Edwin George Morgan FRSE OBE (* 27. April 1920 in Glasgow; † 17. August 2010 ebenda) war ein schottischer Dichter und Literaturkritiker, der 1968 den Cholmondeley Award sowie 2000 die Queen’s Gold Medal for Poetry erhielt. 2004 wurde er Poet Laureate von Schottland (Scots Makar).

Leben mini|Gedicht von Morgan auf einem Bürgersteig in Glasgow Nach dem Schulbesuch studierte Morgan an der University of Glasgow und leistete nach vorheriger Kriegsdienstverweigerung während des Zweiten Weltkrieges seinen Ersatzdienst im Royal Army Medical Corps. Zu dieser Zeit verfasste er seine ersten Gedichte. Nach Ende des Krieges wurde er 1947 Assistant Lecturer für Anglistik an der University of Glasgow.

Zu Beginn der 1950er Jahre begann er seine literarische Tätigkeit und veröffentlichte 1952 sowohl mit The Vision of Cathkin Braes einen ersten eigenen Gedichtband als auch eine Übersetzung des epischen Heldengedichts Beowulf. Während seine erste lyrischen Arbeiten eher introvertiert und düster wirkten, strahlten spätere Arbeiten zunehmend Optimismus aus und verarbeiteten wie in A Second Life (1968) auch die eigene Homosexualität. 1968 wurde er mit dem Cholmondeley Award ausgezeichnet.

1975 übernahm er eine Professur für Anglistik an der University of Glasgow und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1980. Zugleich erwarb er sich einen Ruf als Übersetzer zahlreicher bekannter Schriftsteller wie Boris Leonidowitsch Pasternak, Alexander Sergejewitsch Puschkin sowie Federico García Lorca und gab eine Sammlung von diesen Übersetzungen unter dem Titel Rites of Passage (1976) heraus. 1990 erschienen kurz nacheinander sowohl eine – wenn auch unvollständige – Sammlung seiner Gedichte mit dem Titel Collected Poems als auch Crossing The Border, eine Sammlung seiner einflussreichsten Essays und Literaturkritiken. Spätere viel beachtete Arbeiten waren die literarische Adaption von Edmond Rostands Cyrano de Bergerac in einem demotischen Glasgower Dialekt sowie die Übersetzung von Jean Racines Phèdre ins Schottische unter dem Titel Phaedra (2000).

Morgan, der 1999 Poet Laureate von Glasgow wurde, erhielt 2000 außerdem die Queen’s Gold Medal for Poetry.

Veröffentlichungen Flower of evil, 1943 The vision of Cathkin Braes, and other poems, 1952 Beowulf, 1967 Futura-Emergent Poems, 1967 Gnomes, 1968 The second life. Poems, 1968 New English dramatists 14, 1970 Glasgow sonnets, 1972 Instamatic poems, 1972 From Glasgow to Saturn, 1973 Hugh MacDiarmid, 1976 August Platen. Selected Poems, 1978 Twentieth century Scottish classics, 1987 Nothing not giving messages, 1990

Hintergrundliteratur R. Fulton: Contemporary Scottish Poetry, 1974 Marshall Walker: Edwin Morgan: an interview, 1977 Hamish Whyte: Edwin Morgan, 1980 Geddes Thomson: The poetry of Edwin Morgan, 1986 Colin Nicholson: Edwin Morgan: Inventions of Modernity, 2002 Rodney Stenning Edgecombe: Aspects of Form and Genre in the Poetry of Edwin Morgan, 2003 Chris Jones: Strange Likeness: The Use of Old English in Twentieth-Century Poetry, 2006

Weblinks und Quellen

Veröffentlichungen (openlibrary.org) Hintergrundliteratur (openlibrary.org) Chambers Biographical Dictionary, Edinburgh 2002, S. 1078, ISBN 0550 10051 2

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