mini|Lichter des Chilbibetriebs unterhalb des Uetlibergs mini|Ehrenmeldung Knabenschiessen 1925 Das Knabenschiessen ist ein Volksfest, das jährlich am zweiten Septemberwochenende bzw. am Wochenende vor dem Bettag in Zürich auf dem Schiessplatz Albisgüetli von Samstag bis Montag stattfindet.

Geschichte Das «Knabenschiessen», früher dialektal Chnaabeschüüsset und nicht wie heute -schüüsse genannt,Schweizerisches Idiotikon, Band VIII, Spalte 1440 f., Artikel Chnaben-Schiesset. geht auf die vormilitärische Waffenübung der Bürgerknaben zurück. Um bei diesen die Freude daran zu wecken, winkten den Schützen schon im 17. Jahrhundert Preise, dem Besten ein Taler mit drei silbernen Kettchen. Anschliessend zog die Jugend in zwei Kompanien abgeteilt mit Fahnen, Trommeln und Pfeifen durch die Stadt, wo ihnen Ehrentrünke dargeboten wurden.

Das Fest fand ursprünglich im Gebiet des heutigen Bahnhofs und des Platzspitzes statt, ab Mitte des 19. Jahrhunderts im stadtnahen Sihlhölzli. Nach der Eingemeindung von 1893 wurde es vorerst nicht mehr weitergeführt und erst 1899 am neuen Standort im Albisgüetli wieder aufgenommen.static.nzz.ch: Knabenschiessen_1.12402255.pdf (application/pdf-Objekt; 3,2 MB), Zugriff am 12. September 2011

Um 1899 fand das erste moderne «Knabenschiessen» statt, bei dem etwa 5000 Knaben im Alter von 13 bis 17 Jahren um den Titel als Schützenkönig konkurrierten. Seit 1991 sind auch Mädchen zugelassen (Schützenköniginnen gab es 1997, 2004, 2011, 2012, 2014, 2015 und 2019).

Der Termin des zweiten Septemberwochenendes setzt denjenigen der alten Zürichilbi fort, die am 11. September, dem Fest der Kirchenpatrone des Grossmünsters, Felix und Regula, stattgefunden hatte.Schweizerisches Idiotikon, Band XV, Spalte 1086, Artikel Zürich-Chilch-wîhi.

Ein mit Preisschiessen verbundenes Chnaabeschiesset gab es früher auch in Glarus und Nidwalden.

Durchführung Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen, die im Kanton Zürich wohnen und/oder zur Schule gehen. Das Startgeld beträgt 15 Franken und beinhaltet Munition und eine Bratwurst.

Der Schiesswettkampf findet vom Samstag bis Montag statt. Geschossen wird mit dem aktuellen Gewehr der Schweizer Armee auf einer Zweibeinstütze. Zurzeit ist es das Sturmgewehr 90. Jeder Teilnehmer hat einen Durchgang von fünf Schuss, die liegend aus 300 m Entfernung auf eine A-Scheibe mit 6er-Einteilung abgegeben werden. Dabei gibt es für jeden Scheibentreffer einen Punkt zusätzlich; maximal können 35 Punkte erreicht werden. Ab 28 Punkten gibt es einen Preis. Erreichen mehrere Schützen 34 oder 35 Punkte, wird der Schützenkönig am Montag im Ausstich ermittelt. Der Schützenkönig oder die Schützenkönigin erhält ein Preisgeld von 5000 Schweizerfranken (Stand 2017); weitere Schützen in den vorderen Rängen erhalten oft Waren vom Gabentisch.

In einer Klassenwertung werden die sechs besten Resultate teilnehmender Schulklassen zusammengezählt.

In der Stadt Zürich ist der Nachmittag des Knabenschiessen-Montags für das städtische Personal ein halber Freitag,Ausführungsbestimmungen zur Verordnung über das Arbeitsverhältnis des städtischen Personals (AB PR), Stadtratsbeschluss vom 27. März 2002 (mit seitherigen Änderungen), Art. 160 (online). dem sich auch viele andere Arbeitgeber anschliessen: Zahlreiche Geschäfte sind ab 13 Uhr geschlossen. Da der Stadtrat jährlich auch den Montagvormittag zum Betriebsferientag erklärt,Siehe die jeweiligen Stadtratsbeschlüsse hier. haben beispielsweise Lehrer und Schüler den ganzen Tag schulfrei.

Das Schiessen ist seit längerer Zeit gegenüber dem Chilbi-Betrieb in den Hintergrund geraten. Seit den letzten Jahren gibt es am Montag jeweils eine Happy Hour, in der Besucher auf allen Chilbibahnen eine halbe Stunde gratis fahren dürfen.

Das Knabenschiessen lockt jährlich rund 850’000 Besucher an und ist somit das grösste Zürcher Volksfest.

