Der Moälven [] oder Själevadsån ist ein Fluss in der schwedischen Landschaft Ångermanland. Er bildet sich aus den drei Quellflüssen Norra Anundsjöån, Södra Anundsjöån und dem Utterån. Die Quellflüsse entspringen als Bäche in Mooren und kleinen Seen in der Gemeinde Örnsköldsvik, der längste Quellbach entspringt am Fuß des Karpsjökasen in der Gemeinde Åsele im südlichen Lappland. Der eigentliche Moälven beginnt in Bredbyn, von dort aus beträgt seine Länge ungefähr 35 Kilometer. Norra Anundsjöån und Moälven sind zusammen etwa 135 Kilometer lang. Südlich von Örnsköldsvik mündet der Fluss in den Bottnischen Meerbusen.

Aufgrund seiner vielfältigen Tierwelt mit Fischottern, Edelkrebsen und Flussperlmuscheln ist der Moälven als Reichsinteresse und Natura-2000-Gebiet besonders geschützt. Seit einem Wiederansiedlungsprojekt im Jahr 2006 leben wieder Lachse im Fluss; die ehemalige Population war in den 1950er Jahren ausgestorben.

Am Moälven und seinen Quellflüssen gab es vor allem im 18. und 19. Jahrhundert eine bedeutende Holzindustrie. Für die Flößerei wurden die Flussläufe begradigt und ausgeräumt, was teilweise noch heute sichtbar ist. Für Sägewerke und die Papierfabrik in Domsjö wurden drei Wasserkraftwerke gebaut, die bis zu 100 Jahre alt und noch in Betrieb sind.

Etymologie Der Name Moälven setzt sich zusammen aus der Vorsilbe Mo und dem schwedischen Wort älv, das ebenso wie å Fluss bedeutet. Mo stammt vermutlich von Moliden, einem Dorf, das im neunzehnten Jahrhundert entstand und früher nur Mo hieß. Mo ist wahrscheinlich von mon hergeleitet, einem alten Wort für den Oser, auf dem das Dorf erbaut wurde.

Bevor es das Dorf gab, hieß der Fluss wahrscheinlich Gena älv; alte Namen sind Genan für den Norra Anundsjöån und Anan für den Södra Anundsjöån.Lars-Erik Edlund: Från Gene till Myckelgensjö – kring ett hydronymkomplex i norra Ångermanland. 1997, S. 85. Sie entstammen dem Wort Gene, das von Geinir abstammt, im Urnordischen die Bezeichnung für die Zwischenräume in Fischernetzen, die durch ihre leicht abgerundete, längliche Form wie Buchten oder Meerengen aussahen. Es wird vermutet, dass die Fischer eine Meerenge in der Nähe der heutigen Mündung des Moälven Gene nannten; dort lag eine eisenzeitliche Siedlung, die als Gene fornby bekannt ist. Sie wurde aufgegeben, als die Durchfahrt wegen der postglazialen Landhebung verflachte.Lars-Erik Edlund: Från Gene till Myckelgensjö – kring ett hydronymkomplex i norra Ångermanland. 1997, S. 86 ff. Die Siedlung lag direkt am linken Flussufer, heute ist sie einige hundert Meter vom rechten Ufer entfernt.Durch die Landhebung wurde der Moälven in sein heutiges, weiter nördlich verlaufendes Bett gelenkt.

Der Alternativname Själevadsån wird im Gegensatz zu früher, als Själevad wichtiger als der Hauptort der Gemeinde Örnsköldsvik war, nur noch selten benutzt, da der Fluss nur ein kurzes Stück durch Själevad fließt. Die Stadt Örnsköldsvik wurde erst 1842 gegründet, in Själevad gab es schon seit der frühen Neuzeit einen Marktplatz und später eine Kirche.

Geografie Der Moälven entsteht aus drei Quellflüssen. Der Södra Anundsjöån und der Utterån entspringen in der Gemeinde Örnsköldsvik, der Norra Anundsjöån in der Gemeinde Åsele im südlichen Lappland. Auf einer Höhe von fließen der von Nordosten kommende Norra Anundsjöån und der von Osten kommende Södra Anundsjöån am Anundsjösjön zusammen und bilden den Moälven, südlich des Sees mündet der Utterån. Die Quellflüsse des Moälven sind relativ flach, teilweise gibt es kleinere Stromschnellen (schwedisch fors) und Mäander. Das Einzugsgebiet des Flusses ist in weiten Teilen nur dünn besiedelt. Neben Örnsköldsvik, der einzigen Stadt in der Region, gibt es noch die größeren Orte Bredbyn, Mellansel und Gottne. Diese haben zwischen fünfhundert und tausend Einwohner. Der Moälven durchfließt neben dem Anundsjösjön noch drei Fjärden, die Happstafjärden (manchmal Haffstafjärden genannt), die Själevadsfjärden und die Veckefjärden und mündet in Domsjö in die Meeresbucht Örnsköldsviksfjärden.Hjalmar Vallin: Moälven från källorna till havet. 1961, S. 43.Göran Sjöberg: Gideälven, Moälven, Nätraån: inventering av landskapsbild, naturvärden och förutsättningar för rörligt friluftsliv längs tre skogsälvar i Örnsköldsviks kommun. 1975, S. 90.

