miniatur|Das denkmalgeschützte Hauptportal Der Hauptfriedhof ist mit etwa 45 Hektar der größte Friedhof in Mülheim an der Ruhr. Das um 1928 von dem Architekten Theodor Suhnel erbaute und 1984–1986 restaurierte Portal steht unter Denkmalschutz. Der Hauptfriedhof ist Teil der Themenroute 23 Parks und Gärten der Route der Industriekultur.

Geschichte Nachdem der Altstadtfriedhof Anfang des 20. Jahrhunderts zu klein wurde, wurde der Hauptfriedhof 1915 auf einem ehemaligen Exerzierplatz angelegt und am 15. April 1916 eröffnet. Die Anlage wurde von den Landschaftsarchitekten Friedrich Bauer und Walter Günther aus Magdeburg geplant. Der Friedhof wurde 1924 erweitert. Im Jahr 1978 erfolgte eine erneute Erweiterung nach Plänen der Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner.

Der Hauptfriedhof heute miniatur|Blick entlang der Hauptachse zum Portal Optisch prägend ist die Hauptachse in Form einer vom Haupteingang ausgehenden 300 Meter langen Allee. Sehenswert sind auch die Waldbereiche mit exotischen Bäumen.

Der Friedhof weist seit dem 13. Juni 1996 ein Grabfeld von etwa 1000 Quadratmetern für islamische Bürger auf.

Persönlichkeiten und bedeutende Grabstätten Carl Altena, Maler Ernst Barnstein, evangelischer Pfarrer und Gegner des NS-Regimes Fritz Buchloh, Fußballspieler Wilhelm Diederichs, Politiker und Oberbürgermeister Heinrich Dinkelbach, Industriemanager Erich Endlein, katholischer Pfarrer Franz Fischer (Chemiker) Augustin Floßdorf, katholischer Pfarrer und Gegner des NS-Regimes Hans Großmann (Architekt) Elisabeth Haub, Unternehmerin, Philanthropin und Umweltschützerin Franz Hofer, NSDAP-Gauleiter von Tirol-Vorarlberg Max Kölges, Kreishandwerksmeister und Politiker Paul Lembke, Oberbürgermeister und EhrenbürgerGrabinschrift Hermann Lickfeld, Bildhauer Josef Poell, Oberbürgermeister Ernst Rasche, Bildhauer Siegfried Reda, Komponist und Kirchenmusiker Karl Schmitz-Scholl senior, Unternehmer Karl Schmitz-Scholl junior, Unternehmer Theodor Suhnel, Architekt Heinrich Thöne, Politiker und Oberbürgermeister Hans Tropsch, ChemikerArbeitsgemeinschaft der heimatkundlichen Vereine in Mülheim (Hg.): Historisch bedeutsame Persönlichkeiten der Stadt Mülheim a.d. Ruhr, Mülheim 1984 Max Vehar, Politiker Heinz Oskar Vetter, Gewerkschafter Otto Weiß, Verwaltungsjurist und Gegner des NS-Regimes Theodor Wüllenkemper, Unternehmer Karl Ziegler, Chemiker und Nobelpreisträger Kriegsgräberstätte

Lage Haupteingang: Zeppelinstraße 130 bis 136, Mülheim-Holthausen

Artenvielfalt Dieser Friedhof ist ein Hotspot der Artenvielfalt in Mülheim. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden in den Jahren von 2018 bis 2021 durch die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet insgesamt bereits 311 wildwachsende verschiedene Pflanzenarten nachgewiesen,Corinne Buch, Tobias Rautenberg, Peter Keil: Der Hauptfriedhof - ein Hotspot der Artenvielfalt. In: Stadt Mülheim an der Ruhr (Hrsg.): Mülheim an der Ruhr. Jahrbuch 2022. Mülheim an der Ruhr 2021, S. 172–186. welches im Verhältnis zur Gesamtflora Nordrhein-Westfalens ein gutes Sechstel ausmacht. Darunter befinden sich zahlreiche seltene und gefährdete Arten. Der Friedhof hat zudem aufgrund seiner Struktur- und Biotopvielfalt eine große Bedeutung für Vögel, Säugetiere (Fledermäuse) und Insekten.

Literatur Hans Weber: Bestattungsstätten Mülheims in Geschichte und Gegenwart. In: 900 Jahre Mülheim an der Ruhr: 1093–1993 (Zeitschrift des Geschichtsvereins, Heft 66), Mülheim an der Ruhr 1993, S. 521–546. Corinne Buch, Tobias Rautenberg, Peter Keil: Der Hauptfriedhof - ein Hotspot der Artenvielfalt. In: Stadt Mülheim an der Ruhr (Hrsg.): Mülheim an der Ruhr. Jahrbuch 2022. Verkehrsverein Mülheim an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 2021, ISBN 978-3-9822636-1-8, S. 172–186 (PDF, abgerufen am 21. März 2022).

Weblinks

Webseiten der Stadt Mülheim: Hauptfriedhof, Friedhofskultur und Ökologie auf den Friedhöfen - Hauptfriedhof

Einzelnachweise

Kategorie:Friedhof in Mülheim an der Ruhr Kategorie:Route der Industriekultur (Mülheim an der Ruhr)