Bekannte Schützen 1832 verzeichnete das Zürcherische Wochen-Blatt den «Waisenknab» Alexander Rordorf als Gewinner.Zürcherisches Wochen-Blatt, Bd. 31, 30. August 1832. (google.de)

Schützenkönige und Königinnen seit Beginn des Knabenschiessens Jahr Schützenkönig Wohnort Resultat/Ausstich2026Julian ZehnderTurbenthal352025Cla MeierRichterswil 35/312024Fabio MeierGlattbrugg 34/32/332023Miro ScheiwillerMönchaltorf 352022Nils StolzOerlikon 352019Neva MenziZollikon 352018Noah AffolterWernetshausen 34/312017Jakob MartenAuslikon 352016Niel GeigerZürich 34/312015Maria GrieserMeilen 352014Milena BrennwaldNeftenbach35/32 2013Georg EidenbenzAdliswil35 2012Leila RykartErlenbach35/32 2011Leonie SchärerUster35 2010Robin HuberGuntalingen35/31 2009Yves MillerWeiningen35/32 2008Janic MikesRapperswil-Jona35/34 2007Ramon GmürZürich35/32 2006Yves MillerWeiningen35 2005Kevin HatzikiriakosZürich35/30 2004Fabienne FreyZwillikon35/34 2003Stefan BachmannZürich35/34 2002Fabian PianzolaDietikon35/31 2001Serge WeydertZürich35/32 2000Andreas AmreinZollikon35 1999Daniel KleinerMeilen35 1998Stefan GysinZumikon35 1997Rahel GoldschmidZürich35/32 1996Thomas BosshardHirzel35/33 1995Gregor MüllerZürich35/32 1994Marcel SteinerZwillikon35 1993Roman NeukomRafz35/29 1992Michael SterneckerZürich35 1991Thomas HunzikerZürich35 1990Hansjürg SpreiterZürich34 1989Philipp StirnemannZürich34 1988Werner SchulzUrdorf34 1987Andreas HollensteinKilchberg34 1986Luca BornaticoFällanden34 1985J. LeonhardsbergerZürich34 1984Christoph HäderliKilchberg34 1983Felix WittlingerZürich35 1982Eric LangnerZürich34 1981Stephan MüllerWettswil34 1980Armin SchneiterBassersdorf35 1979Felix Müller34 1978Andreas Bosshard341977Daniel Manser35 1976Franz Kluser35 1975Felix Bumbacher35 1974Rudolf Morf34 1973Jürg Herren34 1972Andreas Fischer35 1971Peter Wyss35 1970Bruno Hegglin34 1969Walter Büchi34 1968Luigi Meier35 1967Erich Kern35 1966Kurt Schellenberg34 1965Herbert Marty35 1964Bernhard Guala35 1963Hans Schmalz35 1962Herbert Ammann34 1961Kurt Fuchs34 1960Robert Wäfler34 1959Peter Frischknecht34 1958Robert Bertschinger34 1957Mathias Pult33 1956Werner Baumann34 1955Urs ArbenzZollikon34 1954Walter Meister34 1953Walter Germann34 1952Walter Müller33 1951Heinrich Landolt34 1950Georg Corrodi33 1949Ernst DietikerZürich, Kreis 633 1948Werner PagnonciniZürich, Kreis 233 1947Leonhard GuyZürich, Kreis 734 1946Erwin BühlerZürich, Kreis 533 1945Emil AmmannZürich, Kreis 1134 1944Emil EnderZH-Seebach34 1943Harry RuflinZürich, Kreis 633 1942Livio AnwanderZürich, Kreis 1034 1941Theodor AngstZürich, Kreis 633 1938Hans LuchsingerZürich, Kreis 333 1937Heinrich BaderZH-Affoltern34 1936Albert KönigAdliswil33 1935Bruno SpadaciniZürich 834 1934Edvin SommerauZürich 1032 1933Gustav SigristZürich 133 1932Walter BurkhardZürich 1132 1931Oskar SchmidZürich 633 1930Pierre DiserensKreis 733 1929Wilfried MoserZürich 232 1928Heinrich BrandenbergerZürich 232 1927Max JennyZürich 832 1926Otto HorberZürich 332 1925Willy BrunnerZürich 233 1924Otto HorberZürich 634 1923Oskar WondrakZürich 331 1922Josef Auer32 1921Oskar Weber32 1910Emil LandoltEnge35 1899Gustav BauerHottingen1756Heinrich Meister1750Rudolf Pestalutz

Literatur Adrian Bänninger: Sechseläuten und Morgestraich: Die schönsten Feste und Bräuche der Schweiz. Geschichte und Gegenwart. Diederichs, Kreuzlingen und Hugendubel, München 2007, ISBN 978-3-7205-3029-3. Schweizerisches Idiotikon, Band VIII, Spalte 1440 f., Artikel Chnabenschiesset (Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Knabenschiessen-Homepage Christoph Landolt: Chilbi und Knabenschiessen. Wortgeschichte vom 23. September 2020, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.

Einzelnachweise

Kategorie:Volksfest in der Schweiz Kategorie:Kultur (Zürich) Kategorie:Veranstaltung in Zürich Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Schweiz) Kategorie:Schützenfest