mini|Brunst, Ortsmitte
Brunst () ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Brunst hat eine Fläche von 4,179 km². Sie ist in 366 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11.418,29 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hetzweiler und Weißenkirchberg.
Geographie Das Dorf Brunst bildet mit Weißenkirchberg und Hetzweiler eine geschlossene Siedlung. Unmittelbar südlich des Ortes fließt der Bermuthgraben, ein linker Zufluss des Hörleinsgrabens, der wiederum ein rechter Zufluss des dort noch Erlacher Bach genannten Großen Aurachbachs ist.
Die Kreisstraße AN 4 führt nach Kloster Sulz (2,5 km westlich) bzw. nach Erlbach (3,5 km nordöstlich). Die Kreisstraße AN 34 führt nach Weißenkirchberg (0,3 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Eckartsweiler (0,8 km südöstlich).
Ortsnamendeutung „Brunst“ ist ein Verbalabstrakt zu dem Verbum „brennen“ und bedeutet, dass die Siedlung und ihre Flur durch eine Brandrodung entstanden ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 55 f.
Geschichte In mittelalterlichen Urkunden verweisen Brunst und Weißenkirchberg auf denselben Ort.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 76. Im Jahre 1222 wurde erstmals ein Leutpriester in Brunst erwähnt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 76.Website des Dekanats Leutershausen
Ein Anwesen in Brunst brachte der ansbachische Gumbertus-Chorherr Meister Peter von Berg 1440 in seine Mess-Stiftung ein, die nach der Reformation in eine Stiftung zur Armenpflege („Landpflege“) umgewandelt wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 246. Gemäß dem 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Amtes Brunst von 1608 bildete Brunst mit Hetzweiler eine Gemeinde bestehend aus 17 Mannschaften (=Untertanenfamilien), von denen neun grundherrschaftlich dem Deutschordenskommende Nürnberg, zwei dem Heiligen (Kirchenpflege) zu Brunst, zwei dem Klosteramt Sulz und vier dem hohenlohischen Amt Schillingsfürst gehörten. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Richteramt Leutershausen, d. h. der jeweilige Stadtvogt aus; diesem unterstanden niedergerichtlich auch die Untertanen des Deutschen Ordens.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 716 und 801.Friderich Büsching: Büschings Neuer Erdbeschreibung des dritten Theils zweyter Band. 6. Auflage, Hamburg 1778, S. 533. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde das schwer heimgesuchte Land um Leutershausen von protestantischen Glaubensflüchtlingen aus Österreich mitaufgebaut, die sich insbesondere in Brunst niederließen. Für 1681 liegt ein 16-Punkte-Bericht des Amtes Leutershausen vor; darin heißt es ergänzend zu dem Bericht von 1608, dass Wirtshaus und Bräustätt dem Klosteramt Sulz gehören und die Gemeinde (Brunst und Hetzweiler) ein Hirtenhaus haben.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 719. 1734 zählte der Ort 20 Untertanen: Vier gehörten dem Hause Hohenlohe, sechs waren brandenburg-ansbachisch, zehn waren Deutsch-Ordensbesitz.H. Schreiber: Leutershausen, S. 194.
Gegen Ende des Alten Reiches gab es 22 Anwesen. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (18 Anwesen): Kastenamt Colmberg (1 Söldengut, 3 Söldengütlein), Klosterverwalteramt Sulz (1 Dreiviertelhof, 1 Tafernwirtschaft), Amt Brunst: (Abgaben an Pfarrei Weißenkirchberg: 6 Köblergüter, 1 Köblergut mit Wirts- und Brauereigerechtigkeit, 2 Söldengütlein; Abgaben an Kirchenpflege Weißenkirchberg: 1 Köblergut, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein), das Amt Schillingsfürst des Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst (1 Dreiviertelhof, 1 Halbhof, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein mit Schmiede) Außerdem gab es noch kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhaus) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 843. Hiernach gab es 21 Untertansfamilien, von denen nur 7 ansbachisch waren.Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 1, Sp. 459 f., soll es nur zwei hohenlohische Untertansfamilien gegeben haben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
Im Jahre 1806 kam Brunst an das neue Königreich Bayern. 1808 wurde im Rahmen des Gemeindeedikts der Steuerdistrikt Brunst gebildet, zu dem Eckartsweiler, Eichholz, Erlach, Gutenhard, Hetzweiler, Schwand, Steinberg, Weihersmühle und Weißenkirchberg gehörten. 1810 entstand die Ruralgemeinde Brunst, zu der Eckartsweiler, Eichholz, Hetzweiler und Weißenkirchberg gehörten.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Ruralgemeinde Brunst mit Hetzweiler und Weißenkirchberg; Ruralgemeinde Eckartsweiler mit Eichholz. Die Gemeinde Brunst war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Ab 1858 gehörte Brunst zum Landgericht Schillingsfürst und ab 1862 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schillingsfürst (1879 in das Amtsgericht Schillingsfürst umgewandelt), von 1927 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1858 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 982. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,239 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Brunst am 1. Mai 1978 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 982 und 1019.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Brunst gibt es zwei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Brunst Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 212 244 257 251 244 242 248 225 255 280 266 255 265 243 247 257 242 224 200 308 339 296 229 213HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 44 45 46 48 50 50 48 47 50 Quelle Für die Gemeinde Brunst mit Weißenkirchberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hezweiler (S. 40).
Ort Brunst Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 135 152 151 135 142 129 118 194 109 104 126Häuser 28 29 26 25 26 27 32 31Quelle
„Die Brunst/Brünst“ Das große Waldgebiet zwischen Leutershausen und Kloster Sulz wurde seit dem Mittelalter stellenweise gerodet. Die in den Rodungsgebieten angelegten 22 Weiler werden zusammen „die Brunst“ oder „die Brünst“ genannt. Es sind dies gemäß einer Auflistung von 1830 Weißenkirchberg, Brunst als der Hauptort der Brunst, „Eckhardsweiler“, Eichholz, Röttenbach, Aurach, Kleinaurach (= Eyerlohe), Warberg (= Wahrberg, heute Ortsteil von Aurach), Neunstetten, Unterdombach (= Niederdombach), „die weiße Mühl“, Büchelberg, Sachsen bei Leutershausen, Erlbach, Erlach, Gutenhard, Steinberg, Schwandt (= Schwand), Neureuth, Altengreuth, Schorndorf und die „Weihersmühl“.Friedrich Jacobi: Urgeschichte der Stadt und des ehemaligen Fürstenthums Ansbach. Ansbach 1868, S. 93; Friedrich Oechsle: Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges in den schwäbisch-fränkischen Grenzlanden. Heilbronn 1830, S. 320, Fußnote Die Brünst war für ihre gute Rinderviehzucht bekannt; ihre Dörfer galten als reich.Friedrich Benedict Weber: Bemerkungen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Landwirthschaft. Leipzig 1815, S. 194; Heinrich Wilhelm Bensen: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Rotenburg ob der Tauber. Erlangen 1856, S. 29.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Brunst Heimatverein Brunst e. V. (gegründet 2014)Fränkische Landeszeitung vom 24. April 2014 Schützenverein Weißenkirchberg e. V. (gegründet 1954)
Literatur
Weblinks
Fußnoten
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