60px|Regia MarinaPilo-Klasse350px Ippolito Nievo 1929 ÜberblickSchiffstyp: cacciatorpediniere Zerstörer1929: torpediniere Torpedoboot1952: dragamine MinensucherEinheiten: 8Bauwerften: 6: Odero, Sestri Ponente/Genua2: Pattison, NeapelKiellegung: August 1913 bis Januar 19141. Stapellauf: 12. November 1914 Francesco Nullo1. Indienststellung: 1. Mai 1915 Nullo Einsatz bis: 1958Technische DatenVerdrängung: 770 ts zuletzt 615 ts Standard 912 ts zuletzt 645 ts maximalLänge: 73,0 m ü.a., 72,5 m pp.Breite: 7,3 mTiefgang: bis 2,7 m Antrieb:4 Thornycroft-Kessel2 Tosi-Turbinen16.000 (14800) PSTreibstoffvorrat: 150 t ÖlGeschwindigkeit:30 (29) knReichweite:2.000 sm bei 14 knBesatzung: 68–79Bewaffnung: 6 × 76-mm-L/40-Geschütze4 × 457-mm-Torpedorohre 10 SeeminenBewaffnung ab 1921: 5 × 102-mm-L/35-Geschütze2 × 40-mm-L/39-Geschütze2 × 6,5-mm-L/80-Maschinengewehre4 × 457-mm-Torpedorohre 10 SeeminenBewaffnung ab 1941: 2 × 102-mm-L/35-Geschütze6 × 20-mm-Breda-Maschinenkanonen2 × 457-mm-Torpedorohre2 × Wasserbomben-WerferBewaffnung ab 1952: 1 × 102-mm-L/30-Geschütz2–4 × 20-mm-Maschinenkanonen2 Wasserbomben-Werfer
Die Pilo-Klasse war eine Klasse von acht verhältnismäßig kleinen Zerstörern der italienischen Regia Marina. Sie war die erste von vier in den Jahren von 1913 bis 1919 gebauten Klassen von Booten nahezu gleicher Größe, die sich nur hinsichtlich ihrer Bewaffnung unterschieden. Auf die acht Boote der Pilo-Klasse von 1913 folgten die Sirtori-Klasse von 1916 mit vier Booten, die La-Masa-Klasse von 1916 mit acht Booten und schließlich die Cantore- oder auch Generali-Klasse von 1919 mit sechs Booten. Sie alle verdrängten zwischen 615 und 709 Tonnen (standard), waren 73–73,5 m lang und 7,3 m breit und hatten drei Schornsteine. Alle vier Klassen wurden am 1. Oktober 1929 zu Torpedobooten umklassifiziert.
Technische Daten Die Pilo-Klasse war eine Weiterentwicklung der Indomito-Klasse von 1912, den ersten italienischen Zerstörern mit Turbinen-Antrieb, durch die Werft Odero. Ihre Hauptartillerie war von einheitlichem Kaliber, und die Reichweite war durch eine größere Bunkerkapazität erhöht. Sieben Boote der Klasse wurden 1913 auf Kiel gelegt, das achte im Januar 1914. Sechs Boote wurden bei Cantieri Odero in Sestri Ponente gebaut, die beiden anderen bei Cantieri Pattison in Neapel. Die Indienststellung erfolgte in den Monaten Mai 1915 bis Januar 1916.
Die Boote waren 73,0 m lang (72,5 m in der Wasserlinie) und 7,3 m breit und hatten maximal 2,7 m Tiefgang. Ihre Wasserverdrängung betrug 770 t (standard) und 912 t (maximal). Die Maschinenanlage bestand aus vier ölbefeuerten Thornycroft-Kesseln und zwei Tosi-Dampfturbinen, die 16.000 PS lieferten; bei der Antonio Mosto und der Francesco Nullo, die bei der Cantiere Pattison in Neapel gebaut worden waren, waren es lediglich 14.800 PS. Die Schiffe hatten zwei Wellen. Die Höchstgeschwindigkeit bei Indienststellung war 30 Knoten (bei der Antonio Mosto und der Francesco Nullo waren es 29 Knoten), war jedoch zu Beginn des Zweiten Weltkriegs auf nur noch 25 Knoten gesunken. Die Bunkerkapazität betrug 150 Tonnen Öl, die Reichweite 1200 Seemeilen bei einer Marschgeschwindigkeit von 14 Knoten. Die Besatzung zählte 69 bis 79 Mann.
Bewaffnung Die Einheiten der Pilo-Klasse waren ursprünglich mit sechs 76-mm-L/40-Kanonen-M.1897 von Ansaldo und vier einzelnen Torpedorohren bewaffnet. Von den Kanonen waren zwei zur Luftabwehr vorgesehen. Dazu konnten die Schiffe bis zu zehn Seeminen tragen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die 76-mm-Geschütze gegen fünf 102-mm-L/35-Kanonen-M.1914 Schneider-Armstronghttp://www.navweaps.com/Weapons/WNIT_4-35_m1914.htm bis 1925 getauscht. Dazu kamen zwei 40-mm-Kanonen-L/40 von Vickers-Terni zur Flugzeugabwehr und zwei 6,5-mm-Mannlicher-Carcano-MGs (umgerüstete Colt-Browning M1895) an Bord. Ab Oktober 1929 wurden die Einheiten der Pilo-Klasse und die vorgenannten ähnlichen Klassen als Torpedoboote klassifiziert.
1941/42 wurde die Bewaffnung der fünf noch verbliebenen Boote der Pilo-Klasse modifiziert, indem die Anzahl der 10,2-cm-Geschütze und Torpedorohre zugunsten verstärkter Flak-Bewaffnung reduziert wurde. Sie bestand dann aus zwei 10,2-cm-Kanonen und sechs 20-mm-L/65-Flak von Breda sowie zwei 45-cm-Torpedorohren und zwei Wasserbombenwerfern.
Drei Boote überstanden den Krieg. Die Rosolino Pilo wurde 1954 ausgemustert und abgewrackt. Die Giuseppe Cesare Abba und die Antonio Mosto wurden 1953 als Schnelle Minensucher umklassifiziert und entsprechend umgerüstet. Mit zwei Booten der La Masa-Klasse wurden sie als Giuseppe Cesare Abba-Klasse bezeichnet. Die Bewaffnung der noch im Dienst verbliebenen Boote bestand aus einem 102-mm-L/30-Geschütz und zwei (später vier) 20-mm-Oerlikon-Maschinenkanonen sowie zwei Wasserbomben-Werfern. Dazu besaßen diese Boote nun Radar und ein Minenräumgeschirr.
Einsatzgeschichte Als Italien am 24. Mai 1915 auf Seiten der Entente Weltkriegsteilnehmer wurde, war die Francesco Nullo als erstes Boot der Klasse gerade einige Wochen im Dienst beim 1. Zerstörergeschwader in Brindisi neben Animoso, Audace, Ardente, Ardito. Diese Zerstörer waren zwischen 1912 und 1914 bei Orlando in Livorno entstandene Varianten der Indomito-Klasse. Bis zum Jahresende kamen mit Rosolino Pilo, Giuseppe Cesare Abba, Antonio Mosto, Ippolito Nievo und Simone Schiaffino noch fünf weitere Boote der Klasse in Dienst. 1915 Am 6. August 1915 rammte Pilo das österreich-ungarische U-Boot SM U 12 im Golf von Venedig. Das schwerbeschädigte U-Boot sank zwei Tage später nach einem Minentreffer mit der gesamten Besatzung; U 12 war das erste k.u.k. U-Boot, das im Krieg verloren ging. Am 12. August 1915 wurde das SM U 3 nach einem erfolglosen Torpedoangriff vom italienischen Hilfskreuzer Città di Catania (1910, 3355 BRT) östlich von Brindisi gerammt und am Sehrohr beschädigt. Tauchunfähig versuchte U 3 in Richtung dalmatinische Küste zu entkommen. Die alarmierten Zerstörer Abba, Mosto und die französische Bisson suchten das U-Boot in drei Sektoren. U 3 wurde am Nachmittag des 13. August von der Bisson entdeckt und durch Artilleriefeuer versenkt, da der Kommandant eine Kapitulation ablehnte. Die italienischen Zerstörer trafen erst nach der Versenkung ein.
Am 6. Dezember 1915 gehörte die im Oktober in Dienst gekommene Nievo unter dem Kommando des Prinzen Ferdinando di Savoia (1884–1963) zur Sicherung eines Truppentransports von Tarent nach Valona mit den Scouts Quarto und Guglielmo Pepe, dem Hilfskreuzer Città di Catania, den Minenlegern Partenope und Minerva, dem Zerstörer Borea sowie den Schwesterschiffen Abba und Nullo. Auf vier Transportern wurden 6700 Mann mit 1200 Tieren überführt. In der Nacht zum 12. Dezember geleitet die im November in Dienst gekommenen Schiaffino mit der Ardito zwei Transporter mit Versorgungsgütern von Brindisi nach Durazzo, die von den Zerstörern nach Entladung auch zurückbegleitet wurden.
Um Mitternacht am 28. Dezember 1915 verließen der Rapidkreuzer Helgoland und fünf Zerstörer der Tátra-Klasse Kotor. Gegen 2.30 Uhr trafen sie auf das französische U-Boot Monge und versenkten es. Vier Zerstörer beschossen Durazzo, um den Rückzug der italienischen Truppen Richtung Vakona zu verhindern. Da sie jedoch von zwei Geschützen außerhalb der Stadt gezielt beschossen wurden, zogen sie sich zusammen zurück und gerieten dabei in ein Minenfeld. Der Zerstörer Lika sank, die Triglav wurde schwer beschädigt und von der Tatra in Schlepp genommen. Unter dem Schutz von Helgoland und den Zerstörern Csepel und Balaton zogen sich die Österreicher in Richtung Kotor zurück. Als die Nachricht von dem feindlichen Angriff Brindisi erreichte, liefen die Kreuzer Dartmouth, Quarto, Nino Bixio und Weymouth mit fünf französischen und vier italienischen Zerstörern (Abba, Pilo, Mosto, Nievo der Pilo-Klasse) aus, um den Rückzug der österreichischen Marine-Gruppe zu verhindern. Um 13:00 Uhr sichteten Dartmouth, Quarto und die französischen Zerstörer die Österreicher, die nun die schwerbeschädigte Triglav aufgaben und Richtung Westen zu entkommen suchten. Unter Ausnutzung der Dunkelheit liefen Helgoland und die drei Zerstörer dann nach Nordwesten bis vor Bari und entkamen dann nach Sebenico.
1916 Im Jahr 1916 sicherten die Zerstörer der Pilo-Klasse zusammen mit anderen italienischen und französischen Zerstörern und britischen Kreuzern Geleitzüge nach Albanien. Außerdem sicherten die Zerstörer Einsätze leichter Einheiten entlang der dalmatinischen Küste.
Am 3. Mai 1916 gingen Nullo und Giuseppe Missori mit den Scouts/esploratori Pepe und Cesare Rossarol der Poeri-Klasse in See, um die Zerstörer Zeffiro und Fuciliere zu sichern, die vor Sebenico eine Minensperre verlegten. vor der Küste entdeckten die sichernden Italiener vier Zerstörer der Huszár-Klasse und sechs K.u.k.-Torpedoboote auf dem Weg nach Pula. Die Italiener versuchten die österreich-ungarischen Boote einzuholen, wehrten die Angriffe von drei Seeflugzeugen ab und gaben die Verfolgung auf, als aus Pula Unterstützung für den verfolgten Verband auslief. Nach ähnlichem Muster liefen viele Vorstöße der italienischen Zerstörer ab, deren Geschwindigkeit selten genügte, um feindliche Einheiten vor dem Eingreifen von Verstärkungen zu stellen.
Am 2. August 1916 gelangt es dem britischen Kreuzer Liverpool, dem italienischen Kreuzer Nino Bixio und den italienischen Zerstörern Nievo, Pilo, Abba, Mosto, Ardente und Indomito die österreich-ungarische Kampfgruppe zu stellen, die Molfetta beschossen hatten. Nach einem 45-minütiges Feuergefecht konnten die k.u.k. Zerstörer Warasdiner und Wildfang und der sie sichernden Rapidkreuzer Aspern ohne Schäden oder Verluste entkommen. mini|Die französische Bouclier, Typschiff der gleichnamigen Klasse Am späten Abend des 22. Dezember 1916 verließen Abba, Pilo und Nievo Brindisi um bei Kap Rodoni vier Zerstörer der Huszàr-Klasse (Scharfschütze, Dinara, Reka und Velebit) zu stellen, die gegen die Otranto-Sperre vorgestoßen waren. Nach einem Gefecht mit den französischen Zerstörern Casque, Commandant Riviére, Boutefeu, Dehorter und Bory der Bouclier-Klasse sowie der Protet waren die K.u.k.-Zerstörer auf dem Rückweg nach Kotor. Die italienischen Zerstörer fanden die Angreifer nicht, trafen aber auf den französischen Verband. Die Alliierten konnten ihre Manöver nicht richtig koordinieren: Casque kollidierte mit der Abba und die Boutefeu konnte zwar Pilo und Nievo ausweichen, um dann von Abba gerammt zu werden. Die drei beschädigten Schiffe erreichten Brindisi.Halpern: World War I, S. 162
1917 mini|Die Dartmouth, Flaggschiff der Alliierten Als der Nacht zum 15. Mai 1917 österreich-ungarische Einheiten die Otranto-Sperre angriffen, kam es am Tag zum größten Gefecht zwischen Einheiten der Entente und den sich zurückziehenden Einheiten der k.u.k. Kriegsmarine. Zu den alliierten Einheiten, die in den frühen Morgenstunden Brindisi verließen, um die Angreifer zu stellen, gehörten neben den britischen leichten Kreuzern Dartmouth und Bristol auch die Pilo, Schiaffino und Mosto der Pilo-Klasse.Halpern: World War I, S. 163 Das Verfolgungsgefecht gegen die Rapidkreuzer Saida, Helgoland und Novara wurde von der Dartmouth fast allein geführt, da die französischen und italienischen Zerstörer Mühe hatten, dem britischen Kreuzer und den sich zurückziehenden Österreichern zu folgen und meist auch außerhalb ihrer eigenen Waffenreichweite blieben, um eingreifen zu können. Lediglich die Giovanni Acerbi der Sirtori-Klasse geriet in der Schlussphase in den Feuerbereich der Rapidkreuzer, da sie das Rückzugssignal des italienischen Befehlshabers nicht erkannte. weiteres siehe Seegefecht in der Straße von Otranto mini|links|Der Rapidkrezer Helgoland