mini|2006 bei den Zurich Open
Swetlana Alexandrowna Kusnezowa (, wiss. Transliteration ; * 27. Juni 1985 in Leningrad, Sowjetunion) ist eine ehemalige russische Tennisspielerin. Die zweifache Grand-Slam-Siegerin im Einzel war im September 2007 die Nummer 2 der Welt.
Persönliches Sie ist die Tochter von Alexander Kusnezow, der insgesamt fünf Radsportler zu Olympiasiegen und Weltmeisterschaften führte. Er trainierte auch Swetlanas Mutter, Galina Zarjowa, sechsfache Weltmeisterin und 20-fache Weltrekordhalterin, und Bruder Nikolai Kusnezow, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta.
Karriere
Juniorenlaufbahn und frühe Jahre: 2001 bis 2003 Kusnezowa, die im Alter von sieben Jahren mit dem Tennisspielen begann, erreichte 2002 mit Platz drei in der Junioren-Tennisweltrangliste ihre höchste Platzierung. Im Jahr zuvor gewann sie den renommierten Banana Bowl und triumphierte gemeinsam mit Galina Fokina in der Juniorinnen-Doppelkonkurrenz der US Open 2001. Daneben debütierte sie als Qualifikantin in Madrid auf der WTA-Tour, wo sie nach einem Sieg gegen Virginia Ruano Pascual auf Anhieb die zweite Runde erreichte, in der sie Lisa Raymond unterlag.
Bei den Australian Open 2002 gelang ihr erstmals die Qualifikation für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Dort schlug sie zum Auftakt Cho Yoon-jeong, bevor sie in der zweiten Runde an Iroda Toʻlaganova scheiterte. Im selben Jahr errang sie in Eespo noch einen Sieg im Endspiel über Denisa Chládková sowie in Bali, wo sie im Finale Conchita Martínez in drei Sätzen bezwingen konnte, ihre ersten beiden Einzeltitel auf der WTA-Tour und beendete die Saison erstmals unter den besten 50 der Weltrangliste. An der Seite von Arantxa Sánchez Vicario gewann sie in Eespo zudem noch den Doppelwettbewerb und sicherte sich zusammen mit ihr zwei weitere Titel in Sopot und Tokio. Ihr bis dahin bestes Grand-Slam-Ergebnis erzielte sie in New York, wo sie aus der Qualifikation heraus erstmals in die dritte Runde vorrückte, in der sie gegen Silvia Farina Elia verlor.
In Wimbledon erreichte Kusnezowa im darauffolgenden Jahr nach einem Erfolg über Marija Scharapowa zum ersten Mal das Viertelfinale, doch schied sie dort, wie auch im Halbfinale von San Diego, gegen Justine Henin-Hardenne aus. Der Aufstieg in die absolute Weltspitze gelang Kusnezowa jedoch zunächst im Doppel. Gemeinsam mit Martina Navratilova konnte sie 2003 mit Gold Coast, Dubai und Leipzig sowie den zwei Tier-I-Turnieren in Rom und Toronto gleich fünf WTA-Titel gewinnen und sich erstmals für die WTA Championships 2003 in Los Angeles qualifizieren; im Halbfinale unterlagen die beiden dort wie auch im Endspiel der US Open Virginia Ruano Pascual und Paola Suárez. Das Jahr beendete sie auf Platz sieben der Doppelweltrangliste.
Internationaler Durchbruch: 2004 Zum Saisonauftakt 2004 rückte sie nacheinander in Dubai und Doha jeweils ins Endspiel vor, verlor jedoch beide Male gegen Justine Henin-Hardenne sowie Anastassija Myskina. Auch im Endspiel von Warschau musste sie sich Venus Williams geschlagen geben, bevor sie in Eastbourne gegen Daniela Hantuchová ihren dritten WTA-Einzeltitel gewinnen konnte. Bei den Olympischen Spielen in Athen kam sie im Einzelwettbewerb ins Viertelfinale, in dem sie Amélie Mauresmo unterlag, im Doppel scheiterte sie als Topgesetzte an der Seite von Jelena Lichowzewa, mit der sie zuvor in Gold Coast und Doha zweimal auf der WTA-Tour triumphierte und bei den Australian Open, French Open und US Open jeweils das Finale erreichte, bereits im Achtelfinale an Nathalie Dechy und Sandrine Testud. Ihren endgültigen Durchbruch im Einzel feierte Kusnezowa 2004 bei den US Open, als sie im zweiten rein russischen Finale eines Grand-Slam-Turniers ihre Landsfrau Jelena Dementjewa mit 6:3, 7:5 besiegte. Sie war im Jahr 2004 nach Anastassia Myskina bei den French Open und Marija Scharapowa in Wimbledon bereits die dritte Russin in Folge, die ein Grand-Slam-Turnier gewann. Anschließend siegte sie durch einen Finalerfolg gegen Marlene Weingärtner zum zweiten Mal nach 2002 in Bali und erreichte das Finale in Peking, in dem sie Serena Williams in drei Sätzen unterlag. Am Ende des Jahres trat sie bei den WTA Championships sowohl im Doppel als auch erstmals im Einzel an, schied aber nach einem Sieg über Wera Swonarjowa sowie zwei Niederlagen gegen Marija Scharapowa und Amélie Mauresmo bereits in der Gruppenphase aus. Trotzdem konnte sie die Saison in der Weltrangliste auf Platz fünf abschließen. Im Doppel erzielte sie im selben Jahr sogar mit Position drei ihre bis dahin beste Platzierung im Ranking. Bei den WTA Championships schied sie an der Seite von Jelena Lichowzewa erneut im Halbfinale aus, diesmal gegen Nadja Petrowa und Meghann Shaughnessy. Am 19. Dezember 2004 wurde sie bei einer Dopingkontrolle während eines Einladungsturniers in Charleroi in der A-Probe positiv auf Ephedrin getestet, was zunächst für Aufsehen sorgte, aber gemäß den Regeln der WTA nicht als Vergehen eingestuft wurde. Kusnezowa hatte nach eigenen Angaben ein Hustenmittel eingenommen, um trotz Erkältung bei dem Turnier antreten zu können.Ein Dopingfall, der keiner ist (Handelsblatt vom 19. Januar 2005)
Angekommen in der Weltspitze: 2005 bis 2009 Nach einem schwächeren Jahr im Einzel 2005, in dem sie in Melbourne sowie Wimbledon lediglich zweimal ins Viertelfinale vorstieß und bei den US Open als Titelverteidigerin sogar schon in der ersten Runde gegen Jekaterina Bytschkowa ausschied, fiel sie zum Saisonende wieder aus den Top 10 der Weltrangliste heraus. Besser lief es im Doppel, wo sie mit Alicia Molik gemeinsam bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Erfolg feiern konnte und im Anschluss auch in Miami triumphierte. An der Seite von Amélie Mauresmo stand sie auch in London erstmals im Endspiel, dort wurden die beiden jedoch von Cara Black und Liezel Huber deutlich geschlagen.
2006 kam Kusnezowa bei ihren ersten zwölf Turnierteilnahmen des Jahres im Einzel mindestens ins Achtelfinale und konnte dabei in Miami, nachdem sie im Finale Marija Scharapowa besiegt hatte, ihren ersten Titel bei einem Tier-I-Turnier verbuchen. Im Endspiel der French Open verpasste sie ihren zweiten Grand-Slam-Titel und verlor gegen Justine Henin-Hardenne. Außerdem gewann sie nach einem Finalerfolg über Marion Bartoli zum dritten Mal in Bali und siegte in der Folgewoche auch erstmals in Peking, wo sie im Endspiel Mauresmo keine Chance ließ. Daneben erreichte sie bei sieben Turnieren das Halbfinale, darunter auch in Rom; dort verlor sie knapp in drei Sätzen gegen Dinara Safina. Zum zweiten Mal nach 2006 qualifizierte sie sich damit für den Einzelwettbewerb der WTA Championships in Madrid, in dem sie aber nach einem Sieg über Jelena Dementjewa und zwei Niederlagen gegen Kim Clijsters und Marija Scharapowa erneut in der Gruppenphase ausschied. Trotzdem schloss sie die Saison in der Weltrangliste mit Platz vier auf ihrer bis dahin besten Position ab. Das Doppel nahm in ihrer Karriere fortan eine untergeordnete Rolle ein. 2006 konnte sie noch einmal an der Seite von Mauresmo in Eastbourne triumphieren.
Im Jahr 2007 stand Kusnezowa in insgesamt sechs WTA-Finals, von denen sie nur eines in New Haven gewinnen konnte, in dem sie nach einem Satzrückstand von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer Endspielgegnerin Ágnes Szávay profitierte. Im Finale der US Open scheiterte sie anschließend an Justine Henin, zuvor verlor sie schon im Endspiel von Rom gegen Jelena Janković, in Qatar Telecom German Open 2007 musste sie sich im Endspiel Ana Ivanović geschlagen geben und im Finale von Indian Wells unterlag sie Daniela Hantuchová. Dennoch erreichte sie im September mit Platz zwei ihre bisher beste Weltranglistenposition. Bei den WTA Championships 2007 in Madrid musste sie in der Gruppenphase dennoch gleich drei Niederlagen gegen Ivanović, Scharapowa und Hantuchová hinnehmen. 2008 setzte Kusnezowa ihre schwache Finalbilanz fort und konnte bei fünf Endspielteilnahmen keinen Titel gewinnen. So verlor sie gleich zum Saisonauftakt im Finale von Sydney gegen Justine Henin. Im Endspiel von Dubai erwies sich Jelena Dementjewa als zu stark und im Endspiel von Indian Wells musste sie ihre zweite Finalniederlage gegen Ana Ivanović einstecken. Zum Saisonende verlor sie in Tokio und Peking noch zwei weitere Endspiele gegen Dinara Safina respektive Jelena Janković. Als Weltranglistenachte gelang Kusnezowa dennoch die Qualifikation für die WTA Championships 2008 in Doha, wo sie jedoch wie im Vorjahr mit drei Vorrundenniederlagen gegen Wera Swonarjowa, Jelena Janković und Agnieszka Radwańska die Gruppenphase als Letztplatzierte abschloss. Ihr bestes Grand-Slam-Resultat erzielte sie bei den French Open mit dem Einzug ins Halbfinale, in dem sie abermals Dinara Safina unterlag. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking schied sie im Einzel bereits in der ersten Runde gegen Li Na aus, im Doppel trat sie zusammen mit Dinara Safina an. Die beiden Topgesetzten verloren jedoch im Viertelfinale gegen Yan Zi und Zheng Jie.
Nach einem wechselhaften Start in das Jahr 2009, erzielte Kusnezowa in Miami das Halbfinale, in dem sie von der späteren Siegerin Wiktoryja Asaranka besiegt wurde. Im Doppel gewann sie dort an der Seite von Amélie Mauresmo ihren 14. Titel. Anschließend spielte sie eine überragende Sandplatzsaison, in der sie in gleich drei Finals ihrer Landsfrau Dinara Safina gegenüberstand. Während Kusnezowa die Begegnung im Endspiel von Stuttgart für sich entscheiden konnte, siegte Safina im Finale von Rom, bevor Kusnezowa bei den French Open mit ihrem zweiten Erfolg ihren zweiten Grand-Slam-Titel erzielen konnte. Zum Saisonende errang sie außerdem in Peking, wo sie sich im Endspiel gegen Agnieszka Radwańska durchsetzen konnte, ihren ersten Sieg bei einem Turnier der Premier-Mandatory-Kategorie. Bei den WTA Championships 2009 folgte das Aus nach zwei Niederlagen gegen Serena und Venus Williams sowie einem Sieg über Jelena Dementjewa erneut in der Gruppenphase. Dennoch überwinterte sie die Saison als Dritte der Weltrangliste.
Jahre der Inkonstanz: 2010 bis 2015 In den darauffolgenden Jahren kam Kusnezowa nicht mehr an die konstanten Spitzenleistungen der Saisons 2004 bis 2009 heran, wenngleich sie stellenweise ihre Klasse immer wieder unter Beweis stellte. 2010 gewann sie in San Diego nach ihrem zweiten Endspielsieg in Folge gegen Agnieszka Radwańska ihren 13. Einzeltitel auf der WTA-Tour und erreichte im Anschluss das Halbfinale des Roger Cup in Montreal, in dem sie, ebenso wie im Endspiel von Dubai 2011 von Caroline Wozniacki gestoppt wurde. Nach dem Einzug ins Achtelfinale der Australian Open, das sie im längsten Match der Grand-Slam-Geschichte Francesca Schiavone trotz Abwehr von sechs Matchbällen nach 4 Stunden und 44 Minuten noch mit 4:6, 6:1, 14:16 verlor, blieben ihre Leistungen durchwachsen. In Paris kam sie im gleichen Jahr noch einmal ins Viertelfinale, schied dort aber gegen Marion Bartoli aus. Bei den Australian Open 2012 errang sie zum Auftakt der neuen Saison an der Seite von Wera Swonarjowa ihren zweiten Grand-Slam-Titel im Doppel. Im Finale setzten sich die beiden gegen Roberta Vinci und Sara Errani durch. Eine Verletzung, wegen der sie die zweite Hälfte der Saison 2012 aussetzen musste, beendete ihre Serie von 40 Grand-Slam-Teilnahmen in Folge. Darüber hinaus verließ Kusnezowa erstmals nach zehn Jahren wieder die Top 50 der Weltrangliste. Im Jahr darauf konnte sie aber unter anderem aufgrund zweier Viertelfinalteilnahmen bei den Australian Open und den French Open, wo sie sich Wiktoryja Asaranka und Serena Williams geschlagen geben musste, in die besten 30 des Rankings zurückkehren. Zum Abschluss der Saison gewann sie beim Kremlin Cup in Moskau mit Samantha Stosur zusammen ihren bislang letzten Doppeltitel auf der WTA-Tour.