Die 41. Alpinen Skiweltmeisterschaften fanden vom 7. bis zum 20. Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen statt. Die Rennen fanden auf dem Gudiberg und auf der Kandahar-Strecke statt.

Vergabe mini|Werbung für GAP 2011 auf dem Zugspitzplatt Die Wahl des Austragungsortes erfolgte am 25. Mai 2006 in Vilamoura (Portugal) beim 45. FIS-Kongress durch die 15 anwesenden Mitglieder des FIS-Vorstandes. Der Markt im Werdenfelser Land setzte sich dabei mit 9:6 Stimmen gegen den einzigen Mitbewerber Schladming durch.

Garmisch-Partenkirchen hatte seit den Weltmeisterschaften 1978 bereits fünfmal erfolglos eine Bewerbung versucht, zuletzt 2004 für die WM 2009. Schladming war bereits Ausrichter der WM 1982 gewesen und scheiterte bei der Vergabe der WM 2009 knapp an Val-d’Isère, konnte sich aber schließlich zwei Jahre später durchsetzen und hat die WM 2013 ausgerichtet.

Termin und Disziplinen Der internationale Skiverband bestätigte am 27. Mai 2008 beim FIS-Kongress in Kapstadt den Termin für die Alpinen Skiweltmeisterschaften, wonach die Titelkämpfe vom 7. bis 20. Februar 2011 stattfinden würden. Das Wettkampfprogramm mit den exakten Startzeiten für die 13 WM-Tage wurde vom Vorstand der FIS rund ein Jahr vor der Großveranstaltung beschlossen und festgelegt.

Bei den alpinen Titelkämpfen wurden pro Geschlecht jeweils fünf Rennen und ein gemeinsamer Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Die Einzelmedaillen wurden in den Disziplinen Abfahrt, Super-G, Super-Kombination, Riesenslalom und Slalom vergeben. Die Slalomrennen der Damen und Herren fanden am Gudiberg mit Zieleinlauf ins Olympia-Skistadion der Olympiaschanze in Partenkirchen statt. Alle anderen Disziplinen wurden auf der Kandahar-Piste mit Ziel im Ortsteil Garmisch ausgetragen.

Teilnehmer

Es traten 525 Athleten (208 Damen und 317 Herren) aus 67 Ländern an, die um insgesamt 33 Medaillen kämpften.

Organisation Veranstaltungs-GmbH Für die Organisation und Umsetzung der Weltmeisterschaften 2011 wurde am 5. Januar 2007 eine Veranstaltungs-GmbH gegründet und im Handelsregister eingetragen. Die GmbH stand unter dem Dach des Deutschen Skiverbandes und war eine hundertprozentige Tochter dessen. Alle beteiligten Gruppen, der DSV, die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und der Ski-Club Garmisch waren im Präsidium der WM-Veranstaltungs-GmbH vertreten. Das Organisationskomitee war in eine strategische und eine operative Ebene unterteilt.

Organisationskomitee Die strategische Ebene des Organisationskomitees bestand aus Präsidium, Ehrenpräsidium, OK-Beirat und Koordinationsausschuss. Das Präsidium wurde von DSV-Präsident Alfons Hörmann geführt, stellvertretender Präsident war der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, Thomas Schmid. Das Ehrenpräsidium setzte sich aus verdienten Kapazitäten der Politik und des Sports zusammen. Rosi Mittermaier, Staatsminister Erwin Huber, Fritz Wagnerberger und Landrat Harald Kühn unterstützten das Organisationskomitee in gesellschaftlichen und politischen Fragen. Der OK-Beirat hatte beratende Funktion. Er setzte sich aus Experten für Finanzen (Helmut Schreyer, Manfred Baldauf), Rechtsangelegenheiten (Franz Steinle, Gerhard Dambeck) und für die Organisation von großen Sportveranstaltungen (Michael Maurer, OK Vier-Schanzentournee) zusammen. Ein weiterer Bestandteil der strategischen Ebene war der Koordinationsausschuss. Ihm gehörten Mitglieder des Internationalen Skiverbandes (Sarah Lewis, Christian Knauth), der Europäischen Rundfunkunion (Marc Jörg, Ingolfur Hannesson), der Vermarktungsagentur und des nationalen Host Broadcaster (ZDF/ARD) an. Dieser Ausschuss traf sich in regelmäßigen Abständen, um die Entwicklung des WM-Projekts zu besprechen und die gemeinsame Vorgehensweise zu koordinieren.

Die operative Ebene wurde von der Geschäftsleitung in Person von Peter Fischer und Walter Vogel geführt. Die beiden Geschäftsführer leiteten und koordinierten die Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten der einzelnen Ressorts. Die Organisationsbereiche waren in sieben Ressorts aufgeteilt.

Logistik: Logistik, Transport, Events, Eröffnungs- und Schlussfeier. Tourismus/Unterkünfte Sportprojekte: Akkreditierung, Voluntari, Jugendcamp. Marketing: Media, Kommunikation, Sponsoring. Rennorganisation/Streckenbau: Rennleitung, Streckenpersonal, Bauten, Bergbahnen, Technik, Pisten. Administration: Administration, Ticketverkauf. Umwelt/Verkehr

Kultur Das offizielle Logo der Alpinen Skiweltmeisterschaften wurde durch den Grafiker Peter Ostenrieder entworfen und im Rahmen des Ski-Weltcups 2007 in Garmisch-Partenkirchen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Es zeigt einen stilisierten, an die Schwunglinien eines Slalomlaufes erinnernden Skiläufer in den deutschen Landesfarben sowie fünf Wellenlinien in den olympischen Farben, welche die fünf teilnehmenden Kontinente symbolisieren sollen.Alles Logo in Birkland (www.merkur-online.de)

mini|Ga und Pa auf der Medal Plaza Die offiziellen Maskottchen der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 waren die beiden Schneebälle „Ga“ und „Pa“. Entworfen wurden die Figuren von der zentralen WM-Botschafterin und Mitglied des Ehrenpräsidiums des Organisationskomitees Rosi Mittermaier unter Mitwirkung ihres Mannes Christian Neureuther sowie deren Tochter Ameli Neureuther. Ga und Pa wurden erstmals am 26. Februar 2010 auf dem Garmischer Mohrenplatz vorgestellt.

Christian Neureuther hatte zunächst die Idee von einem Schneeball, der durch Deutschland rollen und gute Stimmung verbreiten soll. In Anlehnung an die beiden ortsansässigen Skiclubs entschied man sich schließlich dafür, die Schneebälle als Duo in Szene zu setzen. Die Mützen der Maskottchen trugen die Farben des Skiclubs Garmisch („Ga“, rote Mütze) und des Skiclubs Partenkirchen („Pa“, blaue Mütze). Ga und Pa traten als Liebespaar in Erscheinung und sollten hierdurch ein harmonisches Verhältnis der beiden Sportvereine sowie der beiden Ortsteile symbolisieren, das in der Vergangenheit durch eine gewisse Rivalität geprägt gewesen war.

Ga und Pa traten im Vorfeld der WM zu verschiedenen Anlässen als Werbeträger und Botschafter auf und waren während der Veranstaltung bei allen Wettkämpfen sowie bei den Siegerehrungen zu sehen.

Das Motto der Weltmeisterschaften lautete „Festspiele im Schnee“ und wurde am 16. Oktober 2009 durch das Organisationskomitee erstmals verkündet.

Der offizielle WM-Song trug den Titel „You're a hero (between heaven and hell)“. Er wurde von der Rennläuferin und späteren Doppelweltmeisterin Elisabeth Görgl sowie dem Komponisten und Produzenten Christian Geisler unter dem Namen „Lizz & Crizz“ interpretiert und bei der Eröffnungsfeier am 7. Februar 2011 live vorgetragen. In diesem Song sind auch einige Moderationssequenzen des Sportkommentators und Medienchefs des Organisationskomitees Gerd Rubenbauer zu hören. Der Titel spielt in doppeldeutiger Weise auf die beiden Pistenabschnitte „Himmel“ und „Hölle“ an, die jeweiliger Bestandteil der Kandahar-Rennstrecke sind.

Programm Wettkämpfe Datum Uhrzeit Ort Herren Damen Montag, 7. Februar 2011 18:00 Gudiberg-Arena Eröffnungsfeier Dienstag, 8. Februar 2011 11:00 Kandahar Super-G Mittwoch, 9. Februar 2011 11:00 Kandahar Super-G Freitag, 11. Februar 2011 10:00 / 14:00 Kandahar / Gudiberg Super-Kombination Samstag, 12. Februar 2011 11:00 Kandahar Abfahrt Sonntag, 13. Februar 2011 11:00 Kandahar Abfahrt Montag, 14. Februar 2011 10:00 / 14:00 Kandahar / Gudiberg Super-Kombination Mittwoch, 16. Februar 2011 11:00 Kandahar Mannschaftswettbewerb Donnerstag, 17. Februar 2011 10:00 / 13:30 Kandahar Riesenslalom Freitag, 18. Februar 2011 10:00 / 13:30 Kandahar Riesenslalom Samstag, 19. Februar 2011 10:00 / 13:30 Gudiberg Slalom Sonntag, 20. Februar 2011 10:00 / 13:30 Gudiberg Slalom

Sonstiges mini|Siegerehrung für den Slalom der Damen Am Abend vor dem ersten Wettkampftag fand im Skistadion an der Großen Olympiaschanze die Eröffnungsfeier statt, bei der unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude sowie IOC-Vizepräsident Thomas Bach anwesend waren. Es war die erste Eröffnungsfeier Alpiner Skiweltmeisterschaften, die live im deutschen Fernsehen übertragen wurde.Garmisch-Partenkirchen startet die „Festspiele im Schnee“ (www.nordbayern.de)

Nach einem Wettrennen fand im Zielraum der Rennstrecken stets eine Blumenzeremonie statt. Die Vergabe der Medaillen erfolgte an jedem Wettkampftag um 18:30 Uhr auf der sogenannten Medal Plaza im Michael-Ende-Kurpark im Ortsteil Garmisch, lediglich am abschließenden Sonntag fand diese direkt im Anschluss an den Wettkampf in der Gudiberg-Arena statt. Im Anschluss an die Siegerehrungen wurden die Auslosungen der Startnummern für das darauf folgende Rennen ebenfalls auf der Medal Plaza vorgenommen.

