mini|hochkant|Wappen derer von Trützschler Die Familie Trützschler, von Trützschler, in einer Linie auch Trützschler von Falkenstein, ist ein vogtländisches und meißnisches Adelsgeschlecht.
Herkunft und Verbreitung Von Trützschler ist vogtländischer Uradel, der bereits um 1122 (vgl. Limmer, urkundliche Geschichte des Vogtlandes, Bd. I) erwähnt wurde und mit Hilprant Truezeler zu Straßberg b. Plauen 1284 urkundlich (vergleiche v. Mansberg, Erbarmannschaft Wettin. Lande, Bd. I) erscheint. Die Stammreihe begann mit Conrad, gest. 1322; Hans Troczeler, gest. vor 1412, wurde am 20. Januar 1400 mit der Vogtei Falkenstein belehnt.
Schon im 13./14. Jahrhundert sind die von Trützschler als Ministeriale/Burgmannen auf Burg Crimmitschau (Burg Schweinsburg) im Dienste der edelfreien Herren von Schönburg belegt. Nach Otto Posse besaßen sie hier den Ort Schiedel bei Crimmitschau.Otto Posse: Die Urahnen des Fürstlichen und Gräflichen Hauses Schönburg, Baensch-Stiftung, Dresden 1914, S. 22 (Digitalisat).
Die Herren „Trützschler von Eichelberg“ besaßen von 1450 bis 1632 Rittergut und Burg Stein bei Hartenstein. Sie ließen hier die neue Unterburg errichten.Wolf-Dieter Röber: Unterkapitel Burg Stein. In: Schriftenreihe Heft 3, Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau, Glauchau, 1981, S. 24. 1632 erlosch diese Linie,Reiner Groß: Schönburgische Geschichte, Eine Zeittafel, Hrsg. Britta Günther, Michael Wetzel, Tommy Schmucker, Chemnitz 2005, Eintrag "1632" auf S. 20 so dass Burg Stein als erledigtes schönburgisches Lehen an die Herren von Schönburg zurückfiel.
In der Flur des heutigen Glauchau befand sich bis nach 1800 zwischen Glauchau und Niederlungwitz das Rittergut Elzenberg, welches heute nicht mehr existiert. Auf einer Glauchauer Karte (Astersche Meilenblätter) war es um 1800 noch eingezeichnet. Übrig blieb davon scheinbar eine Försterei – mutmaßlich an gleicher Stelle – nahe der heutigen „Elzenbergstraße“. Dieses Rittergut, das früher auch „in der altz“ betitelt wurde, gehörte denen von Trützschler, bis Moritz von Trützschler es im Jahre 1569 an die Herren von Schönburg verkaufte. Zugehörig waren auch Einkünfte aus den Orten Dennheritz und Seiferitz. Die Straße „Am Trützschler“ erinnert noch heute an den Besitz dieser Familie in Glauchau.Walter Schlesinger, nachbearbeitet von Thomas Lang: Beiträge zur Geschichte der Stadt Glauchau. Hrsg. Enno Bünz. Thelem Verlag, Dresden 2010, S. 89–90, Karte (Aster’sche Meilenblätter um 1800) mit eingezeichnetem Rittergut "Eltzenberg": Abb. 4 auf S. 157.
Die beiden Hauptlinien der Familie saßen auf Falkenstein im Vogtland und Oberlauterbach. In der dortigen Pfarrkirche befindet sich ein Grabstein des Johann Georg Trützschler († 1725). Zur Grundherrschaft gehörten Güter und Vorwerke in Dorfstadt, Ellefeld und Neudorf. Eine Ende des 18. Jahrhunderts erloschene Seitenlinie saß auf Gattendorf in Oberfranken. Der Familie stand die niedere und auch die hohe Gerichtsbarkeit innerhalb ihrer Herrschaft zu. Sie bekleidete bedeutende Positionen in Kirche, Verwaltung und im Militär und wurde am 5. Januar 1900 in den königlich sächsischen Freiherrenstand als „von Trützscheler Freiherr zum Falkenstein“ erhoben.
Auch in Berlin entwickelte sich eine Linie der Trützschler von Falkenstein. Speziell Carl Louis Freiherr (1824–1891) erwarb in dem Berliner Vorort Johannisthal (heute Ortsteil Berlin-Johannisthal) Grundbesitz, gründete eine Baugesellschaft und verfolgte das Ziel, hier ein Villenviertel anlegen zu lassen. Sein Engagement wurde durch die Vergabe eines Straßennamens geehrt.
Übersicht einer Teilstammfolge Hildebrand Trützschler, seit 1509 bezeugt, offenbar auf Falkenstein wohnend, mit unversöhnlicher Haltung gegenüber seinen aufständischen, erbuntertänigen Bauern. Er hatte 1531–1537 Irrungen mit den Gebrüdern Georg Trütschler zu Falkenstein und Wilhelm Trütschler zu Ellefeld, seinen Vettern. Zunächst wegen zweier den Vettern überlassener Harnische, danach wegen der Teilung von Wäldern, Gewässern, Bergwerken und Gerichten; er war in 1. Ehe mit einer von Machwitz, in 2. Ehe mit Eva Maria von der Mosel verehelicht. Caspar Trützschler, erscheint zuerst 1541 zu Oberlauterbach, dessen Vorbesitzer Hildebrand Trütschler zuletzt 1537 bezeugt wurde. Er war 1544 bei Plauen im Vogtland an einer bewaffneten Auseinandersetzung junger Adeliger beteiligt und befand sich 1545 und 1546 wegen Mordes und Landfriedensbruch in Torgau in Gefangenschaft. Er wurde 1551 mit der Hälfte des Schlosses Falkenstein und dazu gehörigem Grundbesitz belehnt. 1592 kaufte er Dorfstadt und 1597 Bergen. Er verstarb zwischen 1597 und 1600, war in 1. Ehe verehelicht mit Barbara von Weißenbach; in 2. Ehe 1545 mit Margarethe von Trützschler. Georg Abraham d. Ä. von Trützschler, 1600 nach seinem Großvater Caspar Trützschler mit Anteilen an Falkenstein, Dorfstadt und Bergen, 1619 auch mit Anteilen an Oberlauterbach belehnt. Er kaufte 1626 das Rittergut Mühlberg, östlich von Falkenstein in der Gemarkung Ellefeld. Er wurde am 21. Januar 1630 in Falkenstein zu Grabe gelegt und hatte in Treuen, südlich von Reichenbach am 10. November 1608 Helena von Feilitsch geheiratet. Georg Abraham d. J. von Trützschler. Er erhielt aus dem Erbe des Vaters 1637 3/4 Anteile an dem Gut Bergen, westlich Falkenstein, 1653 verkaufte er seinen Anteil an Oberlauterbach an seine Mutter und erwarb dafür deren Anteil an Dorfstadt, nordwestlich von Falkenstein, veräußerte diesen jedoch 1659 und kaufte im gleichen Jahr das Gut Hartmannsgrün. Am 23. Januar 1638 ehelichte er Anna Maria von Kommerstädt, am 16. Februar 1675 wurde er in Falkenstein zu Grabe gelegt. Hans Heinrich von Trützschler (1658–1734). Er war beim Tode des Vaters noch unmündig, war 1660 Student an der Universität Leipzig, erhielt 1675 Indult, 1677 in der Erbsonderung die gesamte Hand an Hartmannsgrün, nordöstlich von Ölsnitz. 1683 überließ es seine Anrechte seinen Brüdern, erwarb 1699 für 20.000 Gulden das Rittergut Berbisdorf von seiner Ehefrau Johanna Sophia Zeidler genannt Hofmann, der dieses Gut 1680 als Erbe zugefallen war. Er war 1680 kurfürstlich sächsischer Kammerjunker, 1699 Kammer- und Bergrat und 1734 Geheimer Rat. Bildnisse des Ehepaares haben sich in der Kirche von Bloßwitz, heute ein Ortsteil von Stauchitz erhalten. Heinrich Ernst von Trützschler, 1700 Student an der Universität Leipzig. Nach seiner Mutter 1734 mit Bloßwitz-Ragewitz und Bloßwitz-Grubnitz, beide südwestlich von Riesa, 1735 mit Berbisdorf belehnt, war kurfürstlich sächsischer Kammerjunker und sächsisch-merseburgischer Hof- und Justizrat und danach Hofmarschall. Er wurde am 22. Mai 1681 in Berbisdorf geboren, hat sich dort am 28. August 1712 mit Christiane Erdmuthe von Burkersroda verehelicht und ist im Schloss Berbisdorf am 25. April 1761 verstorben. Charlotte Christine von Trützschler (* Merseburg 12. März 1718, verstorben nach dem 17. Juni 1785), ehelichte auf Schloss Berbisdorf bei Radeburg am 25. November 1786 Magnus Heinrich von Lüttichau d. J.
