Mass Effect 3 ist ein Action-Rollenspiel in der Science-Fiction-Spielwelt Mass Effect des kanadischen Spieleentwicklers BioWare und der abschließende Titel der Reaper-Trilogie. Die Bedrohung der galaktischen Lebensformen kulminiert in der Invasion der Milchstraße durch das außerirdische Maschinenvolk der Reaper. Nach dem Angriff der Reaper auf die Erde muss Commander Shepard die Völker der galaktischen Allianz zum Gegenschlag sammeln und in die finale Abwehrschlacht führen.
Das Spiel erschien in Deutschland am 8. März 2012 für Windows, Xbox 360 und PlayStation 3. Eine „Special Edition“ betitelte Portierung für die Wii U erschien zum Launch der Konsole am 30. November 2012 und beinhaltete zusätzlich den DLC Aus der Asche.
Handlung Handlungsverlauf
Die Handlung des dritten Teils beschäftigt sich mit der abschließenden Konfrontation zwischen den Citadel-Völkern und den Reapern. Sie schließt direkt an die Downloaderweiterung Die Ankunft für Mass Effect 2 an. Commander Shepard wird zum Militärischen Rat beordert, als der Angriff der Reaper auf die Erde beginnt. Da die Angreifer aus eigener Kraft nicht zurückgeschlagen werden können, muss Commander Shepard von der Erde fliehen und die Streitkräfte aller Völker für den finalen Endkampf sammeln, Shepards Mentor Admiral Anderson bleibt freiwillig zurück, um die Verteidigung auf der Erde zu organisieren. Neben den Reapern muss Shepard auch die Verbrecherorganisation Cerberus bekämpfen.
Shepards erster Einsatz nach der Einführungsmission auf der Erde führt ihn auf den Mars, wo er in einer Forschungsanlage Liara T’Soni vor den Angriffen einer Cerberus-Spezialeinheit bewahren muss. Liara übergibt Shepard Forschungsergebnisse mit Informationen über eine protheanische Abwehrwaffe gegen die Reaper. Auf Basis dieser Konstruktionspläne beginnt Admiral Hackett mit dem Bau der Waffe, während Shepard den Citadel-Rat davon zu überzeugen versucht, der Menschheit in ihren Abwehrbemühungen beizustehen. Der Rat zeigt sich jedoch widerwillig, da alle Ratsvölker durch eigene Abwehrbemühungen gebunden sind. Um ihn zu überzeugen, muss Shepard Verbündete sammeln (Galaktische Bereitschaft) und daher mehrere Aufträge übernehmen:
Die mögliche Umkehrung der kroganischen Genophage Die Aufdeckung und das Zurückdrängen von Cerberus' Einfluss auf den Citadel-Rat Die Lösung des Konflikts zwischen Quarianern und den Geth Die Verteidigung des Heimatplaneten der Asari, verbunden mit der Suche nach einem wichtigen Bauteil für die Abwehrwaffe Die Zerstörung des Cerberus-Hauptquartiers
Viele dieser Missionen sind für den Spieler dabei auf unterschiedliche Weise lösbar, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Handlung und den galaktischen Bereitschaftslevel, der wiederum maßgeblichen Einfluss auf den möglichen Ausgang der Finalschlacht besitzt. Nach der erfolgreichen Zerstörung des Cerberus-Hauptquartiers stellt sich heraus, dass die Citadel als Katalysator für die Abwehrwaffe benötigt wird. Diese wurde jedoch zwischenzeitlich von den Reapern in das Sonnensystem nahe der Erde verlegt. Das Finale findet daher auf der Erde und im unmittelbaren Erdorbit statt.
In einer Kommandoaktion stößt Shepard mit Admiral Anderson in die Citadel vor und schließt die Vorbereitungen zur Aktivierung der Waffe ab. Dort treffen sie auch auf den Unbekannten, den Anführer von Cerberus, der schließlich ebenso wie Admiral Anderson ums Leben kommt. Shepard dringt mit letzter Kraft in den innersten Kontrollraum der Citadel vor. Dort offenbart sich ihm gegenüber eine künstliche Intelligenz als der eigentliche Katalysator und gleichzeitig auch als „Lenker“ der Reaper. Diese KI erklärt, dass die regelmäßige Auslöschung aller Lebensformen durch die Reaper ein Versuch sei, die organischen Lebensformen vor der Selbstauslöschung zu bewahren. Organische Lebewesen würden stets versuchen synthetische Lebewesen zu erschaffen, um ihr eigenes Leben zu vereinfachen. Synthetische Lebewesen würden ihren Schöpfern mit fortschreitender Entwicklung immer überlegener und eines Tages alles organische Leben vernichten.
Die Tatsache, dass mit Shepard nun das erste organische Lebewesen bis zur KI vorgedrungen sei, zeige aber, dass die bisherige Lösung nicht mehr funktioniere. Die KI gibt Shepard bis zu vier Handlungsoptionen, abhängig von dessen Erfolg beim Aufbau der intergalaktischen Flotte für den letzten Kampf mit den Reapern:
Shepard übernimmt die direkte Kontrolle über die Reaper und stoppt so die Vernichtung. Shepard wählt die Synthese, also Transformation sämtlicher Lebensform in eine organisch-synthetische Mischform. Shepard entscheidet sich für die Zerstörung der Reaper und allen synthetischen Lebens. Shepard entscheidet, dass der Zerstörungszyklus fortgesetzt wird und alle höher entwickelten Zivilisationen, auch die Erde, vernichtet werden. Diese Option wurde erst mit dem kostenlosen DLC „Extended Cut“ hinzugefügt.
Bei der Auswahl von Option 3 wird – jedoch nur bei einer hohen Galaktischen Bereitschaftswertung – durch eine kurze Szene am Ende des Abspanns ein Überleben Shepards angedeutet.
In der im Jahr 2012 ursprünglich ausgelieferten Version des Spiels wurden in allen drei Versionen der Endsequenz auch sämtliche Massenportale in der Galaxie zerstört. Mit dem „Extended Cut“-DLC wurden neue Varianten hinzugefügt, in denen bei einem hohen galaktischen Bereitschaftslevel die Portale nach einiger Zeit repariert werden können. Zusätzlich senkte der DLC die Mindest-Bereitschaftslevel zum Erreichen diverser End-Varianten.
Charaktere NameGeschlechtRasseKlasseSprecher (englisch)Sprecher (deutsch)RolleCommander ShepardVom Spieler wählbarmännlichMenschwählbarMark MeerErik SchäfflerSpielercharakterCommander ShepardweiblichMenschwählbarJennifer HaleNicole BoguthSpielercharakterGarrus VakarianmännlichTurianerTurianischer InfiltratorBrandon KeenerRonald SpiessBegleiterLiara T’SoniAsari haben weibliche Körper, sind aber sowohl männlich als auch weiblichAsariAsari-WissenschaftlerAli HillisTanja DohseBegleiterJames VegamännlichMenschWaffenmeisterFreddie Prinze juniorJan-David RönfeldtBegleiterTali’Zorah nar Rayya (vas Normandy)weiblichQuarianerQuarianische MaschinistinLiz SrokaMia DiekowBegleiterinUrdnot WrexFalls Charakter in den vorhergehenden Teilen überlebt hatmännlichKroganerKroganischer KampfmeisterSteve BarrThomas Karallusehemaliger BegleiterKaidan AlenkomännlichMenschWächterRaphael SbargeChristian RudolfBegleiterAshley Madeline WilliamsweiblichMenschAllianz-OffizierKimberly BrooksIsabella BartdorffBegleiterinEDI (Erweiterte Defensiv-Intelligenz) weiblichKünstliche IntelligenzTechnikerTricia HelferChristine PappertBegleiterin, Schiffs-KIJeff „Joker“ MoreaumännlichMensch–Seth GreenHubertus von LerchenfeldNormandy-Crew (Pilot)Der Unbekannte (Illusive Man)männlichMensch–Martin SheenBernd StephanCerberus-AnführerDavid AndersonmännlichMensch–Keith DavidRainer SchmittAllianz-AdmiralSteven HackettmännlichMensch–Lance HenriksenEberhard HaarAllianz-AdmiralAria T’LoakAsari–Carrie-Anne Moss Marion Elskis Syndikats-AnführerMiranda LawsonweiblichMenschCerberus-OffizierYvonne Strahovski Jennifer Böttcher ehemalige BegleiterinDiana AllersweiblichMensch–Jessica ChobotKristina von WeltzienReporterinThane KriosmännlichDrellDrell-Attentäter Keythe Farley Konstantin Graudus ehemaliger BegleiterJavikOptionaler Charakter, in "From Ashes" DLC enthaltenmännlichProtheanerProtheanischer Krieger Ike Amadi Frank Felicetti BegleiterAnmerkungen
Spielprinzip Mass Effect 3 besitzt sowohl einen Einzel- als auch einen Mehrspielermodus sowie einen beide Modi verbindenden Spielmechanik mit der Eigenbezeichnung „Galaxy at War“.