Utterån

Der Utterån entspringt im Stor-Uttersjön, zirka drei Kilometer nördlich von Innertällmo.Bertil Charlie Wallin: De mindre vattendragen i Västernorrlands län: en naturinventering. 1961, S. 86. Er fließt in südöstlicher Richtung, teilweise mit mäandernden Abschnitten, stürzt den Sågfallet hinunter und mündet bei Gottne in den Moälven.

Norra Anundsjöån

Der Norra Anundsjöån ist der längste der drei Quellflüsse.Bertil Charlie Wallin: De mindre vattendragen i Västernorrlands län: en naturinventering. 1961, S. 68. Er entspringt als Karpsjöbäcken aus dem Över-Karpsjön am Fuß des Berges Karpsjökasen im südlichen Lappland,Hjalmar Vallin: Moälven från källorna till havet. 1961, S. 6. durchfließt mehrere kleine Seen und vereint sich nahe Solberg mit dem Solbergsån; ab dort trägt er den Namen Norra Anundsjöån.Bertil Charlie Wallin: De mindre vattendragen i Västernorrlands län: en naturinventering. 1961, S. 68 ff. Zwischen Seltjärn und Kubbe hat der Norra Anundsjöån viele Altwasserabschnitte.Bertil Charlie Wallin: De mindre vattendragen i Västernorrlands län: en naturinventering. 1961, S. 70. Hinter Kubbe wird der Norra Anundsjöån am Kubbe kraftverk aufgestaut, kurz vor dem Anundsjösjön mündet er in den Södra Anundsjöån. Zusammen bilden sie den Moälven.Göran Sjöberg: Gideälven, Moälven, Nätraån: inventering av landskapsbild, naturvärden och förutsättningar för rörligt friluftsliv längs tre skogsälvar i Örnsköldsviks kommun. 1975, S. 85.

Södra Anundsjöån

Der Södra Anundsjöån entspringt an der Grenze zur Gemeinde Sollefteå als Bergsjöån aus dem Norra Bergsjön. Er fließt in südöstlicher Richtung am Gammelgården vorbei und heißt von dort an Södra Anundsjöån. In Bredbyn bilden der Södra Anundsjöån und der Norra Anundsjöån den Moälven.Göran Sjöberg: Gideälven, Moälven, Nätraån: inventering av landskapsbild, naturvärden och förutsättningar för rörligt friluftsliv längs tre skogsälvar i Örnsköldsviks kommun. 1975, S. 73 f.

Moälven mini|hochkant=1.9|Der Unterlauf des Moälven mit den beiden Fjärden und Själevad. Hinter dem Anundsjösjön fließt der Moälven durch die Ortschaft Mellansel. Kurz vor Gottne, wo der Utterån in den Moälven mündet, liegt der Märraforsen. Nach der Aufnahme des Utterån wird der Moälven ruhiger und fließt durch Moliden nach Gala mit Galastan, einem alten Handelsplatz. Bis dahin, einen Kilometer flussaufwärts von der Happstafjärden, fuhren früher die Segelschiffe und später Dampfer mit Passagieren sowie Fischkähne. Seit dem sechzehnten Jahrhundert gab es viele Sägewerke am Moälven. Es herrschte ein reger Verkehr mit Schleppern, die Baumstämme zu den Sägewerken und nach deren Bearbeitung zur Verschiffung nach Domsjö transportierten.Anders Nordin et al.: Moälven: båtar människor händelser. 1996, S. 18.

Hinter Gala bildet der Moälven ein kleines Delta, bevor er durch die oberste der drei Fjärden, die Happstafjärden, fließt. Bei Billsta durchfließt er den Billstasundet, eine Verengung zwischen den beiden Seen. In der Själevadsfjärden liegen drei kleine Inseln, die Prästholmarna, und an ihrem unteren Ende befindet sich der Ort Själevad mit der Hauptkirche Själevads kyrka des gleichnamigen Kirchspiels. Hier gab es seit dem sechzehnten Jahrhundert einen Marktplatz und später wurde eine Kirche auf einer Anhöhe am Fluss gebaut. Die alte Kirche wurde 1880 durch eine neue ersetzt, die 1998 zur schönsten Kirche Schwedens gewählt wurde. Die Verengung des Moälven zwischen der Själevadsfjärden und der Veckefjärden heißt Prästsundet (deutsch Pfarrersund). Seit dem Mittelalter gab es dort flussabwärts von der heutigen eine Brücke zur Kirche. Am alten Standort führt gegenwärtig die Brücke der Europastraße 4 nach Örnsköldsvik. Als die alte Brücke Mitte des neunzehnten Jahrhunderts dem immer stärker werdenden Durchgangsverkehr nicht mehr gewachsen war – vor allem im Frühjahr war sie oft unpassierbar – und verfiel, beschloss die Gemeinde eine neue zu bauen, die 1850–51 errichtet wurde. Die Kosten für die neue Brücke, etwa 40.000 riksdaler banco,Anders Nordin et al.: Moälven: båtar människor händelser. 1996, S. 120. dies entspricht 3,825 Millionen Kronen, musste die Gemeinde selbst aufbringen. Eine Bitte an den König um finanzielle Unterstützung wurde abschlägig beschieden.Anders Nordin et al.: Moälven: båtar människor händelser. 1996, S. 119 f.

Am unteren Ende der Veckefjärden liegt das Wehr Veckedammen, das Ende der 1930er Jahre gebaut wurde, um das Eindringen von Meerwasser in die Fjärde zu verhindern. Dort wird das Wasser für die Cellulosefabrik entnommen, und über eine Rohrleitung durch Hörnett nach Domsjö gepumpt. Am Veckedammen gibt es zwei Schleusen; eine kleine für Freizeitboote, die von der Fabrik aus ferngesteuert wird, und die alte Holzschleuse, mit einer Länge von 245 Metern die längste Schleuse Schwedens. Die Länge war notwendig, damit Schlepper mit ihren oft über 100 Meter langen Flößen komplett hineinpassten. Seit dem Ende der Flößerei in den 1950er Jahren wird die Holzschleuse nur noch selten benutzt, im Frühjahr und Herbst ist sie geöffnet, damit die Fluten des anschwellenden Moälven nicht behindert werden.Anders Nordin et al.: Moälven: båtar människor händelser. 1996, S. 118. Nach dem Wehr fließt der Moälven ungefähr drei Kilometer zwischen Domsjö und Hörnett, bis er in die Örnsköldsviksfjärden und damit in den Bottnischen Meerbusen mündet.Hjalmar Vallin: Moälven från källorna till havet. 1961, S. 42.

Geologie Die Stromtäler des Moälven und seiner Quellflüsse bestehen hauptsächlich aus Schluff und Lehm, die umliegenden Gebiete aus Moränen; anstehendes Gestein ist Granit und Gneis. Die Ablagerungen entstanden während und nach der Weichsel-Kaltzeit, als Gletscherflüsse große Materialmengen mit sich trugen und noch sichtbare Deltas und Oser bildeten. Die Hällåsen (Oser), das Kubbeåfältet (Delta) am Norra Anundsjöån und die Bergsjöåsen (Oser) am Södra Anundsjöån sind gut erhaltene Zeugnisse der eiszeitlichen Aktivitäten und von hohem geologischen Wert.Bertil Charlie Wallin: De mindre vattendragen i Västernorrlands län: en naturinventering. 1961, S. 72 und 80 f.

Hydrologie mini|Wassereinzugsgebiet des MoälvenDie Karte wurde auf Grundlage von Göran Sjöberg: Gideälven, Moälven, Nätraån: inventering av landskapsbild, naturvärden och förutsättningar för rörligt friluftsliv längs tre skogsälvar i Örnsköldsviks kommun. 1975, S. 64 f., 76 f. und 90 f. erstellt. Das Wassereinzugsgebiet des Moälven und seiner Quellflüsse hat eine Fläche von zirka 2300 Quadratkilometern. Im Landesinneren besteht es aus einem Großteil der Gemeinde Örnsköldsvik, bevor es zum Meer hin schmaler wird. Die Quellflüsse des Moälven werden von vielen kleinen, in Mooren entspringenden Bächen gespeist. In seinem Unterlauf verbreitert sich der Fluss in die Fjärden und hat dort eine geringe Strömungsgeschwindigkeit. Deshalb kommen Überschwemmungen praktisch nie vor. Ein anderer Grund dafür ist die hohe Speicherkapazität des Bodens im Einzugsgebiet; bei starken Regenfällen wird das Wasser im Boden gebunden anstatt abzufließen.Göran Sjöberg: Gideälven, Moälven, Nätraån: inventering av landskapsbild, naturvärden och förutsättningar för rörligt friluftsliv längs tre skogsälvar i Örnsköldsviks kommun 1975, S. 85 f.