Der Möschbach, am Unterlauf auch Spitzenbach genannt, ist ein Bach in Bad Honnef mit einer Länge von knapp 3,5 Kilometern. Er entspringt im Annatal des Siebengebirges und mündet nach Durchquerung des Ortsteils Rommersdorf von rechts in den Mittelrhein. Der Bach trägt die Fließgewässerkennziffer 2719392, sein Einzugsgebiet umfasst 2,4 km².
Name Der Gewann-Name „Auf der Möschbach“ bedeutet „(Am) Sperlingsbach“.Helmut Arntz (unter Mitarbeit von Adolf Nekum): Urkataster und Gewannen: am Beispiel der Gemeinde Honnef 1824/1826 (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e. V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 13, Bad Honnef 2000; Gesellschaft für Geschichte des Weines e. V.: Schriften zur Weingeschichte, , Nr. 133, Wiesbaden 2000). S. 136, 140. Der Name Spitzenbach bzw. früher Spitzerbach – bezugnehmend auf den bereits in der Jesuitenkarte von etwa 1749 erwähnten Flurnamen An der Spitze – für den Unterlauf des Baches ist auf einen scharfen Knick zurückzuführen, den er im Bereich der heutigen Hauptstraße zur Umgehung der sogenannten Peschwiese machte.Die Geschichte von „Am Spitzenbach“ ist abenteuerlich, General-Anzeiger, 17. Oktober 2013 In der Jesuitenkarte von etwa 1749 war der Bach als Rommersdorfer Bach bezeichnet worden.Grundbesitz des Kölner Jesuitenkollegs bei Bad Honnef, kolorierte Federzeichnung, Maßstab 1:300, 67 × 36 cm; Abdruck in Adolf Nekum: Der Weinbau in Honnef – Erinnerungen an eine 1.100jährige Geschichte (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e. V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 10). Bad Honnef 1993, S. 41/42.
Geographie Der Möschbach ist nach der Typologie der Fließgewässer NRW ein kleiner Talauebach des Grundgebirges.
Verlauf Der Möschbach entspringt auf einer Höhe von im Annatal des Siebengebirges in einem Wald südlich des hohen Ölenders.
Auf seinem ersten Drittel verläuft der Bach entlang der beiden Breiberge und des Korferbergs () oberirdisch sowie naturnah und wird zweimal gestaut. Auf etwa nimmt er von links den Tretschbach auf, der früher auch als sein Oberlauf angesehen wurde. Nachdem er das Annatal verlassen hat, tritt er in den Ortsbereich von Rommersdorf ein und begleitet hier schließlich oberirdisch die enge Möschbachstraße im Ortskern, bevor er erstmals in einen Kanal abtaucht. Auf seinem weiteren Lauf ist der Bach entlang der Wilhelmstraße seit 2008 auf einer Strecke von rund 220 m mit einem neuen Verlauf wieder offengelegt.
Zur Unterquerung von Hauptstraße, Bundesstraße 42, Eisenbahnstrecke und Siebengebirgsbahn fließt der Bach wieder unterirdisch, bevor er schließlich auf einer Höhe von ungefähr von rechts in den Rhein mündet.
Der etwa 3,4 km lange Lauf des Möschbachs endet ungefähr 216 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 63 ‰.
Einzugsgebiet Das 2,428 km² große Einzugsgebiet des Möschbachs erstreckt sich vom Siebengebirge bis zur Honnefer Talweitung und wird durch ihn über den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es grenzt im Osten an das Einzugsgebiet des Einsiedlerbachs, der über den Ohbach in den Rhein entwässert; im Südosten an das des Poßbachs, der in den Ohbach mündet; im Süden an das des Ohbachs direkt und im Norden an das des Fonsbachs, der in den Rhein mündet.
Sein Einzugsgebiet ist im Osten zum größten Teil bewaldet und im Westen besiedelt. Die höchste Erhebung ist der hohe Berg mit der Ruine der Löwenburg im Osten des Einzugsgebiets.
Zuflüsse Länge (km), Einzugsgebiet (km²) und mittlerer Abfluss (l/s) nach ELWAS Tretschbach (links), 1,5 km, 1,02 km², 7,46 l/s
Geologie Auf seinem Abschnitt im Rheintal hat der Möschbach im Holozän einen umfangreichen Schwemmfächer angehäuft, dessen Ablagerungen im Wesentlichen aus tonig-sandigem Schluff bestehen.Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.); Gangolf Knapp, Klaus Vieten: Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000. Blatt 5309 Königswinter. 3., überarbeitete Auflage, Krefeld 1995.
Regulierungen Auf Höhe der Göringallee (früher Rommersgasse, heute Am Spitzenbach) verlief der Bach noch in den 1920er-Jahren oberirdisch und war zu einem Teich aufgestaut. 1922 wurde er in der Rommersdorfer Ortslage in einem Betonbett und mit Basaltwänden reguliert sowie teilweise überdeckeltHonnefer Volkszeitung, 18. Oktober 1922, S. 2 (zeitpunkt.nrw), 1925 zwischen Frankenweg und Spießgasse mit Eisenbetondecken und -platten zugedecktHonnefer Volkszeitung, 9. Dezember 1924, S. 3 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 21. Februar 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 8. April 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw) und 1934 an der Wilhelmstraße kanalisiert.Honnefer Volkszeitung, 29. März 1934, S. 2 (zeitpunkt.nrw) 1962 folgte die Kanalisierung entlang der Straße Am SpitzenbachHonnefer Volkszeitung, 13. Oktober 1960, S. 5 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 9. Juni 1962, S. 7 (zeitpunkt.nrw), 2008 wurde der Möschbach an der Wilhelmstraße wiederum mit einem neuen Verlauf offengelegt. Für die Zukunft ist eine weitere Offenlegung des Bachs geplant (Stand: April 2016).Ein natürliches Bett für den Möschbach, General-Anzeiger, 26. April 2016
An der Möschbachstraße befindet sich eine Rechenanlage, außerdem bestehen mehrere Wasserrückhaltebecken und Mauerwerkbefestigungen.
Namensgeber Nach dem Bach ist über die gleichnamige Straße die Haltestelle Bad Honnef Am Spitzenbach der Siebengebirgsbahn benannt.
Weblinks
Informationen der Bad Honnef AG (PDF) Flensburg online vom 25. Juli 2008: Offenlegung vom Möschbach in Bad Honnef. Bachläufe naturnah verbessern
Einzelnachweise
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