Scuba Schools International (SSI) ist eine weltweit operierende und zertifizierende, kommerzielle Ausbildungsorganisation für Taucher. SSI gehört seit 1. Januar 2014 als eigene Marke zum Head-Konzern. SSI entwickelt Unterrichtskonzepte und Standards sowie das Lehrmaterial für Taucher aller Ausbildungsstufen. Dieser gewerblich arbeitende Verband wurde genauso wie PADI, der derzeit weltweit größte Verband dieser Art, in den USA gegründet. SSI sieht sich selbst als die weltweite Nummer zwei der Tauchorganisationen, nach PADI.
Der Hauptunterschied zu anderen Tauchausbildungsorganisationen besteht darin, dass SSI-Instructoren ausschließlich in SSI-Dive-Centern oder bei einem von SSI akkreditierten Tauchclub o. ä. unterrichten dürfen, die sich einem dem Franchise ähnlichen Konzept unterwerfen.
Unternehmen Im Dezember 2013 gab Head bekannt, dass SSI übernommen wurde. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass SSI und der ebenfalls zum Head-Konzern gehörende Tauchausrüstungshersteller Mares zukünftig gemeinsam am Markt auftreten werden.
Scuba Schools International wurde im Jahr 1970 in Fort Collins, Colorado, USA gegründet und verfolgt eine konsequente Expansionspolitik über ein dem Franchise-System ähnliches Konzept. Der Vertrieb seiner Ausbildungsunterlagen und die Ausbildung erfolgt ausschließlich durch in diesem Franchise-System eingebundene sogenannte Dive Center, d. h. Tauchbasen oder Tauchschulen. SSI ist mit seinen über 2600 autorisierten Händlern in 110 Ländern weltweit flächendeckend vertreten. SSI ist Gründungsmitglied des World Recreational Scuba Training Council (WRSTC) bzw. des United States RSTC und bietet seit 2012 Ausbildungen gemäß ISO 24801 und 24802 an. Alle SSI-Tauchzertifikate werden weltweit anerkannt und SSI erkennt grundsätzlich die Tauchscheine (Brevets) anderer Verbände an und ermöglicht somit die Fortsetzung der Ausbildung (z. B. als Tauchlehrer) unter seinen Richtlinien.
Ausbildungssystem mini|600px|Das SSI-Ausbildungssystem SSI bietet die folgenden Tauchausbildungen und Zertifizierungen im Gerätetauchen an:
Schnuppertauchen Try Scuba (Schnuppertauchen im Pool oder begrenzten Freiwasser) Basic Diver (Schnuppertauchen mit Freiwassertauchgang nach ISO 11121.) Scuba Diver (Supervised Diver nach ISO 24801-1)
Inhaber dieser Stufen dürfen nur in Begleitung eines zertifizierten Dive Leaders tauchen.
Selbständiges Tauchen Inhaber dieser Stufen dürfen ohne Begleitung eines Tauchlehrers tauchen. Selbständiges Tauchen bedeutet dabei nicht, dass der Grundsatz „Tauche nie allein“ (siehe Buddysystem) aufgehoben wird.
Open Water Diver Der Basiskurs, in dem die Grundlagen des Tauchens mit Presslufttauchgerät erklärt werden, nennt sich Open Water Diver (Autonomous Diver nach ISO 24801-2). Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen (16 bis 32 Stunden) und einem praktischen Teil (Schwimmbadausbildung und mindestens vier Freiwassertauchgänge).
Es gibt hier – wie bei allen anderen SSI-Kursen – hauptsächlich zwei Varianten:
Das Homestudy-System, d. h. der Schüler bekommt sein Lehrmaterial mit nach Hause und bereitet sich auf jede Stunde vor. Somit können die Vorträge des Tauchlehrers kurz gehalten werden und es wird wesentlich mehr Zeit für die Praxis verwendet Das klassische Vortrags-System.
Advanced Open Water Diver Die SSI Advanced Open Water Diver-Brevetierung kann durch einen Kurs erreicht werden, in dem fünf Speciality-Kurse mit jeweils einem Tauchgang abgeschlossen werden.
Verpflichtend sind dabei ein Deep Diving Tauchgang sowie ein Navigationstauchgang, die weiteren drei Tauchgänge sind frei aus einer Auswahl, inkl. der Ecology Programme, wählbar. Damit ist die Ausbildung weitgehend analog zur entsprechenden Stufe im PADI System.SSI Scuba Training Standards und Verfahren
Vor 2025 wurde diese Stufe im SSI System Advanced Adventurer genannt, wobei Deep Diving sowie Navigation nicht verpflichtender Bestandteil der Ausbildung war. Diese Zertifizierungsstufe wurde im SSI System oft übersprungen, da sie nur bedingt eine Voraussetzung für weiterführende Kurse darstellt.
