mini|hochkant=0.9|Stephansposching: Rathaus
Stephansposching ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt südlich der Donau im Gäuboden und ist die westlichste Gemeinde des Landkreises Deggendorf. Der Ort Stephansposching liegt direkt gegenüber Mariaposching am Ufer der Donau.
Gemeindegliederung Es gibt 20 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Geschichte Die älteste örtliche Siedlung aus der zweiten Hälfte des 6. Jahrtausends vor Christus gehört zur Kultur der Linienbandkeramik. Sie ist durch umfangreiche Ausgrabungen dokumentiert. Der Name des echten ing-Ortes stammt aus der Zeit der Bajuwaren. Im Jahre 790 wird Pasuhhinga im Breviarium Urolfi von Kloster Niederaltaich genannt, möglicherweise ist dabei allerdings nicht Stephansposching, sondern das nördlich der Donau gelegene Mariaposching gemeint.
Seinen endgültigen Namen erhielt der Ort, als er in den Besitz des Domstifts Passau kam, dessen Kathedralpatron der heilige Stephanus ist. Waltherus de Poschingen um 1155 ist der erste bekannte Passauer Ministeriale in Stephansposching. Im Jahre 1216 war Stephansposching in den Händen der Grafen von Bogen, die urkundlich bekannten, dass sie diesen Besitz vom Bischof von Passau als Lehen erhielten. Nach dem Aussterben der Grafen von Bogen im Jahre 1242 ging der Besitz über an die Herren von Degenberg. Nach deren Aussterben 1602 wurde die geschlossene Hofmark 1606 vom bayerischen Herzog erworben. Sie befand sich im Gebiet des Gerichtes Natternberg und blieb bis zur Neuorganisation im 19. Jahrhundert landesherrlicher Besitz.
Im Zuge der Umsetzung der bayerischen Gemeindeedikte wurde aus der ehemaligen Obmannschaft unter Einbeziehung weiterer ehemaliger Obmannschaften der Steuerdistrikt Stephansposching gebildet, aus dem nach 1818 die Gemeinde Stephansposching hervorging.
Eingemeindungen Am 1. Juli 1971 wurde Michaelsbuch zusammen mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Steinkirchen zur neuen Gemeinde Michaelsbuch zusammengeschlossen. Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Michaelsbuch mit der Gemeinde Rottersdorf in die Gemeinde Stephansposching eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2568 auf 3176 um 608 Einwohner bzw. um 23,7 %.
Politik Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist Jutta Staudinger (CSU), die am 30. März 2014 mit 53,95 % der gültigen Stimmen gewählt wurde. Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 wurde Staudinger ohne Gegenkandidat mit 90,8 Prozent wiedergewählt. Ihr Vorgänger war Siegfried Ramsauer (CSU). 2. Bürgermeister ist Anton Hafner (FWG).
Gemeinderat Die Werte geben die Sitzverteilung (in Klammern das prozentuale Wahlergebnis) wieder: CSU FWG SPD UBS AGL gesamt 2020 7 (44,08 %) 4 (24,07 %) 3 (19,05 %) 2 (12,8 %) – 16 2014 5 (31,25 %) 4 (25 %) 3 (18,75 %) 2 (12,5 %) 2 (12,5 %) 16
Wappen
Partnergemeinden mini|Hinweisschild auf die Partnergemeinde vor dem Rathaus in Stephansposching Seit dem 7. August 1991 besteht eine Ortspartnerschaft mit der Gemeinde Glaubitz im Landkreis Meißen in Sachsen. Im Partnerschaftsvertrag heißt es: Die Partnerschaft hat das Ziel, auf breiter Grundlage die Bürger beider Gemeinden zusammenzuführen und freundschaftlich miteinander zu verbinden. Es soll gemeinsames Bestreben sein, die geknüpften Freundschaftsbande dauerhaft auf alle dazu geeigneten Lebensbereiche auszuweiten.725 Jahre Glaubitz 1271 – 1996 Festschrift, S. 15.
Persönlichkeiten Therese Frohnhöfer (1908–1987), Landwirtin und Politikerin
Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Stephanus Durch das Gemeindegebiet von Stephansposching führt der Radwanderweg Via Danubia.
Im Gemeindeteil Stephansposching befand sich eine der letzten Gierseilfähren der bayerischen Donau, die Donaufähre Mariaposching–Stephansposching, welche neben vielen Fahrradfahrern im Sommer auch Autos und LKWs transportierte (siehe Verkehr).
Zentral im Ort liegt auch die Pfarrkirche Stephansposching, die zur Pfarrei Stephansposching-Michaelsbuch gehört.
Der Gemeindeteil Stephansposching ist reich an Gräber- und Skelett-Funden aus der Jungsteinzeit, die bis ins 6. vorchristliche Jahrtausend zurückreiche. 2008 wurde eine Kreisgrabenanlage in Uttenhofen entdeckt.Florian Eibl u. a.: Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage von Stephansposching, Lkr. Deggendorf. In: Karl Schmotz (Hrsg.): Vorträge des 28. Niederbayerischen Archäologentages. Rahden/Westf. 2010, S. 165ff. (Digitalisat). Auch andere Gemeindeteile Stephansposchings sind archäologisch bedeutsam.
Verkehr Die nächstgelegenen Zusteigemöglichkeiten für den Bahnverkehr befinden sich in Plattling und Straßkirchen, da der Bahnhof Stephansposching an der Bahnstrecke Passau–Obertraubling im Mai 1988 stillgelegt wurde.
Die Donaufähre von Mariaposching nach Stephansposching ging 1870 in Betrieb. 1927 wurde der Fährkahn erneuert.Fähre Mariaposching, Pressebericht Süddeutsche von 2014 Sie führt zum gegenüberliegenden Mariaposching und ermöglichte Ausflüge in den Bayerischen Wald, nach Metten oder zum Bogenberg bei Bogen.
Die Donaufähre Mariaposching–Stephansposching, ehemals in privater Hand befindlich, wurde seit 1981 gemeinsam von den beiden Landkreisen Straubing-Bogen und Deggendorf unter der Federführung des Landkreises Straubing-Bogen betrieben.Fähre Mariaposching Information Nach einer Havarie im April 2016 wurde der Betrieb eingestellt. Eine Motorfähre als Ersatz lief am 6. Dezember 2018 in Remagen vom Stapel.
Sonstiges Am östlichen Rand des Gemeindegebiets, kurz vor dem Natternberg, befindet sich der Flugplatz Deggendorf mit Restaurant.
Fotos
Luftbildaufnahmen von Stephansposching (August 2009)
Literatur Via Danubia, Radeln auf den Spuren der Römer, Hohenwart 2001 (Galli Verlag) Ein Bilderreise durch den Landkreis Deggendorf, hrsg. vom Landratsamt Deggendorf, 2002, ISBN 3-00-008866-0 Dieter Vogel (Hrsg.): Der Gäuboden, Heimatbuch, Vilsbiburg 1996, ISBN 3-9804048-2-X Klaus Rose: Deggendorf (= Historischer Atlas von Bayern). Altbayerische Reihe I, Heft 27, München 1971 (Digitalisat).
Weblinks
Gemeinde Stephansposching
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Deggendorf Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Bayern Kategorie:Bayerisches Alpenvorland Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)