Die polnische Architekten- und Künstlergruppe Praesens bestand zwischen den Jahren 1926 und 1930 und hatte ihren Sitz in Warschau. Die Gruppe wurde von Mitgliedern der ehemaligen Künstlergruppe Blok sowie von Absolventen der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Warschau gegründet.

Die Gruppenmitglieder einte das Bekenntnis zum polnischen Konstruktivismus, einer Ausprägung der europäischen Avantgarde. Fortschrittsglauben, Disziplin und Funktionalismus in der Architektur verschmolzen zu einem Bruch mit dem traditionellen Architektur- und Kunst-Verständnisgem. Artikel zur beim Polnischen Institut in Wien (abgerufen am 24. Oktober 2011). Moderne Produktionsformen im Bauwesen, dadurch mögliche Standardisierung und Verbilligung der Herstellung sollten die Basis zur Erstellung preisgünstigen Wohnraumes für mittlere und untere soziale Schichten sein. Mit ihrem Gedankengut näherten sich die Praesens-Architekten den damaligen Vorstellungen von Bauhaus-, De-Stijl- und Wchutemas-Architekten an.

Der Kopf der Gruppe war Szymon Syrkus, seine Frau Helena Syrkusowa leitete das Büro. Viele Ideen der Praesens-Vordenker flossen in realisierte Wohnungsbauprojekte (z. B. für die Warszawska Spółdzielnia Mieszkaniowa, kurz: WSM) des Ehepaars Syrkus ein. Im Jahr 1928 wurde Praesens die polnische Landesgruppe das Congrès International d’Architecture Moderne (CIAM)gem. Martin Kohlrausch, Die CIAM und die Internationalisierung der Architektur. Das Beispiel Polenbeim: Themenportal Europäische Geschichte, 2007 (abgerufen am 24. Oktober 2011).

Gruppenmitglieder Barbara Brukalska-Sokołowska (1899–1980), Architektin Stanisław Brukalski (1894–1967), Architekt Karol Kryński (1900–1944), Maler Jan Golus (1895–1964), Bühnengestalter Witold Kajruksztis (1890–1961), Maler Katarzyna Kobro-Strzemińska (1898–1951), Bildhauerin Bohdan Lachert (1900–1987), Architekt Marian Jerzy Malicki (1895–1946), Maler Józef Malinowski, Architekt Maria Łucja Nicz-Borowiakowa (1896–1944), Malerin Roman Piotrowski (1895–1988), Architekt Andrzej Pronaszko (1888–1961), Maler Aleksander Rafałowski (1894–1980), Maler Henryk Stażewski (1894–1988), Maler Władysław Strzemiński (1893–1952), Maler Szymon Syrkus (1893–1964), Architekt Helena Syrkusowa (1900–1982), Architektin Józef Szanajca (1902–1939), Architekt Rudolf Świerczyński (1883–1943), Architekt Stanisław Zalewski (1896–1958), Maler und Grafiker

Eine Folgeorganisation war ab 1931 die Gruppe A.R. („Artyści Rewolucyjni“ oder „Awangarda Rzeczywista“) mit folgenden Mitgliedern:

Władysław Strzemiński (1893–1952), Maler und Pädagoge Katarzyna Kobro-Strzemińska (1898–1951), Bildhauerin Henryk Stażewski (1894–1988), Maler Julian Przyboś (1901–1970), Lyriker Karol Hiller (1891–1939), Maler und Grafiker

Einzelnachweise

Kategorie:Architektengruppe Kategorie:Kulturelle Organisation (Polen) Kategorie:Künstlergruppe (Bildende Kunst) Kategorie:Architektur (Polen) Kategorie:Gegründet 1926 Kategorie:Aufgelöst 1930