Alexander Grüter (* 14. August 1907 in Bottrop; † 7. Dezember 1989 in München) war ein deutscher Filmproduzent und Verbandsfunktionär.
Leben und Wirken Grüter begann im Sommer 1927 an der Universität Rostock Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren.Eintrag im Rostocker Matrikelportal 1928 wurde er im Corps Visigothia Rostock aktiv.Kösener Corpslisten 1960, 120, 152 Zum 1. April 1932 trat er der NSDAP (Mitgliedsnummer 1.053.249)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12310523 und im selben Jahr der SA bei.https://www.spio.de/wp-content/uploads/PM-19.11.2025.pdf S. 27 An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen wurde er 1936 zum Dr. iur. promoviert.Dissertation: Wirkung und Beseitigung einer zweiten, das gleiche Recht betreffenden Auflassungsvormerkung. Danach war er bis 1939 als Rechtsanwalt im schlesischen Liegnitz tätig, bevor er zum Syndikus in der schlesischen Beton- und Zementindustrie berufen wurde.
Nach seinem Kriegsdienst und kurzer Gefangenschaft wechselte Grüter in die Filmbranche. 1946 war er einer der Gründer der in Hamburg ansässigen Camerafilm GmbH, die sich an der Finanzierung wichtiger Kinoproduktionen (darunter Helmut Käutners In jenen Tagen und Rudolf Jugerts Film ohne Titel) beteiligte. 1949 gründete er, zusammen mit Rudolf Oetker und Julius de Crignis, die Filmfinanzierungs GmbH.
1951 wurde Grüter Chef der Produktionsfirma Corona. Als Produzent bzw. Herstellungsleiter zeichnete er für eine Reihe von zum Teil ambitionierten Unterhaltungsfilmen verantwortlich, darunter auch einige handwerklich sauber gearbeitete und feierliche, wenngleich kaum originelle Biografien (Sauerbruch – Das war mein Leben, Anastasia, die letzte Zarentochter, Made in Germany). 1960/61 stellte er auch mehrere wenig ambitionierte Lustspiele mit Willy Millowitsch her. Seit den frühen 60er Jahren konzentrierte er sich mit der Corona auf die Beteiligung an internationalen, zum Teil hochkarätig besetzten Filmproduktionen.
Neben seiner aktiven Arbeit als Produzent war Grüter seit 1964 Vorsitzender des Verbandes deutscher Spielfilmproduzenten und gehörte ab 1966 dem dreiköpfigen Präsidium der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) an. 1985 erhielt er die Ehrenmedaille der SPIO, die ihm 2025 posthum aufgrund seiner NS-Vergangenheit aberkannt wurde. Außerdem wirkte er als stellvertretender Vorsitzender und war zeitweilig Mitglied des PräsidiumsFestschrift "20 Jahre FFA", Berlin, 1988 der Filmförderungsanstalt.
Filmografie 1952: Königin der Arena 1954: Sauerbruch – Das war mein Leben 1954: Mannequins für Rio 1954: Zwischenlandung in Paris (Escale à Orly) 1956: Nina 1956: Anastasia, die letzte Zarentochter 1956: Made in Germany 1957: Die verpfuschte Hochzeitsnacht 1958: Rivalen der Manege 1959: Serenade einer großen Liebe 1960: Willy, der Privatdetektiv 1960: Der wahre Jakob 1961: An einem Freitag um halb zwölf… 1961: Der Hochtourist 1962: Der Tod fährt mit (Journey into Nowhere) 1963: Mein Onkel, der Gangster (Les Tontons flingueurs) 1965: Duell vor Sonnenuntergang 1967: Der Tod ritt dienstags (I giorni dell'ira) 1968: Marquis de Sade: Justine 1969: Der heiße Tod (99 mujeres) 1969: Nachts, wenn Dracula erwacht 1971: Wie bitte werde ich ein Held? 1972: Das Attentat 1973: Ein Unbekannter rechnet ab 1975: Warum bellt Herr Bobikow? (Cuore di cane) 1975: Die Tatarenwüste (Il deserto dei tartari) 1978: Victoria (Victoria) 1979: Death Watch – Der gekaufte Tod (La mort en direct) 1980: Desideria (Desideria – La vita interiore)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 425.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich)