Manuela Kerer (* 1980 in Brixen) ist eine italienische Komponistin und Hochschullehrerin deutscher Muttersprache aus Südtirol.

Leben Kerer studierte Violine und Komposition am Tiroler Landeskonservatorium. Weiterführende Kompositionsstudien führten sie zu Alessandro Solbiati nach Mailand. Parallel dazu absolvierte sie Studien der Rechtswissenschaften und Psychologie an der Universität Innsbruck. Nach Diplomabschlüssen in beiden FächernDiplomarbeit von Manuela Kerer (Universität Innsbruck, 2004)Diplomarbeit von Manuela Kerer (Universität Innsbruck, 2005) erlangte sie mit den eingereichten Dissertationen Musik und Demenz sowie Im Namen aller Künstler, der Kunst und des sozialen Fortschritts: Die Entwicklung der Rechte von Komponistinnen und Komponisten, am Beispiel ausgewählter Persönlichkeiten und unter besonderer Bezugnahme auf Österreich die Promotion in beiden Fächern.Dissertation von Manuela Kerer (Universität Innsbruck, 2014)Dissertation von Manuela Kerer (Universität Innsbruck, 2017)

Zu ihren Werken zählen Kompositionen für Orchester, wie κύκλος tίς κρίσις (2011), Chorwerke und Kammermusikkompositionen, etwa seelenblitz (2012) für Streichquartett oder die Vertonung von 7 Gesetzen des italienischen Strafgesetzbuches für Streichsextett (SCH)LEX (2005). Einen weiteren Schwerpunkt nehmen musiktheatralische Werke und Opern ein (Dem Weggehen zugewandt, 2013; Whatever works, 2015; TOTEIS, 2019/20), sowie die kompositorische Auseinandersetzung mit anderen Sparten wie Tanz, Schauspiel, Architektur oder Literatur. Beim Festival Klangspuren 2008 (Schwerpunkt Israel-Palästina) leitete sie das Jugendprogramm und präsentierte mit Poly-Ticks und IXIDOO Kompositionen mit gesellschafts- und politikorientierten Inhalten. Daneben schreibt Kerer auch für Kinder, Jugendliche und Laien (Musiktheater Plenissimo, 2015).

Werke von Manuela Kerer entstanden für Ensembles wie das Solistenensemble Kaleidoskop Berlin, das Klangforum Wien, Ensemble die reihe, die Bayerische Kammerphilharmonie, ascolta und Künstler wie Julius Berger, Maja Ratkje oder Sarah Maria Sun. Sie wurden bei Festivals wie der Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater, Ultraschall Berlin, Wien Modern und in den Konzerthäusern Berlin und Wien, auf Kampnagel Hamburg, im Radialsystem Berlin, in der Accademia Filarmonica Romana, in New York, London oder am Titicaca-See aufgeführt.

Kerers Werke erscheinen im Verlag Breitkopf & Härtel.Breitkopf & Härtel - Manuela Kerer Sie wurden auf zahlreichen CDs eingespielt, eine Porträt-CD erschien im Rahmen der ORF Edition Zeitton.

Manuela Kerer ist im künstlerischen Leitungsteam des Ensemble Reconsil Wien, daneben ist sie Mitglied verschiedener Steuerungs- und Leitungsgremien wie z. B. als Verwaltungsratsmitglied der Stiftung Haydn-Orchester von Bozen und Trient (2012–2016), im Kuratorium Bundeswettbewerb Jugend komponiert, Jeunesses Musicales Deutschland (seit 2021).

Von 2010 bis 2020 schrieb Manuela Kerer die wöchentliche Kolumne „Kerers Saite“ in der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“Die Beiträge liegen auch in Buchform vor, s. Manuela Kerer: Kerers Saiten: Musik und die Welt – Kolumnen einer Komponistin. Bilder von Karolina Gacke. Bozen: Athesia 2021, ISBN 88-6839-545-2. und moderierte von 2011 bis 2018 die Radiosendung für zeitgenössische Musik „Querschnitte“ im RAI-Sender Südtirol.

Seit Dezember 2022 lehrt Manuela Kerer als Professorin für Musikpädagogik am Konservatorium „Claudio Monteverdi“ in Bozen.

Im Februar 2023 wurden Manuela Kerer und Katrin Beck zum neuen Leitungsduo der Münchener Biennale ab 2026 ernannt.

Privates Manuela Kerer hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Brixen.

