Die Dresden Monarchs sind ein deutscher Sportverein aus Dresden für die Sportarten American Football und Cheerleading. Die erste Mannschaft spielt seit 2003 in der German Football League (GFL). Ihr größter Erfolg war 2021 der Gewinn des German Bowl XLII der German Football League.
Name Der Name entstand in Anlehnung an die Geschichte der Monarchie in Sachsen unter August dem Starken. Auch das Logo wurde von ihm inspiriert: Es zeigt das Monogramm Augusts, die miteinander verschlungenen Buchstaben A und R (Augustus Rex). Das Maskottchen der Monarchs ist der Löwe „King Louie“ und die Teamfarben sind Gold und Navy.
Geschichte Anfänge Im Januar 1992 wurde der Verein als Saxonia Monarchs in Radeberg vor den Toren Dresdens gegründet. Auslöser war ein Postseason-Freundschaftsspiel zwischen den damaligen Bundesliga-Teams der Stuttgart Scorpions und der Dortmund Giants im Herbst 1991. Der Göttinger Ulrich Kramer versammelte einige erste Neugierige in Radeberg auf dem Gelände der BSG robotron und begann im Februar 1992 mit dem Training. Im Juni 1992 erfolgte der Umzug nach Weißer Hirsch und die Umbenennung des Teams in Dresden Monarchs. Erster Höhepunkt war der Besuch von Karl Mecklenburg, Linebacker der Denver Broncos, in Dresden und der Rückbesuch beim NFL pre-season exhibition game der Broncos gegen die Dolphins im August 1992 in Berlin.
Aufstieg bis in die GFL 1993 bestritten die Monarchs ihre erste Saison in der Aufbauliga Ost und schafften sogleich den Aufstieg in die Landesliga Ost. Dort gelang 1994 erneut der Aufstieg in die Verbandsliga. 1996 wurde der Aufstieg in die Oberliga Ost erreicht, in der sich die Monarchs 1997 den ersten Platz sicherten und in die Regionalliga Ost aufstiegen. Schon zwei Jahre später gelang der erneute Aufstieg, diesmal in die 2. Bundesliga – als erstes Team aus den neuen Bundesländern. Nach einer Saison ohne Niederlage im Jahr 2002 gewannen die Dresdner in den Relegationsspielen gegen den Letztplatzierten der GFL, die Kiel Baltic Hurricanes, deutlich mit 100 Punkten (0:38 in Kiel, 62:0 in Dresden), wodurch der Aufstieg in die GFL gelang.
Anfangsjahre in der GFL Bereits in der ersten Saison gelang den Monarchs der Einzug in die Play-offs um den German Bowl. Dort scheiterten sie im Viertelfinale an den Rhein-Main Razorbacks. Im Jahr darauf (Saison 2004) gelang der erneute Einzug in die Play-offs als Drittplatzierter der GFL Nord. Nach einem Sieg über die Schwäbisch Hall Unicorns im Viertelfinale verloren die Monarchs ihre Halbfinalpartie mit 20:34 gegen die Braunschweig Lions. In der Spielzeit 2005 konnten die Monarchs erstmals den Rivalen und Deutschen Meister Berlin Adler zweimal hintereinander bezwingen. Die Saison endete mit dem dritten Platz und einer 27:30-Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns im Viertelfinale. Das gleiche Ergebnis erreichten die Monarchs in der Saison 2006, dieses Mal scheiterten sie im Viertelfinale an „Angstgegner“ und Interconference-Partner Stuttgart Scorpions.
2007–2009 Die Saison 2007 verlief weniger erfolgreich. Nach elf Niederlagen und nur einem Sieg konnten sich die Monarchs nach dem bisher schlechtesten Saison-Ergebnis in der Relegation gegen den Meister der 2. Bundesliga, Hamburg Eagles, nur knapp den Klassenerhalt sichern (Relegationsergebnis insgesamt 47:37). Die Monarchs gaben jedoch 2007 ihr Debüt auf der europäischen Bühne und spielten im EFAF Cup, wo sie in der 1. Runde gegen den späteren Sieger, die Graz Giants, ausschieden.
In der Saison 2008 und der Saison 2009 erreichte das Team wieder die Play-offs und schieden jeweils im Viertelfinale bei den Marburg Mercenaries aus. Nach einem 21:32 im ersten Jahr war das Ergebnis im zweiten Jahr mit einem 63:64 durch eine gescheiterte Two-Point-Conversion in der zweiten Verlängerung äußerst knapp.
2010 In der Saison 2010 litten die Monarchs bis zur Sommerpause unter einem schwachen Angriff um Quarterback Bryan Waggener, der nach acht Spielen gegen die Neuverpflichtung Jake Christensen ausgetauscht wurde. In der zweiten Hälfte der Saison gelang den Dresdnern dann nach weiteren Transfers (Timothy Hunt und Dominic Goodman (beide USA)) eine Siegesserie, durch die sie nach der drohenden Relegation in der ersten Hälfte der Saison doch noch überraschend den Weg in die Play-offs schafften, und schließlich zum zweiten Mal in ihrer Geschichte bis ins Halbfinale der GFL-Play-offs vordringen konnten. Nach dem 56:45-Sieg im Viertelfinale gegen die Schwäbisch Hall Unicorns verloren die Monarchs am 26. September 2010 das Halbfinale trotz Überraschungsrückkehrer Michael Andrew in einer buchstäblichen Schlammschlacht auf dem überfluteten Ausweichsportplatz Moorteichwiese mit 0:14 bei den Kiel Baltic Hurricanes.
2011 Das folgende Jahr verlief eher durchwachsen: Nach sieben Spieltagen konnte man nur einen Sieg auf der Habenseite verbuchen. Die zweite Saisonhälfte brachte noch 5 siegreiche Begegnungen (darunter 2 Kantersiege gegen Plattling mit insgesamt 133:6 Punkten). Dennoch reichte das Verhältnis von 6 Siegen zu 8 Niederlagen nicht aus, um zum vierten Mal in Folge die Playoffs zu erreichen- man stand in der Abschlusstabelle auf dem fünften Platz. Damit endete die Spielzeit für die Königlichen erstmals seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse bereits nach der regulären Saison.
2012 Anlässlich des 20-jährigen Bestehens bestritten die Monarchs am 19. Mai 2012 ein Spiel gegen die Obic Seagulls, den sechsfachen Meister der Japanischen X-League und Rice-Bowl-Gewinner. Dieses Spiel war erst das dritte (und das erste auf Vereinsebene) zwischen einem deutschen und einem japanischen Team. Wie erwartet unterlag das deutsche Team (17:29), spielte aber teilweise auf Augenhöhe mit den Asiaten mit.
Die reguläre Saison verlief dagegen äußerst erfolgreich: Einem eher verhaltenen Start – zwei Siege (beim Aufsteiger in Lübeck und daheim gegen Düsseldorf), aber auch zwei Niederlagen gegen Kiel und eine in Düsseldorf – setzte die Mannschaft eine hervorragende weitere Saison entgegen. Nur eine Niederlage (21:39 gegen die Berlin Adler) und acht Siege ließen die Dresdner noch folgen. Damit reichte es zum dritten Tabellenplatz in der Nordstaffel mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Erzrivalen, die Berlin Adler. Somit hatte man sich erneut für die Playoffs qualifiziert und nebenbei auch noch die erfolgreichste GFL-Saison der Vereinsgeschichte gespielt. Im Viertelfinale musste man nach Mannheim zu den Rhein-Neckar Bandits. Beim Aufsteiger der Südstaffel setzten sich die Dresdner schließlich in einem abwechslungsreichen Spiel mit 31:19 durch. Im anschließenden Halbfinale bei den Baltic Hurricanes aus Kiel musste man sich wieder einmal geschlagen geben. Auch im dritten Aufeinandertreffen beider Mannschaften im Jahre 2012 agierten die Gastgeber besser und somit mussten sich die Monarchs nach einer 35:14-Niederlage im Stadion von Kilia Kiel wieder einmal vom Traum der ersten German Bowl-Teilnahme verabschieden.
2013 Nach einem sensationellen Start in die Saison 2013 (173:13 Punkte in den ersten vier Spielen) mit fünf Siegen in Folge, gab es am sechsten Spieltag in Braunschweig, bei den New Yorker Lions, die erste Niederlage für die Königlichen (17:24). Durch eine weitere Niederlage am ersten Spieltag nach der Sommerpause bei den Berlin Adlern, kamen sie offenbar ein wenig ins Straucheln. Das erklärte Saisonziel eines Playoff-Heimspiels, welches nur bei Erreichen des ersten oder zweiten Tabellenplatzes möglich war, sah man teilweise gefährdet, da die vermeintlichen Schlüsselspiele (2 mal Kiel Baltic Hurricanes, New Yorker Lions) noch aus standen. Doch für viele überraschend gewann man sowohl in Kiel (24:14), als auch eine Woche später daheim gegen die Baltic Hurricanes (28:20), was dazu führte, dass man einen Spieltag vor Saisonschluss vorzeitig den zweiten Tabellenplatz sicher hatte. Am selben Tag verloren auch die bis dahin ungeschlagenen Braunschweiger überraschend bei den Berlin Adlern, womit die theoretische Chance auf den Spitzenplatz in der Tabelle und dem damit verbundenen Titel des „Nordmeisters der GFL“ bestand. Am letzten Spieltag den Monarchs musste dafür im heimischen Heinz-Steyer-Stadion „nur“ ein Sieg gegen die Braunschweiger mit einer Differenz von 8 Punkten erzielt werden. Dies gelang aber nicht (29:37-Niederlage), wodurch die New Yorker Lions erstmals seit 2007 als Nordmeister die Regular Season beendeten. Trotzdem war die Saison- mit 11 Siegen und 3 Niederlagen sogar noch erfolgreicher, als die des Vorjahres. Der Gegner im Viertelfinale waren die Munich Cowboys, welche in der Südstaffel den vierten Platz in der Abschlusstabelle erreichten. Zum ersten Mal durften die Dresdner somit ein Playoff-Heimspiel ausrichten und gewannen dieses klar und deutlich mit 59:14 (14:7, 21:0, 10:0, 14:7). Am darauffolgenden Tag gewannen die Berlin Adler beim amtierenden Meister, den Schwäbisch Hall Unicorns, wodurch Dresden auch das Heimrecht für das kommende Halbfinale erhielt. In einem spannenden Spiel vor 2840 Zuschauern gelang den Elbestädtern die nächste Sensation. Beide Mannschaften spielten auf Augenhöhe und auch drei vergeben Extrapunkt-Versuche der Dresdner trugen dazu bei, den Spannungsbogen weit zu spannen. Zum ersten Mal in der 21-jährigen Vereinsgeschichte wurde durch das 32:21 (6:0, 13:14, 6:0, 7:7) der Einzug in den German Bowl erreicht.
Das Finale um die Deutsche Football-Meisterschaft bestritten die Monarchs am 12. Oktober 2013 gegen die New Yorker Lions, gegen welche man in der Saison zwei Mal verlor (17:24 in Braunschweig, 29:37 in Dresden), die sich am 3. Oktober mit einem 34:29-Sieg gegen die Baltic Hurricanes aus Kiel im heimischen Eintracht-Stadion durchsetzen konnten. Im German Bowl unterlagen die Dresden Monarchs den New Yorker Lions in einem absolut hochdramatischen und ausgeglichenen Spiel schlussendlich mit 34:35. Bis 2:34 Minuten vor Ende des Spiels hatten die Königlichen alle Chancen, das Spiel noch zu gewinnen. Aber es war ihnen nicht vergönnt. Runningback Trevar Deed verlor den durch den anhaltenden Regen glitschigen Ball, Braunschweig sicherte ihn und konnte damit die Spielzeit herunter laufen lassen. Zum Zeitpunkt von Deeds Fumble waren sie in aussichtsreicher Position, um mit einem Field Goal das Spiel für sich zu entscheiden.
2014 In der Saison 2014 gelang wieder der Einzug in die Playoffs und als Zweiter der Nordstaffel mit diesmal vier Niederlagen (in Kiel, in Berlin gegen die Adler sowie beide Spiele gegen Braunschweig) und acht Siegen (die Saison wurde aufgrund des Rückzugs der Hamburg Blue Devils um zwei Spiele auf zwölf Spiele verkürzt) zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ein Viertelfinale im heimischen Heinz-Steyer-Stadion. Dort wurden die Marburg Mercenaries mit 42:22 besiegt, wobei zur Halbzeit die Leistungsträger Trevar Deed und Jeff Welsh beim Stand von 42:7 bereits ausgewechselt worden waren. Anders als in der Vorsaison gelang es jedoch Südmeister Schwäbisch Hall Unicorns, sein Viertelfinale daheim gegen Kiel deutlich zu gewinnen, so dass das Halbfinale am 27. September 2014 in Schwäbisch Hall als letztes planmäßiges Spiel der Unicorns im Hagenbachstadion stattfand. Dort setzte es eine 27:33-Niederlage, so dass der Traum vom erstmaligen German-Bowl-Sieg abermals nicht in Erfüllung ging. In der neugegründeten Big6 gelang den Dresdnern nach einer knappen 10:17-Niederlage im heimischen Glücksgas-Stadion gegen die New Yorker Lions ein überraschender aber hochverdienter Auswärtssieg bei den Raiffeisen Vikings Vienna. Im Stadion Hohe Warte in Wien schlug man die favorisierten, fünfmaligen Eurobowl-Sieger mit 35:41 und sicherte sich damit den zweiten Gruppenplatz in der Gruppe A. Leider war dies nicht ausreichend um in den Eurobowl (gegen den späteren Sieger Berlin Adler) einzuziehen. Dafür hätte man acht Punkte mehr benötigt, um den Gruppenersten (New Yorker Lions) vom ersten Tabellenplatz zu stoßen. Trotzdem wurde der Sieg gegen die hochfavorisierten Vikings aber vielerorten mit Respekt gezollt.
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