mini|Tibetischer Manistein mit der Aufschrift Om mani padme hum, dem Mantra des Mitgefühls (1899)
Ein Manistein (tibetisch rdo ma ni) ist im Volksglauben des tibetischen Buddhismus ein mit heiligen Texten oder traditionellen Gebetsformeln verzierter Stein als Darbringung.
Manisteine und Manisteinhaufen/-mauern mini|Om mani padme hum in tibetischer Schrift
Manisteine sind gravierte oder beschriftete, oft handtellergroße Steine oder größere Steinplatten. Sie werden von Pilgern im Bereich von Tempeln, Stupas, Chörten und Klöstern, aber auch heiligen Orten, wie Passhöhen und an Wegkreuzungen, hinterlassen.Lexikoneintrag: In: Wissen.de. Abgerufen am 8. August 2020. Einfache Manisteine sind häufig mit dem „Om mani padme hum“ beschriftet, größere sind auch mit Buddha-, Tier- oder Heiligenbildern versehen.
Im Laufe der Zeit entstehen auf diese Weise lange, hoch geschichtete Manisteinhaufen und Manisteinmauern oder -wälle (tibetisch ma ni'i rdo phung; chinesisch 嘛呢堆 Mani dui; auch 嘛呢墙 Mani qiang, 嘛呢城 Manicheng), die auch sauber als Mauerwerk ausgearbeitet sein können.
Beispiele Einige Manisteinmauern stehen auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China: Die größte ist Gyanak Mani in Xinzhai im Kreis Yushu der Provinz Qinghai. Berühmt sind auch die des Hor-Klosters im Ort HorChinesisch 和日乡 Heri xiang. des Kreises Zêkog im Osten der chinesischen Provinz Qinghai,Die Steinschnitzereien des Hor-Klosters stehen auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Volksrepublik China (VII-56). ebenfalls der Songge Manisteinwall und die Bage Manisteinmauer im Kreis Sêrxü im Nordwesten von Sichuan, sowie die des Bangtuo-KlosterssChinesisch Bangtuo si. im Kreis Zamtang (beziehungsweise Dzamthang; chinesisch Rangtang) des Autonomen Bezirks Ngawa der Tibeter und Qiang im Norden von Sichuan.
Rezeption in den Künsten In dem modernen tibetischen Spielfilm Stille Manisteine (tibetisch Lhing vjags kyi ma ni rdo vbumChinesisch 静静的嘛呢石; engl. The Silent Holy Stones) von Pema Tseden (Wanma Caidan),Der Filmemacher im Gespräch; Interview abgerufen am 4. Januar 2011. worin der alte Glaube der Tibeter mit den Bildern aus der modernen Telekommunikation konfrontiert wird, sind Manisteine am Anfang zu sehen.Auszüge bei youtube.com (1:26), tudou.com (29:35) abgerufen am 4. Januar 2011.
Siehe auch Steinmännchen Mani-Rad (Gebetsmühle) Gebetsfahne
Literatur Zangzu da cidian. Lanzhou 2003 (Mani shi; Mani dui).
Weblinks
Mani Stones (englisch). Ladakh Hundar: Mani-Mauern (Bernhard Peter). Mani dui (chinesisch). Bage Mani Wall (englisch). Video: Bage Mani qiang. In: tvtour.com.cn. 2004, abgerufen am 20. Juni 2014 (2,5 Minuten; chinesisches Video von der Bage-Manisteinmauer im tibetischen Kreis Sêrxü der chinesischen Provinz Sichuan).
Einzelnachweise
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