, befanden sich drei der vier teilnehmenden Surtees TS16 sowie Mike Wilds und die beiden Debütanten Ian Scheckter und Koinigg.
Rennen Gleich zu Beginn des Rennens übernahm Reutemann die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Es folgte zunächst Lauda vor Pace, Regazzoni, James Hunt, Jody Scheckter, Fittipaldi und Arturo Merzario. Peterson lag nach einem schlechten Start nur auf dem neunten Rang, holte jedoch rasch auf Merzario auf.
Während der ersten Runden wurde Pace von Regazzoni überholt und Scheckter gelangte an Hunt vorbei. In der neunten Runde überholte Scheckter den viertplatzierten Pace, schied jedoch kurz darauf wegen eines Motorschadens aus. Im Laufe der folgenden Runden überholten Fittipaldi und Peterson zunächst Hunt und kurz darauf Pace. Währenddessen fiel Lauda aufgrund von Fehlzündungen zurück und musste sich zunächst Regazzoni und wenig später auch Fittipaldi, Peterson und Pace geschlagen geben. Kurz darauf schied er ganz aus dem Rennen aus. Aufgrund eines kleinen Fahrfehlers verlor Peterson etwa zur Halbzeit des Rennens seinen vierten Platz an Pace.
In der 38. Runde schied Fittipaldi wegen eines Motorproblems aus. Kurz darauf warf ein Reifenschaden Regazzoni zurück, womit ein weiterer Titelaspirant um eine realistische Siegchance gebracht wurde. Pace und Peterson profitierten zunächst davon, schieden jedoch wenig später ebenfalls aufgrund von technischen Problemen aus.
Am Ende erreichte Denis Hulme hinter dem Sieger Reutemann den zweiten Platz vor Hesketh-Stammfahrer Hunt und John Watson im privaten Brabham. Regazzoni holte als einziger der Titelfavoriten als Fünfter immerhin zwei Punkte, mit denen er seine Führung in der Weltmeisterschaftswertung geringfügig ausbauen konnte. Vittorio Brambilla erhielt als Sechster den letzten WM-Punkt des Tages, der für ihn gleichzeitig der erste Punkt seiner GP-Karriere war.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 Lotus 76 3 Tyrrell 007 4 5 McLaren M23 6 33 7 Brabham BT44 8 9 March 741 10 11 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 16 Shadow DN3 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 19 30 20 Iso-Marlboro FW03 21 Iso-Marlboro FW02 22 Ensign N173 23 Trojan T103 24 Hesketh 308 31 26 Lola T370 27 John Goldie Racing with Hexagon 28 Brabham BT44 Scuderia Finotto 32 Brabham BT42 35 Token RJ02 AAW Racing Team 43 Surtees TS16
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:35,40 223,057 km/h 1 2 1:35,56 222,683 km/h 2 3 1:35,76 222,218 km/h 3 4 1:35,91 221,871 km/h 4 5 1:35,94 221,801 km/h 5 6 1:36,00 221,663 km/h 6 7 1:36,11 221,409 km/h 7 8 1:36,31 220,949 km/h 8 9 1:36,35 220,857 km/h 9 10 1:36,39 220,766 km/h 10 11 1:36,52 220,468 km/h 11 12 1:36,86 219,694 km/h 12 13 1:37,18 218,971 km/h 13 14 1:37,25 218,813 km/h 14 15 1:37,37 218,544 km/h 15 16 1:37,39 218,499 km/h 16 17 1:37,41 218,454 km/h 17 18 1:37,43 218,409 km/h 18 19 1:37,43 218,409 km/h 19 20 1:37,47 218,319 km/h 20 21 1:37,54 218,163 km/h 21 22 1:38,09 216,940 km/h 22 23 1:38,17 216,763 km/h 23 24 1:38,67 215,664 km/h 24 25 1:38,88 215,206 km/h 25 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 25 Wagen begrenzt war, scheiterten Ian Scheckter, Kinnunen, Bell, Wilds, Jabouille und Koinigg an der Qualifikation. 1:39,17 214,577 km/h – DNQ 1:39,47 213,930 km/h – DNQ 1:39,53 213,801 km/h – DNQ 1:39,96 212,881 km/h – DNQ 1:40,10 212,583 km/h – DNQ 1:40,60 211,527 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 54 0 1:28:44,72 2 1:37,51 2 54 0 + 42,92 10 1:37,73 3 54 1 + 1:01,54 71:38,08 4 54 1 + 1:09,39 11 1:37,57 5 54 1 + 1:13,08 8 1:37,22 (46.) 6 54 1 + 1:13,82 20 7 53 0 + 1 Runde 17 8 52 0 + 2 Runden 23 9 51 0 + 3 Runden 25 10 50 0 + 4 Runden 19 11 48 0 DNF 15 12 48 1 + 6 Runden 21 – 46 0 NC 24 – 45 0 DNF 6 1:37,39– 43 0 DNF 22 1:37,35– 42 0 DNF 14– 41 0 DNF 41:37,25– 37 0 DNF 3 1:37,67– 37 0 NC 12– 24 0 DNF 9 – 22 1 DNF 16 – 22 0 DNF 18 – 17 1 DNF 1 1:38,08– 14 1 DNF 13– 8 0 DNF 5
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 462Tyrrell-Ford 413Ferrari 38 4 McLaren-Ford 37 5 Brabham-Ford 236Lotus-Ford 22 7 McLaren-Ford 18 8 McLaren-Ford 12 9 Lotus-Ford 1210Tyrrell-Ford 11 11 B.R.M. 1012March-Ford / Hesketh-Ford 8 13 Shadow-Ford 6 14 March-Ford 515Brabham-Ford 4 16 Surtees-Ford / Brabham-Ford 317Lola-Ford 118Iso-Ford 119March-Ford 120Token-Ford / Shadow-Ford 121Shadow-Ford 022March-Ford 023Lola-Ford 024McLaren-Ford 025Iso-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte26B.R.M. 027Brabham-Ford 028Surtees-Ford 0 29 Trojan-Ford 0 30 Surtees-Ford 031Lotus-Ford 032Surtees-Ford 033Tyrrell-Ford 034Iso-Ford 0 35 B.R.M. 0 36 Brabham-Ford 037Token-Ford 038Ensign-Ford 039Brabham-Ford 040McLaren-Ford 041 †Shadow-Ford 0 42 Lotus-Ford 0 – Amon-Ford 0–Brabham-Ford 0–March-Ford 0–Surtees-Ford 0–Shadow-Ford 0–Lola-Ford 0–Iso-Ford 0–Lola-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 59 2 55 (57)3 454 295 24 6 107 8 8 7 Pos. Konstrukteur Punkte 9 6 10 3 11 112 113 014 015 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
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