Witali Walerjewitsch Fridson (; * 14. Oktober 1985 in Klinzy, RSFSR) ist ein ehemaliger russischer Basketballspieler. Fridson wurde mehrmals russischer Meister und Sieger der VTB United League. 2012 gewann er den europäischen Wettbewerb Eurocup und 2016 die Euroleague. Mit der russischen Nationalmannschaft gewann er bei der Europameisterschaft 2011 und bei den Olympischen Sommerspielen 2012 die Bronzemedaille.

Vereinskarriere Als beinahe 19-jähriger wechselte der Jugendnationalspieler Fridson vom BK Standard Togliatti in den Moskauer Vorort Chimki zum dort beheimateten Basketballverein. In seiner ersten Saison verlor er mit diesem Verein die Serie um den dritten Platz in der russischen Meisterschaft gegen UNICS Kasan. In der Viertelfinalserie der FIBA Europe League konnte man diesen Gegner bezwingen, verlor aber dann beim Final-Four-Turnier in Istanbul im Halbfinale gegen den späteren Titelträger BK Dynamo Sankt Petersburg. Im Spiel um den dritten Platz unterlag man Gastgeber Fenerbahçe Istanbul. Fridson wurde in jener Spielzeit in der FIBA Europa League nicht eingesetzt, aber trotzdem nach dem Gewinn der Junioreneuropameisterschaft 2005 in den Endrundenkader der russischen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2005 berufen. In der darauffolgenden Spielzeit war Fridson dann bereits im nun FIBA EuroCup genannten Wettbewerb ein wichtiger Einwechselspieler mit fünfzehn Minuten Einsatzzeit pro Spiel. Diesmal gewann Chimki, das sich zwischenzeitlich auch mit dem deutschen Nationalspieler Ademola Okulaja verstärkt hatte, das Halbfinale beim Schlussturnier in Kiew gegen Dynamo Sankt Petersburg. Im Endspiel unterlag man dann aber deutlich dem spanischen Verein Joventut de Badalona. Auch in der Halbfinalserie der russischen Meisterschaft konnte man Dynamo Sankt Petersburg besiegen und verlor die Finalserie der Meisterschaft 2006 ohne eigenen Sieg gegen Serienmeister und Euroleague-Gewinner PBK ZSKA Moskau, dem man auch im russischen Pokalwettbewerb im Finale knapp unterlegen war.

In der Spielzeit 2006/07 trat man im ULEB Cup an und erreichte das Achtelfinale, in dem man jeweils in Hin- und Rückspiel KK Roter Stern Belgrad unterlag. In der russischen Meisterschaft erreichte man diesmal den dritten Platz. Im ULEB Cup 2007/08 besiegte man in zwei Spielen im Sechzehntelfinale den deutschen Verein Köln 99ers jeweils deutlich, war dann im Achtelfinale gegen den späteren Titelgewinner Joventut Badalona aber chancenlos. In der Finalserie der russischen Meisterschaft war man ebenfalls ohne Sieg gegen Meister ZSKA Moskau, gewann aber dafür diesmal den russischen Pokalwettbewerb mit einem 85:67-Endspielsieg über ZSKA. Auch in den folgenden drei Jahren erreichte man die Finalserie der russischen Meisterschaft, in denen man jeweils dem dominierenden Serienmeister unterlegen war. Im neu betitelten Eurocup 2008/09 erreichte man das Endspiel, nachdem man unter dem neuen aus Italien stammenden Nationaltrainer Spaniens Sergio Scariolo im „Elite Eight“-Turnier in Turin im Viertel- und Halbfinale jeweils spanische Mannschaften bezwungen hatte. Im Endspiel selbst unterlag man dem litauischen Verein Lietuvos rytas Vilnius. Nach den Erfolgen in Meisterschaft und Europapokal durfte man in der Saison 2009/10 in der höchsten europäischen Spielklasse Euroleague antreten. Hier schied man in der zweiten Gruppenphase der sechzehn besten Mannschaften knapp gegen den spanischen Verein Caja Laboral aus. In der Euroleague-Spielzeit 2010/11 schied man dagegen bereits in der ersten Gruppenphase aus. Nachdem im März 2011 Rimas Kurtinaitis, 2009 noch Trainer von Finalsieger Lietuvos rytas im ULEB Cup, das Traineramt übernommen hatte, gewann man bei seiner zweiten Austragung die VTB United League 2011 knapp im Finale gegen ZSKA Moskau. Fridson, im Halbfinale bester Korbschütze und im Endspiel bester Rebounder wurde zum wertvollsten Spieler des VTB-Schlussturniers ernannt. Nach neun Jahren bei Chimki unterschrieb Fridzon im Sommer 2013 bei ZSKA Moskau.

Mit ZSKA gewann Fridson 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 jeweils die russische Meisterschaft sowie den VTB-Meistertitel. Auf europäischer Ebene fuhr man 2016 den Sieg in der Euroleague ein. Auf dem Weg zu diesem Erfolg trug Fridson in der Euroleague-Spielzeit 2015/16 in 27 Einsätzen durchschnittlich 6,4 Punkte je Begegnung bei.

2020 wechselte er von Moskau zum BK Zenit Sankt Petersburg. In der Saison 2021/22 gewann er mit der Mannschaft den russischen Meistertitel und jenen in der VTB-Liga. Am Ende seiner Laufbahn stand Fridson bei Awtodor Saratow sowie in seiner Heimatoblast bei Desna Brjansk unter Vertrag. Mit 40 Jahren gab er wegen gesundheitlicher Beschwerden das Ende seiner Spielerlaufbahn bekannt.

Nationalmannschaft Nach dem Sieg bei der U20-Junioreneuropameisterschaft 2005 wurde Fridson auch in den Endrundenkader der Basketball-Europameisterschaft 2005 der Herren berufen. Russland verlor im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Griechenland und Fridson bekam insbesondere Einsatzzeit in den beiden Spielen in der Platzierungsrunde, die jedoch beide verloren gingen, so dass man am Ende den achten Platz belegte und nicht für die Basketball-Weltmeisterschaft 2006 qualifiziert war. Für die EM 2007 wurde Fridson als einer der letzten beiden Spieler von Trainer David Blatt aus dem Endrundenkader gestrichen, mit der Folge, dass Fridson am überraschenden Titelgewinn der Russen mit dem Endspielsieg gegen Gastgeber Spanien nicht beteiligt war. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking war Fridson wieder Mitglied des Endrundenkaders, wurde aber beim enttäuschenden Abschneiden der Russen mit nur einem Vorrundensieg nur geringfügig eingesetzt. Bei der folgenden EM 2009 war Fridson fester Bestandteil der Rotation der eingesetzten Spieler. Man gewann jedoch als Titelverteidiger mit dem Auftaktspiel erneut in der Vorrunde nur einmal und verlor dabei auch gegen eine junge deutsche Nationalmannschaft. Trotzdem reichte es zum Einzug in die Zwischenrunde, in der man alle Spiele gewann, jedoch im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Serbien verlor und letztendlich den siebten Platz erreichte. Im Spiel um den siebten Platz gegen die Türkei bot Fridson seine stärkste Turnierleistung auf und war mit 26 Punkten in 35 Minuten Einsatzzeit bester Korbschütze seiner Mannschaft. Bei der WM 2010 erlitt man seine einzige Niederlage in der Vorrunde gegen Gastgeber Türkei, schied aber dann im Viertelfinale gegen den späteren Titelgewinner Vereinigte Staaten aus der Medaillenvergabe aus. Fridson bot erneut seine beste Turnierleistung mit 18 Punkten beim Sieg im letzten Spiel um den siebten Platz auf. Bei der EM 2011 gewann man sogar bis zum Halbfinale alle Spiele, unter anderem in einer Neuauflage gegen Serbien im Viertelfinale. Dort verlor man aber dann gegen Frankreich und sicherte sich mit einem Sieg im Spiel um den dritten Platz über die Überraschungsmannschaft des Turniers Mazedonien die Bronzemedaille. Bei den Olympischen Spielen 2012 gewann Fridson mit der russischen Nationalmannschaft durch einen 81:77-Sieg gegen Argentinien die Bronzemedaille. Dabei trug Fridzon mit 4 Punkten in der letzten Minute maßgeblich dazu bei, den knappen Erfolg zu sichern.

Auszeichnungen und Erfolge 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2022 russischer Meister 2008 russischer Pokalsieger 2011, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2022 Sieger der VTB United League 2011 Wertvollster des VTB-Schlussturniers 2016 Euroleague-Sieger 2012 Sieger ULEB Eurocup 2011 Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaft 2012 Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele in London

Weblinks

archive.fiba.com: Players – Vitaliy FRIDZON (RUS) – Übersicht über Teilnahmen an FIBA-Turnieren (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2012 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 Kategorie:Basketballnationalspieler (Russland) Kategorie:Basketballspieler (BK Zenit Sankt Petersburg) Kategorie:Basketballspieler (Awtodor Saratow) Kategorie:Basketballspieler (PBK ZSKA Moskau) Kategorie:Russischer Meister (Basketball) Kategorie:Euroleague-Sieger Kategorie:Olympiateilnehmer (Russland) Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Mann