Otto Reinwald (* 23. August 1899 in Konstanz; † 1. Juli 1968 in München) war ein deutscher Schauspieler und Aufnahmeleiter.
Leben Reinwald kam im Alter von zehn Jahren zum Film. Bald erlangte er einige Popularität und wurde kurzzeitig mit Rollen in dänischen Produktionen kurz vor und während des Ersten Weltkriegs sogar ein Kinderstar (neben seinen Schwestern Grete und Hanni). In Deutschland spielte er in dem Wehrertüchtigungs- und Propagandastück Der zwölfjährige Kriegsheld 1915 die Titelrolle. Nach seiner Rückkehr aus Dänemark wirkte Otto Reinwald noch während des Kriegs mit kleinen Rollen in Harry-Higgs-Detektivfilmen mit, danach (mit Ende seiner Schulzeit) geriet er vorübergehend in Vergessenheit.
Erst ab 1923 fand Reinwald wieder Anschluss an das Filmgeschehen und konnte mit kleinen Parts vor die Kamera zurückkehren. Nach nur zwei Tonfilmen wurde seine Karriere erneut unterbrochen, der gebürtige Konstanzer seit 1933 aus rassischen Gründen von künstlerischen Betätigungen weitgehend ausgeschlossen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich Reinwald wieder beim Film etablieren. Bis Mitte der 60er Jahre wurde er jetzt fast ausschließlich als Aufnahmeleiter beschäftigt.
Filmografie Schauspieler 1913: Der Film von der Königin Luise 1913: Ein Sommernachtstraum in unserer Zeit 1913: Das geheimnisvolle X (Det hemmelighedsfulde X) 1914: Die Geschichte der stillen Mühle 1914: Im Schützengraben 1915: Fluch der Schönheit 1915: Der zwölfjährige Kriegsheld 1915: Rache! (Hævnens nat) 1915: Das Auge des Toten (Pengenes magt) 1915: Der arme Unstern (Proletardrengen) 1915: Kay und Christinchen (Filmens datter) 1915: Die Leuchtturmkatastrophe (Katastrofen i Kattegat) 1916: Fliegende Schatten 1916: Das Mysterium des Schlosses Clauden 1917: Fliegende Schatten 1917: Die Fußspur 1917: Giovannis Rache 1919: Fräulein Zahnarzt 1923: Nanon 1923: Der Narr und die Anderen 1924: Rosenmontag 1924: Die wunderlichen Geschichten des Theodor Huber 1925: Vater Voss 1925: Die freudlose Gasse 1925: Das alte Ballhaus (2 Teile) 1925: Die eiserne Braut 1925: Die Zirkusprinzessin 1927: Herbstzeit am Rhein 1927: Zwei unterm Himmelszelt 1928: Heut’ war ich bei der Frieda 1929: Es war einmal ein treuer Husar 1929: Verirrte Jugend 1929: Vererbte Triebe 1929: Die Halbwüchsigen 1930: Namensheirat 1930: Nur am Rhein 1932: Eine von uns 1954: Unternehmen Edelweiß
Aufnahmeleiter 1944: Das war mein Leben 1948: Der Apfel ist ab 1949: Tromba 1949: Hallo Fräulein 1949: Einmaleins der Ehe 1951: Das seltsame Leben des Herrn Bruggs 1951: Hanna Amon 1953: Die Junggesellenfalle 1953: Ave Maria 1954: Conchita und der Ingenieur 1954: Unternehmen Edelweiß 1955: André und Ursula 1955: Mädchen ohne Grenzen 1956: Hilfe – sie liebt mich! 1956: Rot ist die Liebe 1957: Ein Amerikaner in Salzburg 1958: Mit Eva fing die Sünde an 1958: Du gehörst mir 1959: Hubertusjagd 1959: Die Wahrheit über Rosemarie 1959: Die Nackte und der Satan 1960: Endstation Rote Laterne 1960: Der Satan lockt mit Liebe 1960: Die Rote Hand 1961: Bankraub in der Rue Latour 1965: Die fromme Helene
Literatur Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 285.
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