Anerkennungen 2007: Höchstbegabtenstipendium des Rotary Club Innsbruck 2008, 2011, 2016: Österreichisches Staatsstipendium für Komposition 2008: Hilde-Zach KompositionsstipendiumHilde-Zach Kompositionsstipendium 2008 2009: Preis und Opernauftrag des Festivals A•Devantgarde München 2009: Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes Innsbruck-BozenStipendiatin des Richard Wagner Verbandes Innsbruck-Bozen 2009 2009: Wahl zu einem von europaweit 100 young creative talents durch den Ausschuss der Europaregionen (PDF 11,7 MB), S. 13 2009: Walther-von-der-Vogelweide-Förderpreis des Südtiroler Kulturinstituts 2010: Kunstpreis der Stadt Innsbruck 2011: Theodor-Körner-Preis 2011: SKE Publicity PreisSKE Publicity Preis 2011 2012/2013 wurde Kerer vom österreichischen Außenministerium für das Programm „New Austrian Sound of Music“ ausgewählt.New Austrian Sound of Music 2015: Internationales Arbeitsstipendium „Composer in Residence – Komponistinnen nach Frankfurt“ (Archiv Frau und Musik und Institut für zeitgenössische Musik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main) 2016: Composer in Residence des Festivals St. Gallen/Steiermark, Festival St. Gallen 2016 2019: Komponistin im Fokus der Schlossmediale Werdenberg (Schweiz)Komponistin im Fokus 2019: Manuela Kerer, Schlossmediale Werdenberg 2019: Composer in Residence des Festivals Leicht über Linz, Leicht über Linz: Festival Aktueller Musik 2019: Composer in Residence des ZZM KärntenComposer in Residence 2019 – Manuela Kerer, Zentrum Zeitgenössischer Musik (ZZM) 2019: SKB Preis 2020: ISCM World Music Days (Neuseeland): Selected Work: Gletscherquartett 2021: Composer in Residence Festival Zeitgenössische Musik Bozen 2023: Portraitkonzert Jeunesse Fast Forward, ORF RadioKulturhaus, Großer Sendesaal

Werke (Auswahl) Rasura (2006), semiphantastische Oper in drei Akten nach einem Libretto von Kurt Lanthaler plas (2008/09), Reise durch das Gehirn für Solovioline und Ensemble tickende polli (2008/09), durchgeknallte Kurzoper, inspiriert von einem Besuch der Komponistin im italienischen Senat Impresa Omonèro (2009), für Diskantzither Zweite Futurmodulation nach Sonnenaufgang (2010), für Sopran, Orgel und Orgelpositiv (ad lib.) IMPOS (2010), für 10 elektrische Zahnbürsten, weiteres unmögliches Instrumentarium und Stimme κύκλος tίς κρίσις (Kyklos tis krisis, 2011), für Symphonieorchester geheimniswiege (2011/12), Streichquartett Alma Phantasien (2012), für Sopran und Klavier studio assurdo I (2013), für Klavier Solo und mechanisches Spielzeug chiaroscuro (2013/14), für 5 Stimmen, 4 Klarinettisten, 3 Streicher und Klanggebäude Tonalität der Geistestätigkeiten (2014), für Ensemble (Fl, Kl, Pos, Klv, Vl, Vc) Amaroncello (2014), für Violoncello Solo zersplittern (2014/15), für Ensemble (Kl./B.kl, Fg, Hr, 2 Vl, Vla, Vc, Kb) Plenissimo (2015), für Sprecher, Kinderchor, Jugendchor, Picc.4.4Blfl.2.B-Klar.4Sax. – 4.4.4.3. – Schl(4) – 4Git.3EGit.2Hfe – 6Klav.2Akk – Str (8.0.0.4.0.) – ad lib: viele Musiker (hohe, tiefe, Melodie, Harmonie, perkussive Instrumente)Plenissimo – die Zukunft der Musik granat (2017), für Cembalo Solo Toteis (2020), Oper für Symphonieorchester, Stimmen und Chor, Libretto von Martin Plattner

Medien János Richter: Glückskind-Blessed. Dokumentarfilm. Teaser Teresa Andreae: Klang-Forscherin: Manuela Kerer. ORF kulturzeit am 18. Januar 2010 Arne Sinnwell: Klang-Genie Manuela Kerer. ServusTV Dokumentation am 4. Mai 2010 FORUM Zeitmusik: Podcast: Manuela Kerer spricht mit ihren Gästen, dem Komponisten Eduard Demetz und dem Historiker Hannes Obermair über zeitgenössische Musik und ihre Rezeption, Rai Südtirol, Sendung vom 11. April 2023

Weblinks Offizielle Website Manuela Kerer Breitkopf & Härtel Österreichs junge Komponisten & Komponistinnen: Manuela Kerer auf musicaustria.at Manuela Kerer auf mica.at

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Theodor-Körner-Preisträger Kategorie:Absolvent der Universität Innsbruck Kategorie:Person (Südtirol) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau