mini|Philipp Stauff Philipp Stauff (* 27. Januar 1876 in Moosbach in Franken; † 17. Juli 1923 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Publizist und völkischer Schriftsteller.

Leben Stauff gab seinen Beruf als Volksschullehrer auf, um sich in Berlin als politischer Journalist und Schriftsteller zu betätigen. Von 1907 bis 1910 lebte er in Enzisweiler bei Lindau, gab die Zeitungskorrespondenz Wegweiser und Wegwarte heraus und schrieb für völkische Blätter. Im Frühjahr 1910 zog er ins oberfränkische Kulmbach.

Im Zeitraum von 1911 bis 1914 wurde er eine organisatorische Schlüsselfigur in mehreren völkischen Verbänden. Mit Adolf Bartels gründete er 1910 den Deutschvölkischen Schriftstellerverband.thomas-graefe.suite101.de/philipp-stauff-und-die-voelkischen-bewegung-a126852 ? Er war ein enger Freund von Guido von List und ein Gründungsmitglied der Guido-von-List-Gesellschaft, der er um 1910 beitrat. Er war auch aktiv im antisemitischen Reichshammerbund und dem 1912 von Theodor Fritsch gegründeten Germanenorden. 1913 erlangte er mit seinem Werk Runenhäuser Aufsehen, in dem er nachzuweisen versuchte, dass die Anordnung des Fachwerks alter Häuser als Runen gelesen werden können.Armin Mohler: Die Konservative Revolution in Deutschland 1918-1932. Ein Handbuch. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 355.

Seine Briefbögen versah er mit einem Hakenkreuz, was auch Adolf Hitler auffiel. http://www.edition-inseltor-lindau.de/NSDAP-Wegbereiter%20Lindaus%201907%20-%201922.pdf

Nach seinem Selbstmord führte seine Witwe Berta Stauff die Verlagsarbeit fort. Seinen Nachruf in der Deutschen Tageszeitung (DTZ) verfasste Wilhelm Scheuermann.Henning Gans: „Civis Germanus sum!“ : Wilhelm Scheuermann oder Die Tragik eines alldeutschen Journalisten. Leipzig : Leipziger Universitätsverlag, 2018, S. 243–248

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Sowjetischen Besatzungszone seine Schrift Von deutscher Kunst und Literatur (Semi-Kürschner, das Jahrhundertbuch) (Reichshammerbund, Hamburg 1913) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.http://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-s.html In der Deutschen Demokratischen Republik folgen auf diese Liste noch die im Selbstverlag veröffentlichte Fassung Semi-Kürschner oder Literarisches Lexikon der Schriftsteller, Dichter, Bankiers … jüdischer Rasse und Versippung, die von 1813 bis 1913 in Deutschland tätig oder bekannt waren (Berlin 1913) und die postum von Heinrich Kraeger unter dem Pseudonym Erich Ekkehard herausgegebene Neubearbeitung Sigilla Veri, Lexikon der Juden-Genossen und -Gegner aller Zeiten und Zonen, insbesondere Deutschlands (Bodung-Verlag, Erfurt 1931/1932).http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-s.html

Veröffentlichungen Der Krieg und die Friedensbestrebungen unserer Zeit. Gedankengänge, 1907 Zur Sicherung unserer industriellen Arbeiterschaft, 1907 Ein Vorschlag zur Reorganisation unserer wirtschaftlichen Interessenvertretung, 1907 Das Recht auf Arbeit, 1908 Der „Mehrwert“ der Arbeit, 1908 Das Duell, 1908 Der Deutsche und die Politik, 1909 Völkische Produktions-Ideale, 1909 Deutsche Judennamen. Zusammengestellt nach Verzeichnissen jüdischer (Religions)-Behörden, hrsg. v. Philipp Stauff, 1912 Das deutsche Wehrbuch, 1912 Der Krieg und die Friedensbewegung, 1912 Voltaire: Voltaire über die Juden, hrsg. v. Philipp Stauff, 1913 Semi-Kürschner oder Literarisches Lexikon der Schriftsteller, Dichter, Bankiers, Geldleute, Ärzte, Schauspieler, Künstler, Musiker, Offiziere, Rechtsanwälte, Revolutionäre, Frauenrechtlerinnen, Sozialdemokraten usw., jüdischer Rasse und Versippung, die von 1813–1913 in Deutschland tätig oder bekannt waren. Selbstverlag, Berlin 1913; 1929–1931 unter dem Titel Sigilla Veri („Siegel der Wahrheit“) von Ulrich Fleischhauers U-Bodung Verlag unvollständig (geplant 6 Bände; erschienen 4 und ein Teil der 5.) veröffentlichthttp://gateway-bayern.de/BV024133568 Richard Wagner: Das Judenthum in der Musik, 1869, hrsg. v. Philipp Stauff, 1914 Der Jahvismus als Gottesvorstellung. Religionsphilosophische Forschungen auf dem Gebiete des Alten Testaments, 1915 Armanische Beweisarbeiten, ca. 1920 Märchendeutungen. Sinn und Deutung der deutschen Volksmärchen, 1921 Runenhäuser, 1921 (online)

Literatur Gregor Hufenreuter: Philipp Stauff. Ideologe, Agitator und Organisator im völkischen Netzwerk des Wilhelminischen Kaiserreichs. Zur Geschichte des Deutschvölkischen Schriftstellerverbandes, des Germanen-Ordens und der Guido-von-List-Gesellschaft. Frankfurt am Main 2011. Gregor Hufenreuter: Sigilla Veri (1913), in: Handbuch des Antisemitismus, Band 6: Schriften und Periodika. 2013, ISBN 978-3-11-025872-1, S. 641–643

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