Stadien mini|Zielbereich der Kandahar-Arena mini|Gudiberg beim Slalom der Damen Aufgrund von Sicherheitsauflagen musste die Zuschauerkapazität der beiden Stadien reduziert werden. Nachdem die Planung ursprünglich eine Kapazität von jeweils 15.000 Zuschauern vorsah, wurde im Hinblick auf die Konsequenzen nach dem Unglück bei der Loveparade 2010 eine Verringerung auf 10.000 Zuschauer je Wettbewerb vorgenommen. Das Organisationskomitee rechnete aufgrund dieser Einschränkungen mit einem Verlust von rund einer Million Euro.Sicherheitsauflagen: WM-OK verliert eine Million Euro (www.merkur-online.de)

Der Zugang war für den Individualverkehr gesperrt. Beide Skistadien waren ausschließlich über Shuttle-Busse, die Kandahar-Arena zusätzlich über die Bayerische Zugspitzbahn erreichbar.

Kandahar-Arena Die Kandahar-Arena bot in Form einer temporären Stahlrohr-Tribüne 10.000 Zuschauern Platz, ein Catering- und Zeltbereich sowie eine Showbühne befanden sich im sogenannten Fanpark hinter dem Tribünenbereich. Für die Zuschauer waren der sogenannte „Freie Fall“ auf der Herrenstrecke und die damit verbundenen Sprünge einsehbar.

Gudiberg-Arena Anders als bei vorherigen Weltcup-Rennen führte der Zieleinlauf der Piste am Gudiberg nicht in das benachbarte Olympia-Skistadion, sondern in ein in Stahlrohr-Bauweise errichtetes temporäres Stadion mit einer Kapazität von 10.000 Zuschauern im Bereich des Zielraums sowie an der Strecke. Weitere 5000 Zuschauer fanden im benachbarten Fanpark Platz, der sich innerhalb des Olympia-Skistadions befand. Von dort aus war zwar ein Großteil der Strecke, nicht aber der Zieleinlauf einsehbar, sodass auf Höhe der Aufsprungbahn der Großen Olympiaschanze eine Videoleinwand installiert wurde. Das Catering und eine Showbühne befanden sich ebenfalls innerhalb des Fanparks. Von den Sitz- und Stehplätzen im Tribünenbereich war mit Ausnahme des Starts nahezu die komplette Rennstrecke einsehbar.

Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 4 3 1 8 2 2 1 143 1 2 3 6 4 1 2 - 3 5 1 1 - 2 6 1 - - 1 1 - - 18 - 1 34 9 - 1 - 110 - - 2 2 11 - - 1 1

Herren Abfahrt Platz Land Sportler Zeit 1 CAN Erik Guay 1:58,41 min 2 SUI Didier Cuche 1:58,73 min 3 ITA Christof Innerhofer 1:59,17 min 4 AUT Romed Baumann 1:59,51 min 5 NOR Aksel Lund Svindal 1:59,83 min 6 SLO Andrej Šporn 2:00,25 min 7 AUT Michael Walchhofer 2:00,28 min 8 FRA Johan Clarey 2:00,35 min 9 SUI Beat Feuz 2:00,47 min 10 SUI Ambrosi Hoffmann 2:00,48 min 11 AUT Klaus Kröll 2:00,58 min 12 SUI Silvan Zurbriggen 2:00,75 min - - - - 14 ITA Peter Fill 2:00,81 min 16 AUT Hannes Reichelt 2:00,99 min 20 ITA Dominik Paris 2:01,55 min 22 ITA Werner Heel 2:01,79 min 31 GER Tobias Stechert 2:03,31 min

Datum: Samstag, 12. Februar 2011 Titelverteidiger: John Kucera Strecke: Kandahar Starthöhe: 1690 m, Zielhöhe: 770 m Länge: 3300 m, Höhenunterschied: 920 m Kurssetzer: Helmuth Schmalzl (ITA)

Ausgeschieden u. a.: Patrik Järbyn (SWE), Adrien Théaux (FRA), Andreas Sander (GER)

Der kanadische Titelverteidiger John Kucera war wegen einer seit November 2009 bestehenden schweren Verletzung bzw. einer erneuten Verletzung beim Comeback-Versuch nicht am Start.

Super-G