SSI selbst stufte diese Ausbildung als gleichwertig zur PADI Advanced Open Water Diver-Ausbildung an; andere Quellen sahen sie eher äquivalent zur PADI Adventure Diver-Ausbildung.
Specialty Diver/Advanced Specialty Diver Um als Specialty Diver zertifiziert zu werden, müssen mindestens zwei Specialty-Kurse absolviert werden und zusätzlich mindestens zwölf Tauchgänge durchgeführt und im Logbuch eingetragen sein, ein Specialty-Kurs einer anderen Organisation kann dabei angerechnet werden. Für den Advanced Specialty Diver sind vier Specialty-Kurse und 24 Tauchgänge Voraussetzung, wobei hier zwei Specialty-Kurse einer anderen Organisation angerechnet werden können.
Folgende Specialty-Kurse werden zurzeit von SSI angeboten:
Taucherwissen Bergseetauchen (Altitude Diving) Computertauchen (Computer Diving) Tauchen mit Nitrox (Enriched Air Nitrox (EAN) 32 und 40) Ausrüstung (Equipment Techniques) Science of Diving
Programme im Pool / begrenztem Freiwasser Perfekte Tarierung (Perfect Buoyancy) Unterwasserfotografie (Photo & Video)
Programme im Freiwasser Bootstauchen (Boat Diving) Tieftauchen (Deep Diving) Stress und Rettungstauchen (Diver Stress & Rescue) Navigation (Navigation) Nachttauchen (Night & Limited Visibility) Strömung und Gezeiten (Wave, Tides & Currents) Wracktauchen (Wreck Diving)
Programme für besondere Ausrüstung Dekompressionstauchen (Decompression Diving) Scootertauchen (DPV Diving) Trockentauchen (Dry Suit Diving) Vollgesichtsmaske (Full Face Mask Diving) Independent Diving Suchen und Bergen (Search & Recovery) Sidemounttauchen (Sidemount Diving)
Programme für Overhead Environments Fortgeschrittenes Wracktauchen (Advanced Wreck Diving) Kavernen/Cenotentauchen (Cavern/Cenote Diving) Eistauchen (Ice Diving)
Programme zur Ökologie Marine Ecology (Meeresökologie) Shark Ecology (Haiökologie) Manta & Ray Ecology (Manta- und Rochenökologie) Fish Identification (Fischidentifizierung) Coral Identification (Korallenidentifizierung) Sea Turtle Ecology (Meeresschildkrötenökologie) Marine Mammal Ecology (Meeressäugerökologie) Marine Invertebrate Ecology (Ökologie wirbelloser Meerestiere) Nudibranch Ecology (Nacktschneckenökologie) Freshwater Ecology (Süßwasserökologie)
SSI-Basen können auch zusätzliche Specialty-Kurse anbieten, diese werden als sogenannte Unique-Specialties von SSI anerkannt und gelten somit auch für die weiteren Anerkennungsstufen im SSI-System. Auch Programme aus dem Extended Range Bereich zählen für die Anerkennungsstufen mit.
Die meisten Specialty-Kurs besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil (mindestens 2 Tauchgänge bei der Mehrzahl von Specialties, bei Stress & Rescue und Tieftauchen jedoch mindestens 3 Tauchgänge). Einige Specialty-Kurse sind reine Theoriekurse, da sich beim Tauchen nichts ändert: Beim Nitrox-Specialty ist z. B. kein Tauchgang vorgeschrieben. Auch Science of Diving, Altitude Diving, sowie sämtliche Ökologie-Kurse können ohne Tauchgänge absolviert werden. Ist ein Taucher bereits als Advanced Open Water Diver zertifiziert und hat er dafür schon einen Tauchgang im gewünschten Spezialgebiet gemacht, kann dieser – nach Ermessen des Tauchlehrers – auf den Specialty-Kurs angerechnet werden.
Bei der Kombination von zwei oder mehreren Specialty-Kursen können Tauchgänge wie folgt zusammengelegt werden: Zahl der kombinierten Specialties Mindestanzahl der Tauchgänge 2 3 3 4 4 5 5 7 Allerdings sind nicht alle Specialty-Kurse mit anderen kombinierbar (Tieftauchen, Stress und Rettungstauchen und Dekompressionstauchen), in diesen Programmen müssen immer alle für das jeweilige Programm geforderten Tauchgänge absolviert werden.
