Das Kloster Grünwald war ein kleines Paulinerkloster im Ortsteil Grünwald der Gemeinde Lenzkirch im Hochschwarzwald.

Gründung Das Paulinerkloster Grünwald entstand aus einer Eremitenansiedlung um 1362 durch Schenkungen des nahe gelegenen Klosters St. Blasien und durch Schenkungen der Ritter von Blumegg und von Wolfurt.

Im Paulinerkloster war ein kleiner Konvent, in dem gemäß einer Verpflichtung gegenüber dem Kloster St. Blasien nicht mehr als zehn Mönche leben durften; meist waren es neben dem Prior jedoch nur zwei bis drei. Um 1430 kam die kleine Ortschaft Kappel als Pfarrei zum Kloster. 1488 wurden die Fürstenberger Herren über das Kloster, da es in ihren Herrschaftsbereich fiel. 1803 wurde das Kloster endgültig aufgehoben.

Bibliothek Die Klosterbibliothek verfügte über einen großen Bücherbestand vor allem zur Seelsorgepraxis. Hier befand sich eine für die Geschichte des Paulinerordens bedeutende Handschrift, die früheste Niederschrift der Ordenskonstitutionen aus dem Jahr 1380, ferner das Liber, qui dicitur informacio religiosi – Eine bedeutende, ehemals unbekannte Fassung der Novizeninstruktion (Formula novitiorum) des Franziskaners David von Augsburg. Weiter enthält es ein Martyrologium und ein Jahrzeitbuch zum Kloster Grünwald. Es ist der Codex 275/2 (früher Codex 27.3.25) und befindet sich seit der Auflösung in der der Stiftsbibliothek im Stift St. Paul im Lavanttal.

Anlage Um 1670 wurde die kleine Klosteranlage und die Kirche nach Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges neu erbaut. Nachdem sie 1675 eine Reliquie des heiligen Lucius erhalten hatte, war sie zeitweise ein beliebtes Wallfahrtsziel. Auch eine Kopie der Schwarzen Madonna von Tschenstochau wurde hier verehrt. 1733 wurde die kleine Kirche neu errichtet. Durch Brandstiftung brannte Kirche und Kloster 1880 ab; lediglich die Kirche wurde auf den alten Grundmauern durch die Fürsten von Fürstenberg wieder aufgebaut.

Im Eingangsbereich befindet sich ein gotisches Sandsteinrelief aus der Zeit um 1370, das die Weihnachtsgeschichte und Szenen aus der Passion Christi zeigt. Das Altarbild, das die Kirchenpatronin Maria Magdalena zeigt, stammt aus dem Jahr 1711 und wurde dem Kloster vom damaligen Abt des Klosters St. Blasien geschenkt. Enge Verbindungen bestanden zum Paulinerkloster Tannheim und zum Paulinerkloster Bonndorf in Bonndorf.

Literatur Kaspar Elm: Quellen zur Geschichte des Paulinerordens aus Kloster Grünwald im Hochschwarzwald, in: ZGO 120 (1972) S. 91–124 Kurt Hodapp: Pfarrei St. Nikolaus Lenzkirch, 1985, S. 22–33

Weblinks

Kloster Grünwald auf der Website der Seelsorgeeinheit Hochschwarzwald

Grunwald Grunwald Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald kloster Kategorie:Aufgelöst 1803