Robert Aron (* 25. Mai 1898 in Le Vésinet, Département Seine-et-Oise; † 19. April 1975 in Paris) war ein französischer Historiker und Essayist, der 1974 Mitglied der Académie française wurde.
Leben Nach dem Besuch des Lycée Condorcet diente er während des Ersten Weltkrieges in den Streitkräften und wurde für seine Verdienste mit dem Croix de guerre 1914–1918 ausgezeichnet. Nach dem Ende des Krieges studierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität von Paris und schloss dieses Studium mit der Agrégation ab. Nach Abschluss des Studiums engagierte er sich in literarisch-intellektuellen Kreisen und gründete 1926 gemeinsam mit Antonin Artaud und Roger Vitrac in Paris das Alfred-Jarry-Theater.
Aron verfasste ab den 1930er Jahren zahlreiche Werke und gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit Arnaud Dandieu, Emmanuel Mounier, Denis de Rougemont, Daniel-Rops, Alexandre Marc und anderen zu einem Kreis junger Franzosen, die die Opposition gegen die neuen europäischen rechts- und linksextremen Diktaturen suchten, weil diese deren demokratische Gedanken gefährdeten. Begründet durch diese Ideen leitete er gemeinsam mit Dandieu die Zeitschrift L’Ordre nouveau und verfasste mit diesem auch eine Reihe von beachteten Essays.
Nachdem er während des Zweiten Weltkrieges mehrmals von Deutschen und Spaniern verhaftet worden war, ging er nach Algier, wo er Mitarbeiter der Regierungen von Henri Giraud und danach von Charles de Gaulle wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges engagierte er sich in der 1944 gegründeten Mouvement fédéraliste français, einer Bewegung, die für einen föderalen französischen Staat in einem Europa der Nationen eintrat.
Mitte der 1950er Jahre befasste er sich zunehmend mit Zeitgeschichte und verfasste Werke wie Histoire de Vichy (1954), Histoire de la Libération (1959) und Histoire de l’Épuration (1967 bis 1969), eine vierbändige Abhandlung über die Commission d’Épuration. In weiteren Büchern befasste er sich mit Fragen der Religion sowie mit der kritischen Auseinandersetzung mit dem Christentum. Sein bekanntestes Werk Les années obscures de Jésus (1960) wurde mit dem Prix Femina Vacaresco ausgezeichnet und ins Englische, Italienische, Deutsche, Niederländische, Norwegische und Schwedische übersetzt.
Am 7. März 1974 wurde er als Nachfolger von Georges Izard zum Mitglied der Académie française gewählt und nahm dort bis zu seinem Tod den 32. Sessel (Fauteuil 32) ein. Robert Aron war außerdem Offizier der Ehrenlegion.
Veröffentlichungen Le cancer américain, 1931 Décadence de la nation française, 1931 La révolution nécessaire, 1934 Victoire à Waterloo, 1937 Principes du fédéralisme, Mitautor Alexandre Marc, 1948 Retour à l’Éternel, 1950 Le Piège où nous a pris l’Histoire (chronique 1940-1944), 1950 Portrait de Jésus, 1951 Histoire de Vichy, Mitautorin Georgette Elgey, 1954 Ce que je crois, 1955 Histoire de la Libération de la France, Mitautor Y. Ganrier-Rizet, 1959 Les années obscures de Jésus, Mitautor S. Raymond-Weil, 1960 Les origines de la guerre d’Algérie, Mitautoren J. Feller, F. Lavagne und Y. Garnier-Rizet, 1962 Les grands dossiers de l’Histoire contemporaine, 1962 Nouveaux grands dossiers de l’Histoire contemporaine, 1963 Histoire de Dieu, Mitautor S. Raymond-Weil, 1963 Charles de Gaulle, 1964 Histoire de l’épuration, 4 Bände, Mitautor Y. Garnier-Rizet, 1967 bis 1969 Ainsi priait Jésus enfant, Mitautor S. Raymond-Weil, 1968 L’histoire contemporaine depuis 1944, 1969 Le socialisme français face au marxisme, 1971 Discours contre la méthode, 1974 Léopold III ou le choix impossible, 1977 ... Où souffle l’esprit : Judaïsme et chrétienté, 1979 Fragments d’une vie, 1981
Weblinks und Quellen
Kategorie:Autor Kategorie:Sachliteratur Kategorie:Essay Kategorie:Historiker (Neuere und Neueste Geschichte) Kategorie:Journalist (Paris) Kategorie:Mitglied der Académie française Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Offizier) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1975 Kategorie:Mann