Burgen, Schlösser und Güter
Bekannte Familienmitglieder mini|Wilhelm Adolph von Trützschler Friedrich Christoph Trützschler von Falkenstein (1768–1830), preußischer Jurist und Kammergerichtspräsident Karl Trützschler von Falkenstein (1786–1866), preußischer Generalleutnant Carl Graf von Zedlitz gen. Trützschler von Falkenstein (1800–1880), preußischer Verwaltungsbeamter, Landrat und Regierungspräsident Wilhelm Adolph von Trützschler (1818–1849), deutscher Politiker Konrad von Trützschler (1830–1907), deutscher Rittergutsbesitzer und Politiker Konrad von Trützschler (1850), Generalmajor,Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft 1938, Landesabteilung Ostmark, Abteilung 2, Schlieffen-Verlag, Berlin 1938, S. 210. auf Schloss Dolzig Otto Trützschler von Falkenstein (1855–1922), preußischer Generalmajor Heinz Trützschler von Falkenstein (1902–1971), Botschafter Eugenie Trützschler von Falkenstein (* 1950), Politologin und Lehrerin Joachim Trützschler von Falkenstein (* 1943) Kommunalpolitiker, Unternehmer
Wappen Das Stammwappen zeigt in Gold einen schwarzen Schrägrechtsbalken. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzgekleideter Mannesrumpf zwischen einem wie der Schild bezeichneten offenem Flug.
Siehe auch Grafen Zedlitz und Trützschler bzw. Zedlitz-Trützschler Rittergut Planschwitz
Literatur Karl Mühlhäuser: Falkenstein im Vogtland und sein Adelsgeschlecht. In: Heimatkalender für Fichtelgebirge, Frankenwald und Vogtland. Ausgabe 2009, S. 41–47. Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band XV, Band 134 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Christoph Franke et al., S. 47–48. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2004, . Teilstammfolge Trütschler, In: Gerhard Geßner (Hrsg.): Deutsches Familienarchiv. Ein genealogisches Sammelwerk. Schriftleitung Heinz F. Friedrichs. Band 66, (Seitenzahlen der Namensträger siehe im Namensweiser der Familien), Neustadt an der Aisch 1977, S. 350. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1900, 1. Jahrgang, Justus Perthes, November Gotha 1900, S. 820 ff. (Digitalisat Trützschler von Falkenstein); 20. Jahrgang, Justus Perthes, November Gotha 1918, S. 811 ff. (Digitalisat Trützschler (Trützschler von Falkenstein)) Deutsche Adelsgenossenschaft (Hrsg.), Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 2, Vaterländische Verlagsanstalt, Verlag von W. T. Bruer, Berlin 1898, S. 881 ff. (Digitalisat) Richard Steche: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 9. Heft: Amtshauptmannschaft Auerbach. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 9. Digitalisat Limbach. Friedegard und Joachim Jahn: Das Rittergut Falkenstein und die Familie von Trützschler. In: Heimatkalender für Fichtelgebirge, Frankenwald und Vogtland. Ausgabe 2025, S. 103–114.
Quellen von Raab’sches Familienarchiv: Manuskript zur Familie Trützschler, LAH Dresden.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fränkisches Rittergeschlecht Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht