Julius Tittman (vollständiger Name Friedrich Julius Tittmann; * 20. August 1814 in Northeim; † 17. Januar 1883 in Göttingen) war ein deutscher Literaturwissenschaftler.o. V.: Tittmann, Friedrich Julius in der Datenbank Niedersächsische Personen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 13. Dezember 2012, zuletzt abgerufen am 3. November 2022 (gwlb.de. Neueingabe in Suchmaske erforderlich).
Leben
Familie Tittmann war der Sohn des Juristen Ernst Tittmann († 1828); seine Mutter Louise Tittmann, geborene Becker (1794–1878), wurde später Oberaufseherin an der Hoftöchterschule in Hannover und veröffentlichte 1842 ein kurzes Epos namens „Alfhilde“o. V.: Tittmann, Louise in der Datenbank Niedersächsische Personen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 13. Dezember 2012, zuletzt abgerufen am 3. November 2022 (gwlb.de. Neueingabe in Suchmaske erforderlich). über die Christianisierung der Gegend der Rhume. Sein Sohn fiel im Deutsch-Französischen Krieg 1870.
Leben Julius Tittman besuchte zunächst die Schule in Northeim und – nach dem frühen Tod seines Vaters – zwei Jahre die Schule in Holzminden und anschließend in HannoverChristoph König (Hrsg.), Birgit Wägenbaur et al. (Bearb.): Internationales Germanistenlexikon. 1800–1950. Band 3. De Gruyter, Berlin u. a. 2003, S. 1887–1888 (). das dortige Lyceum. Von Ostern 1834 studierte er an der Universität Göttingen das Fach Theologie, das er 1839 mit dem ersten theologischen Examen bestand. Dann jedoch wandte er sich verstärkt dem Studium der schönen Literatur und Ästhetik zu, möglicherweise beeinflusst durch seine Mutter, die Oberaufseherin der Hoftöchterschule war und 1842 „ein süßliches Stanzenepos“ namens Alfhilde veröffentlichte.
So unterrichtete auch Julius kurzfristig von 1839 bis 1840 an der Hoftöchterschule, nahm 1840 kurz eine Lehrstelle an der Handelsschule zu Osnabrück an. 1842 bis 1846 unterrichtete er abermals an der Hoftöchterschule in Hannover, doch der Versuch seiner Mutter, ihn durch Vermittlung zum Inspector der Hofsöhneschule zu machen, schlug fehl.
Schließlich habilitierte Tittmann an der Universität Göttingen in Literatur. 1848 bekam er dort Lehrberechtigung. Bis 1867 konnte er kaum Erfolge vorweisen. Nachdem Karl Goedeke nach Göttingen gezogen war, begann eine fruchtbare Zusammenarbeit der beiden.
Fortan schrieb Tittmann zahlreiche Werke. Dabei handelt es sich vorwiegend um biographische Studien von Autoren des 17. Jahrhunderts sowie Quellenuntersuchungen dieses und anderer Jahrhunderte. Seine Abhandlungen beziehen sich auf Jakob Ayrer, Paul Fleming, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Andreas Gryphius, Martin Opitz und andere.
Werke (Auswahl) Die Nürnberger Dichterschule. Harsdörfer, Klaj, Birken. Beitrag zur deutschen Literatur- und Kulturgeschichte des siebzehnten Jahrhunderts (= Kleine Schriften zur deutschen Literatur- und Kulturgeschichte. Band 1). Dieterich, Göttingen 1847, (). Ausgewählte Dichtungen von Martin Opitz (= Deutsche Dichter des siebzehnten Jahrhunderts. Band 1, ). Hrsg. von Julius Tittmann. Brockhaus, Leipzig 1869, (). Der abenteuerliche Simplicissimus. Von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (= Karl Goedeke, Julius Tittmann [Hrsg.]: Deutsche Dichter des siebzehnten Jahrhunderts. Band 7 und 8). Band 1 und 2. Hrsg. von Julius Tittmann. F. A. Brockhaus, Leipzig 1874, (Band 1) und (Band 2).
Literatur
Catalogus Professorum Gottingesium 1734–1962. Im Auftrag des Senats der Georgia Augusta bearb. und hrsg. von Wilhelm Ebel. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1962, S. 139 (stabikat.de). Christoph König (Hrsg.), Birgit Wägenbaur et al. (Bearb.): Internationales Germanistenlexikon. 1800–1950. Band 3. De Gruyter, Berlin u. a. 2003, S. 1887–1888 (). Edmund Goetze: Vorwort. Karl Goedeke sowie Edmund Goetze (Bearb.): Julius Tittmann †. In: Johann Rist: Johann Rist’s Leben und Dichten. Dramatische Dichtungen. F. A. Brockhaus, Dresden 1882, Kap. 2;
Einzelnachweise
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