Einzelspieler Mass Effect 3 ist wie seine Vorgänger ein levelbasiertes Action-Rollenspiel. Wie bereits bei Mass Effect 2 ist ein Import eines existierenden Charakters aus einem Speicherstand des direkten Vorgänger möglich, alternativ kann ein neuer Charakter erstellt werden. Das Spiel bietet drei deutlich voneinander abweichende Spielmodi, die das Spielgefühl wesentlich beeinflussen. Während der sogenannte Rollenspielmodus dem Spielprinzip der Vorgänger entspricht, entfernt der Actionmodus die Möglichkeit, während der Dialoge zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten zu wählen und rückt die Kämpfe in den Vordergrund. Der Storymodus hingegen bietet sämtliche Handlungsoptionen, reduziert dafür den Schwierigkeitsgrad der Kämpfe auf einen sehr niedrigen Level.
Die Xbox-Version des Spiels unterstützt optional Microsofts Sprach- und Gestensteuerung Kinect. Besitzer der entsprechenden Hardware können dadurch mittels Sprachbefehl Anweisungen an die KI-gesteuerten Begleiter und die eigene Spielfigur geben und damit beispielsweise Bewegungsbefehle geben, einen Waffenwechsel durchführen oder die Verwendung einer besonderen Fähigkeit anordnen. Eine Gestensteuerung wurde dagegen nicht umgesetzt, da es sich eigenen Angaben zufolge nicht authentisch genug ins Spiel einbinden ließ.
Mehrspieler Mass Effect 3 ist der erste Titel der Reihe mit einem Mehrspielermodus. Es besitzt einen auf vier Spieler beschränkten Koop-Modus mit eigens entworfenen Mehrspielerleveln. Der Spieler erstellt darin für eine Partie eine neue Spielfigur, die als Elitesoldat der Special Forces gemeinsam mit anderen Mitspielern Ressourcen und sogenannte Aktivposten beschützen soll. Für die Charaktererstellung stehen ursprünglich sechs Klassen und sieben Rassen. Die Auswahl erweitert sich durch die Installation mehrerer Download-Erweiterungen. Der Spieler kann mehrere Mehrspielerfiguren erstellen. Allerdings sind die Kombinationen aus Klasse und Rasse vom Spiel vorgegeben und müssen zudem vom Spieler freigespielt werden. Wie im Hauptspiel sammeln die Charaktere während der Einsätze Erfahrungspunkte und Credits der Spielwährung. Dadurch können ihre Fähigkeiten verbessert und in einem Shop durch den Erwerb sogenannter Ausrüstungskits neue Gegenstände, Waffen und Mehrspieler-Charaktere freigeschaltet werden. Der Spieler hat jedoch keinen Einfluss darauf, welche Gegenstände erworben werden, sie werden ihm vom Programm nach einem Zufallsprinzip zugewiesen.
Galaxy at War Galaxy at War ist eine Spielmechanik, die parallel zur Einzelspielerkampagne zum Einsatz kommt. Sie verzahnt unter anderem Mehrspielermodus und Einzelspielerkampagne miteinander. Sowohl erfolgreich absolvierte Missionen der Einzelspielerkampagne als auch des Mehrspieler-Modus haben Auswirkungen auf die sogenannte Galaktische Bereitschaft. Diese simuliert den Erfolg der Mobilisierungs- und Abwehrmaßnahmen der galaktischen Völker im Kampf gegen die Reaper. Sie wirkt sich wiederum auf den finalen Endkampf der Einzelspielerkampagne aus. Eine Beendigung der Einzelspielerkampagne ist zwar auch ohne die Verwendung der Mehrspieler-Funktionen von Galaxy at War möglich. Das lässt den Schwierigkeitsgrad für die optimale Lösung des Spiels jedoch deutlich ansteigen. Eine weitere Möglichkeit der Bereitschaftssteigerung ergibt sich durch den Erwerb des Begleitproduktes Mass Effect Infiltrator. Die Spielfigur findet darin sogenannten Daten-Disks, die über die Verknüpfung mit einem Origin-Account mit Mass Effect 3 verknüpft werden können.
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