Zwingen (schweizerdeutsch: Zwinge, [])Philipp Obrist: Zwingen BL (Laufen) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 995. ist ein Dorf und eine politische Gemeinde im Bezirk Laufen des Schweizer Kantons Basel-Landschaft.
Geographie mini|Historisches Luftbild aus 300 m von Walter Mittelholzer von 1922 Zwingen liegt im Laufental auf an der Mündung der Lüssel in die Birs. Nachbargemeinden sind Laufen, Brislach, Nenzlingen, Blauen und Dittingen.
Geschichte Erstmals wird Zwingen als Zinwigen am 14. März 1194 erwähnt, als es von Papst Coelestin III. dem Kloster Beinwil als Besitz zugesichert wurde. Ab 1312 lag es als Lehen bei den Herren von Ramstein. Im Mittelalter war vor allem die Oswaldskapelle von Bedeutung. Am 6. September 1359 legten 18 Bischöfe bei einem Treffen im Papstpalast Avignon fest, jedem Besucher der Oswaldskapelle einen Ablass von 40 Tagen zu gewähren. Ab 1459 gehörte das Dorf dem Bischof von Basel und bildete bis 1792 die Vogtei Zwingen. Von 1573 bis 1673 war der Judenacker in Zwingen Begräbnisstätte für im Bistum Basel wohnhafte Juden.
Ab 1792, nach dem Einmarsch der Franzosen, gehörte Zwingen zur Raurachischen Republik und anschliessend zum Kanton Laufen, welcher zum Département Mont-Terrible kam. 1815 wurde es durch Entscheid des Wiener Kongresses eidgenössisch und dem Kanton Bern zugeschlagen. In der Frage des Kantonswechsels des Laufentals lehnte die Gemeinde sowohl 1983 als auch 1989 den Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft ab, wurde aber beim zweiten Mal überstimmt. Der Wechsel erfolgte 1994.
Das Schloss Zwingen, welches wahrscheinlich das Motiv für den Namen des Dorfs gegeben hat, wird im Jahr 1312 zum ersten Mal erwähnt. Erbaut wurde es von den Freiherren von Ramstein. Später ging es an den Fürstbischof von Basel über. 1792 wurde das Schloss Nationalgut. Es wechselte mehrmals den Besitzer. Unter ihnen war auch die Papierfabrik Zwingen, welche einen grossen Teil der Burg abreissen liess. Die Papierfabrik Zwingen gibt es seit 1913. Bis ins Jahr 2004 war sie in Betrieb.
Der Künstler August Cueni wurde in Zwingen geboren und erhielt 1959 das Ehrenbürgerrecht von Zwingen.
Wappen Zwei gekreuzte, silberne Lilienstäbe auf schwarzem Grund. Abgesehen von den Farben, ist es identisch mit dem Wappen von Brislach. Die zwei gekreuzten Lilienstäbe waren das Wappen der Freiherren von Ramstein zu Bretzwil (vgl. auch mit den Wappen von Bretzwil, Brislach, Nunningen und Zullwil).
Wirtschaft Neben der (inzwischen geschlossenen) Papierfabrik Zwingen bieten noch viele KMU Arbeitsplätze an. Zwingen liegt im Einzugsgebiet des Wirtschaftsraums Nordwestschweiz.
Politik Gemeindepräsident ist Thomas Schmid (Mitte, Stand: 2025).
Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Zwingen: SVP 41,5 % (2019 33,4 %), SP 17,3 % (19,9 %), FDP 10,1 % (11,3 %), Mitte 18,7 % (21,7 %), Grüne 4,1 % (8,4 %), glp 4,2 % (2,6 %), EVP 2,4 % (2,6 %), EDU 0,4 % (–).
Verkehr mini|Stationsgebäude mit Güterschuppen, Bahnseite (1990) Zwingen liegt an der Verkehrsachse zwischen Basel und dem Kanton Jura. Die wichtigsten Verkehrswege sind die Hauptstrasse 18 und die Jurabahn.
Der Bahnhof wird von der Linie der S-Bahn Basel im Halbstundentakt bedient. In den Hauptverkehrszeiten gibt es Zusatzzüge zwischen Basel und Delsberg, und in den Wochenendnächten verkehren Nacht-S-Bahnen.
(Porrentruy – Delémont –) Laufen – Zwingen – Dornach-Arlesheim – Basel SBB – Pratteln – Liestal – Gelterkinden – Olten
Zwingen hat sechs Bushaltestellen und wird von zwei Postautolinien angefahren. Nur Zwingen, Schulhaus und Zwingen, Bahnhof werden von beiden bedient.
Zwingen, Schulhaus – Brislach – Breitenbach – Büsserach – Erschwil (– Beinwil – Passwang – Ramiswil-Mümliswil – Balsthal, Bahnhof) Laufen, Bahnhof – Dittingen – Blauen – Zwingen – Nenzlingen, Dorfplatz
Zwingen war einst ein wichtiger Umschlagplatz für Güter, die verbleibenden Gütergleise am Bahnhof werden seit Einstellung der Papierherstellung in der nahegelegenen Fabrik aber nur noch sehr selten befahren und nur gelegentlich noch für den Zuckerrüben- und Holzverlad genutzt.
Sehenswürdigkeiten mini|Die Kapelle St. Oswald diente im Ersten Weltkrieg als Soldatenstube
Wasserschloss Marienkirche mit den Glasfenstern von Lukas Düblin Römisch-katholische Kapelle St. Oswald alte Dorfstrasse
Persönlichkeiten
Sigismund von Roggenbach (1726–1794), Fürstbischof von Basel 1782–1794 August Cueni (1883–1966), Maler, Holz- und Linolschneider Rudolf Imhof (1940–2014), Manager und Politiker
Bilder
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Zwingen Schlossverein Zwingen Illustration von Daniel Meisner von 1625: Zwingen an der Birss; Wer dich nicht kennt, der kaũff dich ()
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Basel-Landschaft Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Basel-Landschaft
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