Der Landratsbezirk Romrod (ab 1829 Landratsbezirk Alsfeld) war ein Landratsbezirk in der Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen. Er bestand von 1821 bis 1832.
Rahmen In einer Verwaltungsreform wurden 1820 bis 1823 die Ämter im Großherzogtum aufgelöst. Diesen oblag bis dahin die staatliche Verwaltung über den Gemeinden und sie waren zugleich in der Regel die erste Instanz in der Rechtsprechung. Nun wurden in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen Landratsbezirke gebildet.In der dritten Provinz des Großherzogtums, Rheinhessen, war die viel modernere Verwaltungsstruktur aus französischer Zeit erhalten geblieben, die bei den Reformen von 1820 bis 1823 nicht angetastet wurde. Diese fassten in der Regel mehrere bisherige Ämter zusammen. Zugleich wurden Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Für die Rechtsprechung wurden Landgerichte eingerichtet, für die Verwaltung Landratsbezirke.
Zusammensetzung Der Landratsbezirk Romrod fasste so zusammen: das ehemalige Amt Alsfeld (Alsfeld, Altenburg, Bieben, Merlos, Brauerschwend, Dotzelrod, Eifa, Elbenrod, Eudorf, Eulersdorf, Fischbach, Grebenau, Heidelbach, Müchleusel, Rainrod, Reibertenrod, Schwabenrod, Reimenrod, Renzendorf, Schwarz, Udenhausen und Wallersdorf) den größeren Teil des Amtes Romrod (Hergersdorf, Hopfgarten, Liederbach, Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Ober-Sorg, Romrod, Strebendorf, Unter-Sorg und Vadenrod) aus dem Amt Ulrichstein Groß-Felda, Klein-Felda, Helpershain, Köddingen, Meiches, Stumpertenrod, Windhausen Storndorf, ein zwischen dem Großherzogtum und den Herren von Seebach gemeinschaftliches Patrimonialgericht und das Gericht Kestrich, ein Patrimonialgericht der Freiherren von Schenck zu Schweinsberg Am 15. September 1821 wurde nachträglich noch die Gemeinde Leusel, die zuvor dem Landratsbezirk Kirtorf zugeteilt worden war,Nr. 277: Die Zuteilung des Orts Leusel zu dem Landrathsbezirke Romrod und Landgericht und Rentamtsbezirke Alsfeld betreffend vom 15. September 1821. In: Einige Juristen Rheinhessens (Hrsg.): Sammlung Großherzoglich Hessischer Gesetze und Verordnungen 2. Zabern, Mainz 1835, S. 504 f. und zum 1. Januar 1823 die Gemeinde Zell aus dem Landratsbezirk Kirtorf herausgelöst und dem Landratsbezirk Romrod zugeordnet.Nr. 382 Die Zuteilung der Gemeinde Zell zum Landrathsbezirk Romrod, und Landgericht und Rentamt Alsfeld betreffend, vom 14. Dezember 1822. In: Einige Juristen Rheinhessens (Hrsg.): Sammlung Großherzoglich Hessischer Gesetze und Verordnungen 3. Zabern, Mainz 1835, S. 189; .
Geschichte Am 1. Oktober 1829 wurden der Sitz des Landrats nach Alsfeld verlegt und der Landratsbezirk zugleich umbenannt in Landratsbezirk Alsfeld umbezeichnet.Bekanntmachung, die Verlegung des Landrathssitzes von Romrod nach Alsfeld betreffend vom 1. Oktober 1829. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, Nr. 46 16. Oktober 1829, S. 437.
Durch Edikt vom 6. Juni 1832 wurden die Landratsbezirke aufgehoben und räumlich umfangreichere Kreise gebildet.Art. 1 Edict, die Organisation der dem Ministerium des Innern und der Justiz untergeordneten Regierungsbehörden betreffend vom 6. Juni 1832. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, Nr. 55, 4. Juli 1832, S. 365–376 (365). Deren Zuschnitt wurde kurz darauf mit einer weiteren Verordnung festgelegt, wobei die Landratsbezirke Alsfeld und Kirtorf zum Kreis Alsfeld vereinigt wurden.Verordnung, die Bildung von Kreisen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend vom 20. August 1832. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, Nr. 74, 5. September 1832, S. 561–563 (563).
Landrat war von 1821 bis 1827 Friedrich Ludwig Follenius, von 1829 bis 1832 Eduard Neidhardt. Letzterer war dann bis 1839 weiter Kreisrat des Kreises Alsfeld.
Gliederung Der Landratsbezirk war in Bürgermeistereien gegliedert, die dem Landrat unterstanden. Dabei wurden mehrere kleinere Ortschaften häufig durch eine Bürgermeisterei verwaltet. Seit 1822 konnten die Hessischen Gemeinden ihre Bürgermeister selbst wählen und es wurden keine Schultheiße mehr eingesetzt. Der Landratsbezirk Alsfeld / Romrod setzte sich aus den nachfolgend gelisteten Bürgermeistereien zusammen:Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3, Darmstadt 1830, S. 6 ff.; (Google Books) Alsfeld, Bieben mit Merlos, Reimerod und Wallersdorf Brauerschwend, Eifa, Elbenrod mit Dotzelrod und Eudorf, Felda mit Kleinfelda und Schellnhausen, Grebenau, Heidelbach mit Fischbach, Helpershain, Hopfgarten mit Renzendorf, Kestrich, Köddingen, Leusel, Liederbach mit Altenburg und Oberrod, Meiches, Münchleusel mit Reibertenrod und Schwabenrod, Oberbreidenbach, Rainrod, Romrod, Schwarz, Storndorf, Strebendorf mit Niederbreidenbach, Stumpertenrod, Udenhausen, Untersorg mit Hergersdorf und Obersorg, Vadenrod, Windhausen und Zelle.
Parallele Verwaltungen Finanzverwaltung Für die Einnahmen aus Staatseigentum (den sogenannten Domanialen) waren die Rentämter zuständig. Alle Orte des Bezirks waren dem Rentamt Alsfeld zugeteilt.
Davon getrennt war die Steuerverwaltung. Für den Landratsbezirk war die Ober-Einnehmerei Romrod zuständig. Der Steuerbezirk Romrod war in vier Distrikts-Einnehmereien gegliedert, denen die folgenden Bürgermeistereien zugeordnet waren. Alsfeld mit Fischbach, Heidelbach, Leusel, Münchleusel, Reibertenrod und Schwabenrod. Eifa mit Bieben, Detzelrod, Elbenrod, Eudorf, Grebenau, Merlos, Rainrod, Reimerod, Schwarz, Udenhausen und Wallersdorf. Felda mit Helpershain, Kestrich, Kleinfelda, Köddingen, Meiches, Sterndorf, Stumperlenrod, Vadenrod, Windhausen. Romrod mit Altenburg, Brauerschwend, Hergersdorf, Hopfgarten, Lederbach, Niederbreidenbach, Oberbreidenbach, Obersorg, Renzendorf, Strebendorf, Untersorg und Zell.
Der Bezirk gehörte zum Hauptzollamt Alsfeld. Weiter gab es hier die Grenznebenzollämter II. Klasse in Eifa, Eudorf und Grebenau sowie Anmeldeposten in Eifa und Eudorf.
Forstverwaltung Aus dem Landratsbezirk gehörten zum „Forst Romrod“ die Forstreviere Alsfeld mit Brauerschwend, Eifa, Rainrod und Schwarz. Eudorf mit Detzelrod, Elbenrod, Fischbach, Heidelbach, Münchleusel, Reibertenrod, Schwabenrod. Grebenau mit Bieben, Eulersdorf, Merlos, Reimerod, Udenhausen und Wallersdorf. Romrod mit Leusel, Liederbach, Niederbreidenbach, Oberbreidenbach und Oberrod. Vadenrod mit Altenburg, Hergersdorf, Hopfgarten, Meiches, Obersorg, Renzendorf, Storndorf, Strebendorf und Untersorg. Windhausen mit Felda, Helpershain, Kestrich, Kleinfelda, Köddingen, Stumpertenrod
Kirchenverwaltung Die Orte des Landratsbezirks waren in 14 evangelischen PfarreienDie römisch-katholische Kirche war im Bereich des Großherzogtums 1821 durch die Zirkumskriptionsbulle Provida solersque neu konstituiert worden. Im Bereich des Landratsbezirks Alsfeld war überwiegend das Dekanat Alsfeld zuständig. die zum Inspektorat Alsfeld zusammengefasst: Alsfeld mit Reibertenrod. Brauerschwend mit Altenburg und Renzendorf. Eudorf mit Detzelrod und Elbenrod und die kurhessischen Höfe Aftrod und Krausenbera. Felda mit Kesttich, Kleinfelda, Schellnhausen und Windhausen. Grebenau mit Bieben, Eulersdorf, Merlos, Reimerod und Wallersdorf. Heidelbach mit Münchleusel und Schwabenrod. Hopfgarten mit Herqersdorf, Ober- und Untersorg, Raintod und Vadenrod. Leusel. Meiches Oberbreidenbach mit Storndorf und Strebendorf. Romrod mit Liederbach, Niederbreidenbach und Oberrod Schwarz mit Eifa. Stumpertenrod mit Helpershain und Köddingen. Udenhausen Fischbach gehört zur kurhessischen Pfarrei Holzburg.
Historische Beschreibung Die „Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen“ berichtet 1830 über den Landratsbezirk Alsfeld: Die Lage wird beschrieben als: Die Natürliche Beschaffenheit als: Die Bevölkerung als: Die Naturprodukte als: Das Gewerbe und Handel als:
Literatur
Willi Görich: Verwaltungs-Einteilung 1821 [Karte] = Taf. 25a. In: Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas von Hessen. Marburg 1960–1978. [de/subjects/idrec/sn/ga/id/45 Digitalisat] Ulrich Reuling: Verwaltungs-Einteilung 1821–1955. Mit einem Anhang über die Verwaltungsgebietsreform in Hessen 1968–1981. In: Fred Schwind (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas von Hessen. Text- und Erläuterungsband. Thorbecke, Sigmaringen 1984. ISBN 3-921254-95-7 [downloads/ga/24-26b.pdf#zoom=50 Digitalisat] (PDF)
Anmerkungen
Einzelnachweise
Romrod Kategorie:Alsfeld Kategorie:Feldatal Kategorie:Kirtorf Kategorie:Romrod Kategorie:Ulrichstein Romrod Kategorie:Aufgelöst 1832