Die Vereinigten Staaten führten den Krieg in Afghanistan zuerst im Rahmen der Operation Enduring Freedom an. Nachdem die International Security Assistance Force (ISAF) über die Hauptstadt Afghanistans hinaus Verantwortung übernommen hatte, unterstellten die Vereinigten Staaten große Teile ihrer in Afghanistan operierenden Streitkräfte der ISAF und übernahmen deren Führung. Auch nach Ende des ISAF-Einsatzes blieben US-amerikanische Streitkräfte in Afghanistan stationiert.

Rechtsgrundlage Einen Tag nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1368. Diese Resolution verurteilte die Ereignisse vom 11. September 2001 als grauenhafte Terroranschläge und als Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit. Die Resolution bekräftigt das Recht zur individuellen und kollektiven Selbstverteidigung und bestätigt die Notwendigkeit, alle erforderlichen Schritte gegen zukünftige Bedrohungen zu unternehmen. Am 14. September 2001 verabschiedeten dann beide Kammern des Kongresses der Vereinigten Staaten das Gesetz "Authorization for Use of Military Force Against Terrorists". US-Präsident George W. Bush und der Kongress unterzeichneten es am 18. September 2001 (siehe auch: War Powers Resolution).

Einsatz Bis zum 25. Juni 2014 sind in Afghanistan 2335 Soldaten aus den Vereinigten Staaten zu Tode gekommen.iCasualties: USA

Einige größere militärische Operationen mit Beteiligung der USA waren: Operation Crescent Wind 7. Oktober – Dezember 2001, OEF Schlacht um Tora Bora Dezember 2001, OEF Operation Anaconda 1.–18. März 2002, OEF Operation Mountain Thrust 15. Mai – 31. Juli 2006, ISAF Operation Achilles 6. März – 30. Mai 2007, ISAF Schlacht von Musa Qala 7. – 12. Dezember 2007, ISAF Operation Strike of the Sword 2. Juli – 20. August 2009, ISAF Operation Cobra’s Anger 4. – 7. Dezember 2009, ISAF Operation Muschtarak 13. – 25. Februar 2010, 26. Februar – 7. Dezember 2010, ISAF Operation Dragon Strike September – Dezember 2010, ISAF Operation Neptune’s Spear 2. Mai 2011, Pakistan

Kommandeure der US-Streitkräfte Tommy R. Franks: Oberkommandierender des US Central Command vom 6. Juli 2000 bis 7. Juli 2003 Dan K. McNeill: Kommandeur der Combined Joint Task Force 180 (CJTF-180) von June 2002 to April 2004 Mai 2002 bis zum Mai 2003 Im November 2003, Combined Forces Command – Afghanistan (CFC-A) was established as the U.S. led, coalition headquarters for Afghanistan. CTJF-180 was restructured as a subordinate organization of CFC-A. CFC-A reported in turn to United States Central Command. David Barno: 2003–2005, Commander, Combined Forces Command-Afghanistan Karl Eikenberry: 2005–2007, Commander, Combined Forces Command – Afghanistan David D. McKiernan: 6. Oktober 2008 bis 15. Juni 2009 Kommandeur der US Forces Afghanistan und von Juni 2008 bis zum Juni 2009 Kommandeur der ISAF Stanley A. McChrystal: 15. Juni 2009 bis zum 23. Juni 2010 Kommandeur der US Forces Afghanistan und der ISAF David Petraeus: Juli 2010 bis Juli 2011 Kommandeur der US Forces Afghanistan und der ISAF John R. Allen: 18. Juli 2011 bis 10. Februar 2013 Kommandeur der US Forces Afghanistan und der ISAF Joseph F. Dunford: 10. Februar 2013 bis 26. August 2014 Kommandeur der US Forces Afghanistan und der ISAF John F. Campbell: 26. August 2014 bis 2. März 2016 Kommandeur der US Forces Afghanistan und der ISAF (bis 2014) bzw. von Resolute Support. John W. Nicholson Jr.: seit 2. März 2016 Kommandeur der US Forces Afghanistan und von Resolute Support.

Geschichte

Operation Enduring Freedom Neun Tage nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, am 20. September 2001, hielt Bush eine Rede – die 9/11 Address to the Nation – vor beiden Kammern des Kongresses, in der er al-Qaida für die Anschläge verantwortlich machte und die Auslieferung Osama bin Ladens, als dessen Anführer, verlangte. Dies geschah nichtThe Guardian: Taliban 'will try Bin Laden if US provides evidence' und so begann am 7. Oktober 2001 unter Führung von Tommy R. Franks die Operation Enduring Freedom (OEF), wobei Afghanistan nur eines von mehreren Operationsgebieten war. Im Kabinett George W. Bush war Donald Rumsfeld der bis zum 14. November 2006 amtierende Verteidigungsminister, Dick Cheney war Vizepräsident und stellvertretender Verteidigungsminister war bis zum 13. Mai 2005 Paul Wolfowitz. Zalmay Khalilzad war von 2001 bis 2003 Sonderberater des US-Außenministeriums für Afghanistan und anschließend bis Juni 2005 Botschafter.

In Afghanistan begann der Krieg damit, dass Spezialeinheiten am Boden Luftschläge US-amerikanischer und britischer Kampfflugzeuge, Marschflugkörper und Langstreckenbombern zur Unterstützung der Milizen der Nordallianz anleiteten. Ab Ende 2001, Afghanistan war weitgehend erobert worden, dominierte die Suche nach in Afghanistan verbliebenen al-Qaida-Mitgliedern und Taliban. Die größte derartige Operation war die Schlacht um Tora Bora, bei der auch wieder wenige Spezialkräfte Luftangriffe leiteten und bis zu 1000 afghanische Kämpfer die Bodentruppen stellten. Die Vorgehensweise war ein vom Verteidigungsminister Donald Rumsfeld geförderter Ansatz, da er von den Vorteilen von „Smart Bombs“ überzeugt war.Fred Kaplan in Slate.com: Beware Rumsfeld's Snow Job, 25. November 2008 Kommentar zu den Memoiren von Donald Rumsfeld Im März 2002, bei der Operation Anaconda, kämpften dagegen 1.700 US-Soldaten, Spezialkräfte und erstmals auch normale Soldaten, zusammen mit etwa 1000 afghanischen Milizionären und weiteren NATO-Soldaten.

Am 20. März 2003 begann der Irakkrieg.

Von 2003 bis 2005 wurden ständig versteckte Waffen und Sprengstoff von US-Soldaten gefunden und kleine Gruppen von Aufständischen aufgespürt. Außerdem gab es ständig kleinere und wenige mittelgroße Angriffe.

ISAF

Nachdem die zwei Missionen in Afghanistan – ISAF und OEF – räumlich getrennt, weitgehend nebeneinanderher gearbeitet haben, erweiterte ISAF am 31. Juli 2006 den Verantwortungsbereich in den Süden des Landes. Hierfür wuchs ISAF von rund 9.000 auf 18.500 Soldaten an. Am 28. September 2006 beschloss der Nordatlantikrat (das wichtigste Entscheidungsgremium der NATO), die Mission auch auf den Osten Afghanistans auszudehnen. Damit ging formal die Führung der meisten US-Soldaten von der OEF-Mission über zur ISAF-Mission. Ausgenommen sind beispielsweise Spezialkräfte unter der Führung des United States Special Operations Command und die Special Activities Division des Auslandsnachrichtendienstes CIA. Es wird vermutet, dass die CIA auch afghanische Spezialkräfte befehligt, die Counterterrorism Pursuit Teams, die in Afghanistan und in den pakistanischen Stammesgebieten operieren.

Die Vereinigten Staaten stellen die Regionalkommandeure des Regionalkommandos Ost, des im Juli 2010 neu geschaffenen Regionalkommandos Südwest und seit dem Juli 2010 auch des Regionalkommandos Süd. Darüber hinaus stellen sie den Kommandeur der ISAF, der in Personalunion auch Kommandeur der US Forces Afghanistan ist.

Der „Surge“ in Afghanistan mini|500px|Entwicklung der Anzahl stationierter ISAF-Soldaten Bereits am 18. Februar 2009 kündigte der im Januar 2009 zum US-Präsidenten vereidigte Barack Obama an, die Zahl der US-Truppen in Afghanistan um 17.000The Australian: Obama launches Afghanistan surge zu erhöhen; der eingeleitete Rückzug aus dem Irak machte das möglich. Verteidigungsminister blieb der auch schon im Kabinett George W. Bush amtierende Robert Gates. Obama skizzierte am 27. März 2009 die neue US-Strategie für Afghanistan und Pakistan (AfPak).

Stanley McChrystal übernahm im Juni 2009 den Posten des Kommandeurs der ISAF und der US Forces Afghanistan. Zuvor war er bis August 2008 Kommandeur des Joint Special Operations Command (JSOC) und führte damit einen Großteil der Operationen von Spezialtruppen im Irak und in Afghanistan. Der „Surge“ im Irak (zusätzliche 28.000 US-Soldaten 2007) und ein neues Vorgehen der Spezialtruppen halfen, die Situation dort zu wenden.

Am 30. August 2009 wurde Verteidigungsminister Robert Gates die von McChrystal und weiteren PersonenTHE CABLE: Winning hearts and minds: all of McChrystal's advisors, 31. Juli 2009 schriftlich niedergelegten Überlegungen zu einer neuen Strategie für den Militäreinsatz in Afghanistan dargelegt. Die Vorschläge wurden von Obama zum großen Teil übernommen. Wichtige Punkte waren: (PDF; 1,7 MB)

Die afghanischen Sicherheitskräfte vergrößern und die Zusammenarbeit mit ihnen in allen Phasen intensivieren. Anstrengungen gegen Korruption und Machtmissbrauch in Afghanistan stärker unterstützen. Die Initiative zurückgewinnen, wozu mehr zivile und militärische Kräfte gehören. In den Bevölkerungszentren vorrangig Stabilität herstellen und Vertrauen in die Regierung vergrößern.

mini|Demonstranten aus Minnesota bereiten sich vor auf die Demonstration am 16. Dezember 2010 in Washington Am 1. Dezember 2009 gab Obama in einer Rede in der United States Military Academy in West Point bekannt, dass er zusätzliche 30.000 Soldaten nach Afghanistan entsenden wird und damit die Anzahl auf 100.000 erhöht.Vgl. dazu Kevin Marsh: Obama’s Surge: A Bureaucratic Politics Analysis of the Decision to Order a Troop Surge in the Afghanistan War. In: Foreign Policy Analysis. Vol. 10, No. 3, Juli 2014, , S. 265–288. Weitere zusätzliche Truppen kommen von den Verbündeten. Die afghanischen Sicherheitskräfte sollen derart ausgebaut werden, dass nach 18 Monaten mit dem Rückzug begonnen werden kann. Obama verlangt auch vom afghanischen Präsident Karzai und seiner Regierung, effektiver zu arbeiten und gegen Korruption vorzugehen. Des Weiteren soll die Partnerschaft mit Pakistan vertieft werden. Obama gibt an, dass der militärische Aufwand 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten wird.

Zusätzlich zum militärischen „Surge“ ist ein ziviler und geheimdienstlicherChicago Tribune: Sources: U.S. spy 'surge' in Afghanistan „Surge“ geplant. Bis zum Juni 2011 war die Zahl der amerikanischen Zivilisten und Diplomaten innerhalb eines Jahres auf über 1100 verdreifacht worden.Christian Science Monitor: In Afghanistan war, US civilian surge peaks as Pentagon begins pullback

Am 2. Mai 2011 gab Obama in einer Fernsehansprache den Tod Osama bin Ladens bekanntNew York Times: Obama’s Remarks on Bin Laden’s Killing, 2. Mai 2011 und im Juni erklärte Obama, dass die Vereinigten Staaten ihre Ziele weitgehend erreicht hätten. Bis zum Ende des Jahres werden 10.000 Soldaten abgezogen und bis zum Sommer 2012 20.000 weitere Soldaten. Der Rückzug wird stetig weiter gehen, bis die Verantwortung für die Sicherheit in Afghanistan vollständig an die afghanischen Sicherheitsbehörden übergeben werden kann.New York Times: Obama Will Speed Pullout From War in Afghanistan Im Januar 2013 entschieden Karsai und Obama, dass dieser Zeitpunkt bereits im Frühjahr 2013 erreicht sein wird. Anschließend soll die US-Rolle nur noch aus „Training, Beratung und Unterstützung von afghanischen Kräften“ bestehen. Die im Januar noch in Afghanistan stationierten 66.000 US-Soldaten werden bis dahin weiter reduziert.FAZ: Amerikas Streitkräfte ab Frühjahr in Unterstützerrolle, 11. Januar 2013

In den Regionen mini|Patrouille im Norden Afghanistans, Provinz Balch, April 2011 mini|Patrouille im Osten Afghanistans, Provinz Chost, April 2010 Im Süden Im Frühjahr 2010 gingen insgesamt 15.000 Soldaten in der Provinz Helmand gegen die Taliban-Hochburg Mardscha vor. Die von den USA geführte Operation Muschtarak war die erste große Operation, die nach der neuen US-Strategie gestaltet wurde. Das Ziel bestand darin, die Taliban aus der Region zu vertreiben und im Gegensatz zu früher die Geländegewinne durch den Aufbau von staatlichen Strukturen auf Dauer zu halten (siehe auch: FM 3-24 Counterinsurgency)