Advanced Open Water Diver (vor 2025) Um vor 2025 als SSI Advanced Open Water Diver zertifiziert zu werden, mussten mindestens 4 Specialty-Kurse absolviert und mindestens 24 Tauchgänge durchgeführt und im Logbuch eingetragen sein. SSI selbst stuft seinen AOWD höher ein als die gleichnamige Ausbildung von PADI. Im Gegensatz dazu sehen aber viele andere Anbieter die AOWD-Brevetierungen von SSI und PADI als gleichwertig,Dive agency Crossovers BSAC, CMAS, SSI, NAUI & SAA to PADI, (englisch) James Brabyn, IDC Guide, Zugriff am 1. Oktober 2012 zumal der PADI-Kurs mehr Ausbildungsinhalt aufweist.
Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsorganisationen war der AOWD bei SSI vor 2025 kein Kurs, sondern nur eine Erfahrungsstufe.
Master Diver Um als Master Diver zertifiziert zu werden, müssen mindestens drei Specialty-Kurse, der Deep Diving und der Stress & Rescue-Kurs absolviert werden sowie zusätzlich mindestens 50 Tauchgänge durchgeführt und im Logbuch eingetragen sein.
Der Master Diver ist die höchste Brevetierungsstufe des SSI-Sporttauchers. Danach ist eine weitere Ausbildung im professionellen Bereich möglich (Ausbildung zum Tauchlehrer), oder alternativ eine Spezialisierung zum Technischen Taucher (Extended Range).
Erfahrungsstufen für Taucher Unabhängig von einer SSI Tauchausbildung wird die Erfahrung der Taucher durch die Erfahrungsstufen anerkannt. Diese geben die Anzahl der absolvierten Tauchgänge wieder und benötigen keine zusätzliche Ausbildung. Century Diver → 100 im Logbuch eingetragene Tauchgänge Elite Diver → 250 im Logbuch eingetragene Tauchgänge Gold Diver → 500 im Logbuch eingetragene Tauchgänge Platinum Diver → 750 im Logbuch eingetragene Tauchgänge Diamond Diver → 1000 im Logbuch eingetragene Tauchgänge Platinum Pro Diver → 5000 im Logbuch eingetragene Tauchgänge oder 2500 im Logbuch eingetragene Tauchgänge und 10 Jahre Berufserfahrung in der Tauchbranche und ein bedeutender Beitrag zur Tauchbranche
Tauchlehrer SSI bildet Tauchführer, Assistenten und Tauchlehrer in der folgenden Stufen aus: Dive Guide, Cold Water Divers Schaffhausen, zugriff am 7. Februar 2012 (DG, Dive Leader nach ISO 24801-3) Der Dive Guide entspricht in der Ausbildung dem Divemaster. Um als Divemaster oder höher, und somit bei kommerziellen Tauchgängen tätig zu werden ist ein aktiver Status als SSI Professional erforderlich. Divemaster (DM) Assistant Instructor (AI, Scuba Instructor at Level 1 nach ISO 24802-1) Specialty Instructor (AI oder OWI mit Ausbildungsberechtigung für einzelne Specialties) Open Water Instructor (OWI, Scuba Instructor at Level 2 nach ISO 24802-2) Divemaster Instructor (DMI) Assistant Instructor Trainer (AIT) Master Instructor (Anerkennungsstufe für Ausbildungserfahrung. Mindestvoraussetzung ist der Assistant Instructor Trainer) Instructor Trainer (IT) Instructor Certifier (IC)
Zusätzlich werden Anerkennungskarten für Erfahrungslevel für AI und OWI ausgestellt: Century Instructor → mindestens 100 Erfahrungspunkte Elite Instructor → mindestens 250 Erfahrungspunkte Gold Instructor → mindestens 500 Erfahrungspunkte Platinum Instructor → mindestens 1000 Erfahrungspunkte Diamond Instructor → mindestens 2500 Erfahrungspunkte Platinum Pro Instructor → mindestens 5000 Erfahrungspunkte Für Instructor Trainer werden die Anerkennungskarten anhand der Leistung im vorangegangenen Jahr ausgestellt:
Elite Instructor Trainer Gold Instructor Trainer Platinum Instructor Trainer
Freitauchen SSI bietet auch ein Ausbildungsprogramm im Freitauchen an.
Ausbildungsprogramme Snorkel Diver Eine Einführung in die Ausrüstung und Fertigkeiten die zum Schnorcheln notwendig sind. Try Freediving Freitauchen Schnupperkurs im begrenzten Freiwasser Basic Freediver Der Einstiegskurs um Freitauchgänge bis zu einer Tiefe von 5 Metern in einem Pool / in begrenzten Freiwasser durchzuführen Freediver Tauchkurs um Freitauchgänge bis 20 Meter im Freiwasser durchzuführen. Advanced Freediver Fortgeschrittenes Freitauchen bis 35 Meter Performance Freediver Fortgeschrittenes Freitauchen bis 40 Meter
Weblinks Scuba Schools International Germany (SSI)
Einzelnachweise
Kategorie:Tauchsportverband Kategorie:Franchiser