Der Große Preis von Monaco 1974 (offiziell XXXII Grand Prix de Monaco) fand am 26. Mai auf dem Circuit de Monaco in Monte Carlo statt und war das sechste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974.
Berichte Hintergrund Die Meldeliste für den Monaco-GP war gegenüber der beim Großen Preis von Belgien zwei Wochen zuvor von etwas geringerem Umfang, da vor allem kleine Privatteams keine realistische Chance sahen, sich für einen Platz in dem auf 25 Piloten beschränkten Starterfeld zu qualifizieren. Zudem lehnten die Organisatoren die Meldungen einiger kleiner Rennställe wie Scuderia Finotto (für Gérard Larrousse) und Maki (Howden Ganley) bereits im Vorwege ab. Bei dennoch 28 gemeldeten Fahrzeugen mussten zunächst drei Fahrer damit rechnen, an der Qualifikationshürde zu scheitern.
In der Fahrerwertung führte Emerson Fittipaldi mit einem Punkt vor Niki Lauda und mit drei Punkten vor Clay Regazzoni. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit acht Punkten vor Ferrari und mit 25 Punkten vor B.R.M.
Mit Graham Hill (fünfmal), Jean-Pierre Beltoise und Denis Hulme (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Die erste Startreihe wurde durch die beiden Ferrari 312B3 von Lauda und Regazzoni gebildet.
Beim Team Lotus hatte man sich nach wiederholten Misserfolgen mit dem neuen Typ 76 dazu entschlossen, wieder mit dem Typ 72 anzutreten, dessen Grundkonstruktion aus dem Jahr 1970 stammte. Ronnie Peterson qualifizierte sich damit dennoch für den dritten Startplatz. Der zweite Werksfahrer Jacky Ickx erreichte mit dem eigentlich veralteten Wagen hingegen nur den 19. Platz.
Hinter Peterson qualifizierten sich die beiden Tyrrell-Piloten Patrick Depailler und Jody Scheckter vor Jean-Pierre Jarier auf Shadow.
Der in der Weltmeisterschaftswertung führende Fittipaldi erreichte nur einen enttäuschenden 13. Platz.
Guy Edwards, Henri Pescarolo und Rikky von Opel schafften die Qualifikation zunächst nicht. Da jedoch die eigentlich qualifizierten Jochen Mass und Chris Amon aufgrund von technischen Problemen nicht zum Rennen antreten konnten, rückten Pescarolo und Edwards nach.
Rennen Depailler hatte während der Aufwärmrunden einen Motorschaden zu beklagen und musste schließlich im Ersatzwagen vom Ende des Feldes starten.
Das Rennen begann mit einer dominanten Vorstellung der beiden Ferrari, die sich problemlos an der Spitze des Feldes halten konnten. Dabei führte zunächst Regazzoni vor Lauda. Jarier folgte ihnen auf Rang drei.
Im Mittelfeld kam es zu einer Kollision zwischen Hulme und Beltoise, in die zusätzlich noch Arturo Merzario, Carlos Pace und Brian Redman direkt verwickelt wurden. Somit wurde das Feld bereits in der ersten Runde deutlich dezimiert. Vittorio Brambilla, Tim Schenken und Vern Schuppan, die jeweils indirekt verwickelt waren, schieden innerhalb weniger Minuten aufgrund von Folgeschäden ebenfalls aus.
Hinter Regazzoni und Lauda zeigte Peterson eine starke Leistung, indem er während der zweiten Runde an Jarier vorbeizog und auf die beiden Ferrari aufholte. In der dritten Runde prallte Hans-Joachim Stuck im Bereich des Casino in das Heck von James Hunts Hesketh. Der Brite konnte das Rennen fortsetzen, Stuck jedoch prallte mit seinem March in die Leitplanken und verletzte sich. Wenig später hatte François Migault eine Schrecksekunde zu überstehen, als er wegen eines Bremsdefekts im Bereich der Hafenschikane mit seinem B.R.M. kopfüber in einen dort errichteten Sicherheitszaun prallte.
In der sechsten Runde machte Peterson in der Rascasse einen Fehler und wurde von Carlos Reutemann, der nicht rechtzeitig ausweichen konnte, gerammt. Reutemann schied dadurch aus. Peterson konnte seine Fahrt hingegen auf dem sechsten Rang hinter den beiden führenden Ferrari sowie Jarier, Jody Scheckter und Mike Hailwood fortsetzen. Durch Hailwoods Ausfall in Runde 12 erhielt er den fünften Rang zurück.
Nachdem nach nur zwölf Runden die Hälfte der Teilnehmer bereits ausgeschieden war, beruhigte sich die Situation für einige Runden. Dann überholte Peterson nacheinander Scheckter sowie Jarier und gelangte durch einen Dreher des bis dato Führenden Regazzoni schließlich auf den zweiten Rang hinter den nun führenden Lauda. Dessen Elektrik versagte in der 33. Runde, sodass Peterson die Führung übernehmen konnte. Auf dem zweiten Rang folgte Scheckter, der seinerseits kurz zuvor Jarier überholt hatte. Daraufhin blieb die Reihenfolge der innerhalb der Punkteränge platzierten Piloten bis zum Ende des Rennens konstant. John Watson erhielt als Sechstplatzierter seinen ersten Weltmeisterschaftspunkt.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 007 4 Tyrrell 006 5 McLaren M23 6 33 7 Brabham BT44 8 9 March 741 10 11 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 15 BRM P160E BRM P142 3.0 V12 37 16 Shadow DN3 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 19 20 Iso-Marlboro FW03 22 Ensign N174 23 Trojan T103 24 Hesketh 308 26 Lola T370 27 John Goldie Racing with Hexagon 28 Brabham BT42 30 Amon AF101
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:26,3 136,742 km/h 1 2 1:26,6 136,268 km/h 2 3 1:26,8 135,954 km/h 3 4 1:27,1 135,486 km/h 4 5 1:27,1 135,486 km/h 5 6 1:27,5 134,866 km/h 6 7 1:27,8 134,405 km/h 7 8 1:27,8 134,405 km/h 8 9 1:28,0 134,100 km/h 9 10 1:28,1 133,948 km/h 10 11 1:28,1 133,948 km/h 11 12 1:28,2 133,796 km/h 12 13 1:28,2 133,796 km/h 13 14 1:28,5 133,342 km/h 14 15 1:28,7 133,042 km/h 15 16 1:28,8 132,892 km/h 16 17 1:28,8 132,892 km/h DNS 18 1:29,1 132,444 km/h 17 19 1:29,4 132,000 km/h 18 20 1:29,8 131,412 km/h DNS 21 1:30,0 131,120 km/h 19 22 1:30,0 131,120 km/h 20 23 1:30,0 131,120 km/h 21 24 1:30,2 130,829 km/h 22 25 1:30,3 130,684 km/h 23 26 1:30,4 130,540 km/h 24 27 1:30,7 130,108 km/h 25 DNQ von Opel scheiterte aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl von 25 Wagen an der Qualifikation. 1:31,1 129,537 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 78 0 1:58:03,7 3 1:27,9 (57.) 2 78 0 + 28,8 5 1:28,9 (61.) 3 78 0 + 48,9 6 1:29,3 (36.) 4 78 0 + 1:03,1 2 1:28,7 (66.) 5 77 0 + 1 Runde 13 1:29,9 (46.) 6 77 0 + 1 Runde 21 1:28,9 (58.) 7 76 0 + 2 Runden 19 1:31,2 (63.) 8 75 0 + 3 Runden 24 1:32,4 (57.) 9 74 0 + 4 Runden 4 1:30,4 (41.) – 62 0 DNF 25 1:32,2 (55.) – 34 0 DNF 18 1:30,7 (27.) – 32 0 DNF 1 1:28,8 (27.) – 27 0 DNF 7 1:30,5 (27.) – 11 0 DNF 10 1:31,0 (11.) – 5 0 DNF 8 1:35,7 (5.) – 4 0 DNF 20 1:47,5 (4.) – 4 0 DNF 23 1:37,1 (4.) – 3 0 DNF 9 1:42,6 (3.) – 0 0 DNF 11 – – 0 0 DNF 12 – – 0 0 DNF 14 – – 0 0 DNF 15 – – 0 0 DNF 16 – – 0 0 DNF 17 – – 0 0 DNF 22 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Ford 242Ferrari 22 3 Ferrari 214Tyrrell-Ford 12 5 McLaren-Ford 11 6 B.R.M. 107Lotus-Ford 10 8 McLaren-Ford 9 9 Brabham-Ford 9 10 March-Ford 5 11 Lotus-Ford 4 12 Shadow-Ford 413Tyrrell-Ford 4 14 Surtees-Ford 315Iso-Ford 116Brabham-Ford 117Shadow-Ford 018March-Ford 019B.R.M. 020March-Ford / Hesketh-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 21 March-Ford 0 22 Lola-Ford 023Lola-Ford 024Trojan-Ford 0 25 Lotus-Ford 026Tyrrell-Ford 0 27 Brabham-Ford 028Iso-Ford 029B.R.M. 030Ensign-Ford 031Surtees-Ford 032Brabham-Ford 0 33 McLaren-Ford 0 – † Shadow-Ford 0–Lotus-Ford 0–Iso-Ford 0–Brabham-Ford 0–Amon-Ford 0–Token-Ford 0–Brabham-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 37 2 303 164 135 10 6 10 7 58 4 Pos. Konstrukteur Punkte 9 310 1 11 0 12 013 014 0– 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
#1974 Monaco Kategorie:Circuit de Monaco