Göckenhof (fränkisch: GägnghufE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 22. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gęgŋhūf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rohr im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Göckenhof liegt in der Gemarkung Regelsbach.
Geografie Der Weiler bildet mit Nemsdorf eine geschlossene Siedlung. Im Nordosten grenzt das Flurgebiet Pilzleite, im Norden befindet sich auf dem Flurgebiet Bodenleite ein Golfplatz, im Osten liegt der Holzgraben. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Nemsdorf zur Kreisstraße RH 11 (0,3 km südlich) bzw. nach Eckershof (2 km nördlich).
Geschichte Göckenhof gehörte ursprünglich zum Siedlungskern von Nemsdorf. Er wurde später nach Norden verlegt. 1623 wurde er als „Geggenhof“ erstmals schriftlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist der Übername Geck, mit dem ein närrischer Mensch bezeichnet wurde.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 22.F. Eigler: Schwabach, S. 237. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Göckenhof ein Anwesen. Das Anwesen unterstand dem Nürnberger Eigenherrn von Haller.F. Eigler: Schwabach, S. 297. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Nemsdorf mit Göckenhof eine Realgemeinde. In Göckenhof gab es ein Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Der Hof hatte weiterhin den Nürnberger Eigenherrn von Haller als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt Göckenhof die Hausnummer 4 des Ortes Nemsdorf.F. Eigler: Schwabach, S. 391.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Göckenhof dem Steuerdistrikt Regelsbach (II. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Regelsbach zugeordnet.
Ein in der Nemsdorfer Flur während des Zweiten Weltkriegs mit Beleuchtungskörpern simulierter Bahnhof und Flakstellungen sollten die angreifenden Feindflieger von Nürnberg ablenken. Bewirkt wurde jedoch, dass am 2. Januar und 20. Februar 1945 Feindflieger bei Göckenhof mehrere Brand- und Sprengbomben abwarfen, die im Anwesen Lösel einen Brand verursachten, beträchtliche Schäden an den Gebäuden anrichteten und auf den Äckern tiefe Bombenkrater hinterließen.
Siebzehn heimatvertriebene und zwei einheimische Familien begannen ab 1960 in Göckenhof mit dem Bau einer landwirtschaftlichen Nebenerwerbssiedlung, die in den letzten Jahren deutlich erweitert wurde.
Am 1. Mai 1978 wurde Göckenhof im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rohr eingegliedert.F. Eigler: Schwabach, S. 481.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 21 23 29 31 22 20 23 23 24 18HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 3 4 2 2 4 4 4Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Dietersdorf) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Rohr (Mittelfranken) Kategorie:Weiler im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1623