mini|Pfarrkirche in Türkenfeld mini|Dorfweiher in Türkenfeld Türkenfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Fürstenfeldbruck im Regierungsbezirk Oberbayern.
Geografie Die Ortschaft Türkenfeld liegt etwa 14 km südwestlich von Fürstenfeldbruck bzw. 37 km westlich von München. Mit 624 Metern über dem Meeresspiegel ist der in Türkenfeld liegende „Steingassenberg“ der höchste Punkt im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Die Gemeinde hat sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Burgholz (Weiler) Klotzau (Einöde) Peutenmühle (Weiler) Pleitmannswang (Dorf) Türkenfeld (Pfarrdorf) Zankenhausen (Pfarrdorf)
Geschichte mini|links|Das ehemalige Schloss, heute Sitz der Gemeindeverwaltung Die erste urkundliche Erwähnung von Türkenfeld stammt aus den Breves Notitiae von 749. Die Bezeichnung „Duringueld“ geht zurück auf den Personennamen „Durinc“ (frühere Form von Düring- bzw. Duringfeld, vergleiche hierzu „Thüring(er)“, mglw. ähnliche Etymologie wie bei der bayerischen Gemeinde Türkheim) und wandelte sich erst unter Einfluss der Türkenkriege zu Türkenfeld.
Die Siedlungsgeschichte reicht bis ins Neolithikum zurück, aus dem ein Hockergrab mit vermutlich schnurkeramischen Grabbeigaben stammt. Aus der Bronze- bzw. Hallstattzeit stammen rund 15 Grabhügel. Eine wahrscheinlich zerstörte Viereckschanze aus der La-Tène-Zeit liegt westlich von Zankenhausen.
Aus dem Frühmittelalter finden sich Reihengräberfelder nördlich von Türkenfeld und Peutenmühle sowie die Abschnittsbefestigung im Burgholz östlich von Burgholz.
1818 erfolgte die Gemeindebildung von Türkenfeld mit dem Gemeindeteil Klotzau. Im selben Jahr wurde Zankenhausen mit den Gemeindeteilen Burgholz, Peutenmühle und Pleitmannswang als Gemeinde gegründet. Burgholz ging 1878 an die Gemeinde Türkenfeld. Die Vereinigung der Gemeinden Türkenfeld und Zankenhausen erfolgte schließlich am 1. Januar 1972.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im Westen Türkenfelds mit dem Bau eines Außenlagers des KZ Kaufering begonnen.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 2680 auf 3914 Einwohner.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich (ohne den Ersten Bürgermeister) in der aktuellen Wahlperiode wie folgt zusammen: CSU 5 Sitze (Partei stellt den Ersten Bürgermeister Emanuel Staffler) FW 4 Sitze Bündnis 90/Die Grünen 4 Sitze Dorfgemeinschaft 3 Sitze
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Der Haltepunkt Türkenfeld liegt an der Bahnstrecke München–Buchloe und wird von der Linie S4 der S-Bahn München bedient.
Linie Linienverlauf
Türkenfeld wird durch mehrere Regionalbuslinien des MVV erschlossen.
Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen Türkenfeld – Beuern – Neugreifenberg – Greifenberg – Eching – Türkenfeld Omnibus Neumeyr Ruftaxi Fürstenfeldbruck – Alling – Schöngeising – Grafrath – Kottgeisering – Türkenfeld – Inning – Seefeld-Hechendorf – Herrsching Geldhauser
Breitband Seit 2009 bemühte sich die Kommune intensiv, die Breitbandversorgung zu verbessern. Nachdem rund 70 % der Türkenfelder Haushalte für einen Glasfaseranschluss gewonnen werden konnten, realisierte die Gemeinde zusammen mit der Partnerfirma „Unser Ortsnetz GmbH“ seit Mitte 2013 ein eigenes Glasfasernetz. Die ersten Haushalte gingen am 5. August 2013 online.Unsere Zukunft – Breitband geht uns alle an Nach Übernahme der Unser Ortsnetz GmbH wird das Glasfasernetz mittlerweile durch die Deutsche Glasfaser GmbH betrieben.
Sehenswürdigkeiten
mini|400px|Blick vom Schöneberg bei Zankenhausen nach Süden Fuggerschloss in Türkenfeld Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Türkenfeld Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Zankenhausen Frühmittelalterliche Abschnittsbefestigung im Burgholz südöstlich von Türkenfeld Aussichtspunkt Schöneberg nördlich von Zankenhausen mit Sicht über den Ammersee und die Bayerischen Alpen.
Bodendenkmäler
Bildung Türkenfeld verfügt über eine Grundschule und eine Mittelschule sowie zwei gemeindeeigene Kindergärten mit einer angeschlossenen Kinderkrippe.
Religion Die römisch-katholischen Pfarreien Mariä Himmelfahrt Türkenfeld und St. Johannes Baptist Zankenhausen gehören zur Pfarreiengemeinschaft Moorenweis/Türkenfeld im Dekanat Landsberg des Bistums Augsburg.
Die evangelisch-lutherischen Christen gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Grafrath. Nach Aufgabe der Friedenskirche im Oktober 2025 gibt es kein evangelisches Kirchengebäude mehr in Türkenfeld.
Persönlichkeiten Ally Storch (* 1976 in Schlema), Geigerin, Sängerin und Frontfrau der Progressive-Violin-Rock-/Metal-Band Ally the Fiddle, wohnt in Türkenfeld Hans Well (* 1953 in Willprechtszell, Gemeinde Petersdorf), heute wohnhaft im Ortsteil Zankenhausen, Mitglied der Biermösl Blosn und der Wellbappn Otto Göttler (* 1948 in München), Gründer des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinns und der Unverschämten Wirtshausmusik, heute wohnhaft im Ortsteil Zankenhausen Toni Mang (* 1949 in Inning am Ammersee), heute wohnhaft im Ortsteil Zankenhausen, fünffacher Motorrad-Weltmeister
Literatur Gemeinde Türkenfeld (Hrsg.): Ortschronik Türkenfeld. Türkenfeld 1994 (ohne ISBN)
Weblinks
Offizielle Homepage der Gemeinde Türkenfeld (PDF; 1,7 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Fürstenfeldbruck Kategorie:Ersterwähnung 749 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)