miniatur|Drachentöterhaus und Georgspassage miniatur|Das Gebäude in einer Ansicht von 1902 aus: Moderne Neubauten, 4. Jg., Stuttgart 1902
Das Drachentöterhaus in Hannover ist ein 1900 bis 1901 errichtetes Geschäftsgebäude in der Georgstraße 10Gerd Weiß: Georgstraße. In: Denkmaltopographie … auf Höhe des Schillerdenkmals.Foto des Schillerdenkmals vor dem Drachentöterhaus Die denkmalgeschützte, reichverzierte Sandsteinfassade des Hauses ist vor allem bekannt durch die über der Georgspassage von Werner Hantelmann nahezu vollplastisch gehauene Figur des Heiligen Georg als Drachentöter.Helmut Knocke, Hugo Thielen: Georgstraße 10. In: Hannover. Kunst und …
Geschichte Ab 1900 Nach dem Durchbruch durch die alten Häuserreihen 1897 zur Anlage der Heiligerstraße und der LimburgstraßeHelmut Zimmermann: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 110, 161 errichteten die Architekten Hermann Schaedtler und Karl Hantelmann an der Ecke zur GeorgstraßeHugo Thielen: Hantelmann, Werner. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 269. einen größeren Gebäudekomplex, der mit der Georgspassage eine zusätzliche Verbindung schuf zu den beiden jüngeren Straßen. Der Komplex entstand dabei an Stelle des vormals durch Johann Heinrich Daniel HolekampHannoversche Geschichtsblätter, 1934, Heft 3–4, S. 49; errichteten ersten Wohnhauses überhaupt an der Georgstraße.Harold Hammer-Schenk: Georgstraße; in Harold Hammer-Schenk, Günther Kokkelink (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert. (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...) Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, hier: S. 246–250, vor allem S. 249.
Das heutige Drachentöterhaus nutzte ursprünglich das Einrichtungshaus „Louis Fuge, Möbel, Decoration“Foto von 1902 und wurde daher auch Fugesches, in alter Schreibweise Fuge’sches Haus genannt, aufgrund der Skulptur des Heiligen Georgs aber auch Georgshaus.Friedrich Lüddecke: An der Goseriede. In: Hannover wie es damals war. Bilder und Begegnungen um das Jahr 1900. Verlag A. Madsack, Hannover 1964, S. 10ff. Über dem giebelständigen Gebäudekomplex, dessen Drachentöterhaus einen stilistischen Übergang nach rechts zu dem nicht erhaltenen „Haus Biermann“ bildete, erhob sich ein höherer, zurückgesetzter Schmuckturm als städtebauliche Dominante an der platzartigen Erweiterung der Georgstraße durch die Kreuzung mit der Schillerstraße/Ecke Limburgstraße,Ansichtskarte 838A von Karl F. Wunder Diese Platzerweiterung wurde noch verstärkt durch die einmündende KanalstraßeStraßenskizze im Adressbuch der Stadt Hannover von 1942 sowie die vom (späteren) Anzeiger-Hochhaus direkt auf den Turm zulaufende (heute nicht mehr vorhandene) Nordmannstraße.Foto durch die Nordmannstraße auf den Turm des Komplexes
Der Turm als Anziehungspunkt miniatur|Um 1901: Der Turm über dem Komplex Haus Biermann und DrachentöterhausAnsichtskarte Nummer „837A“ von Karl F. Wunder
Der über den Dächern des Gebäudekomplexes Drachentöterhaus und Haus Biermann thronende Turm hatte nicht nur zierende Funktion, sondern setzte als städtebauliche Dominante ein weithin sichtbares Zeichen: Dies zeigt ein Vergleich zweier Ansichten vor und nach dem Jahrhundertwechsel, vor und nach dem Bau des Häuserkomplexes. Für die beiden folgenden Aufnahmen – andere wären möglich – postierte sich der Fotograf Karl F. Wunder am nahezu gleichen Standpunkt am Kröpcke mit gleichem Blick in Richtung Steintor:
miniatur|Georgshaus (ganz links), auf dem Platz in der Mitte steht heute das Schillerdenkmal Der auf der jüngeren Ansicht zusätzlich hinzugekommene Turm an der Georgstraße/Ecke Große Packhofstraße (im Vordergrund links) wird als derjenige des Sprengel-Hauses um 1910 datiert; Architekten dieses Gebäudes unter der (heutigen) Adresse Georgstraße 22 waren „Riesle und Rühling“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg Das 1921 in Hannover gegründete Einzelhandelsunternehmen „W.O.P. Oberpottkamp“ für Elektrogeräte, Fahrräder und "alles um die Musik" des Kaufmanns Wilhelm Oberpottkamp hatte nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Hauptsitz im Drachentöterhaus. Es wurde 1966 übernommen durch den Werkzeughändler Ernst Brinkmann, der Jahrzehnte zuvor 1929 in Hamburg sein Handelshaus für Radios und Elektrogeräte gegründet hatte. Brinkmann baute das Drachentöterhaus mehrfach um und erweiterte seine Verkaufsfläche auf rund 7.500 m², um im Technischen Kaufhaus Brinkmann dann als „Deutschlands größtes Technisches Kaufhaus“ elektrische Geräte für jedweden Haushalts- und Spielbedarf sowie Porzellan anzubieten. Konjunkturelle Einbrüche sowie das Missmanagement der Hamburger Zentrale führten jedoch 2001 unter anderem auch zur Schließung des erfolgreich arbeitenden Hauses in der Georgstraße.Waldemar R. Röhrbein: Brinkmann, Technisches Kaufhaus. In: Stadtlexikon Hannover, S. 85
In der Folge wurde das Gebäude von einer Tochter der Centrum Holding Deutschland aus Düsseldorf gekauft, die in Hannover unter anderem auch das Kröpcke-Center erworben hatte, und vermietete das Drachentöterhaus an die Kette Lehmanns Media, die hier seitdem Bücher und Medien verkauft.Conrad von Meding: In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 24. September 2008
Im März 2016 eröffnete die Drogeriemarktkette Rossmann hier ihre 2000. und zugleich größte europäische Filiale.. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 3. März 2016
Literatur Gerd Weiß: Georgstraße. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1983, ISBN 3-528-06203-7, S. 68f. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen, Niedersachsen, bearb. v. Gerd Weiß unter Mitarb. v. K. Eichwalder, P. Hahn, H.-Chr. Hoffmann, R. Karrenbrock, Roswitha Poppe. Deutscher Kunstverlag, 2. Aufl., München 1992, S. 351, 638 Helmut Knocke, Hugo Thielen: Georgstraße 10. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 121
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk des Historismus in Hannover Kategorie:Baudenkmal in Hannover Kategorie:Erbaut 1901 Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Georgstraße