Charette-Varennes [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre de Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Charettois, resp. Charettoises genannt. Die Gemeinde Charette hat sich am 1. Januar 1970 mit der damaligen Gemeinde Varennes-sur-le-Doubs zusammengeschlossen.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Arrondissement Louhans, 5,7 Kilometer nordwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse, 32,0 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud und stößt im Norden an Longepierre, das zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört. Im Nordosten liegt Lays-sur-le-Doubs und im Südosten die Gemeinde Pierre-de-Bresse. Im Süden grenzt die Gemeinde an Saint-Bonnet-en-Bresse und entlang der ganzen Westgrenze liegt Frontenard.

Die Gemeinde Charette-Varennes liegt mit dem Gemeindegebiet südlich des Doubs in der Landschaft Bresse. Der Doubs bildet in Charette eine natürliche Grenze der Landschaft Bresse, während die Gebiete nördlich des Doubs und Teile des Gemeindegebiets Varennes-sur-le-Doubs zur Landschaft Vallée de la Saône zählen.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa drei Vierteln im Bourg und im einst selbständigen Gemeindeteil Varennes-sur-le-Doubs, die übrigen Einwohner verstreut in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 433 Hektar bewaldete Flächen auf, was 26,4 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 82 % Laubwald und 17 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Bereich des südlichen Gemeindegebiets, insbesondere der Étangs – Bois de la Roture, Le Berly, Le Grand Calin, Bois de la Jolie, Grandes et Petites Vendues, Bois du Bachot, Les Grandes Vernes, Bois de Quintin, Les Vernes. Ein größeres Waldgebiet liegt südlich von Varennes-sur-le-Doubs und bildet den Schlosspark des Château de Varennes – Bois de Varennes.

In der Gemeinde werden 945,4 Hektar (etwa 57,4 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 23,8 Hektar für Bioanbau zugelassen sind. Rund 24 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 4 % wird Raps, auf 18 % wird Weichweizen und auf rund 31 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An stehenden Gewässern befinden sich heute im Gemeindegebiet vier Étangs, die alle durch denselben Bief in die Guyotte entwässern.

Der oberste ist der Étang des Bois, der an der Gemeindegrenze zu Pierre-de-Bresse beginnt und in den Étang du Milieu übergeht. In diesen entwässert der Étanchot und schließlich folgt der unterste, der Étang de la Chênaie.

Bei den fließenden Gewässern ist vor allem Le DoubsLe Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Er prägt den gesamten Nord- und Nordostteil der Gemeinde. Der Fluss ändert oft seinen Lauf und hinterlässt tote Flussarme und Flussauen. Die Gemeindegrenze folgt deshalb heute nicht genau dem Verlauf des Doubs, sondern verläuft zu Longepierre sowohl südlich als auch nördlich des Flusses.

Varennes-sur-le-Doubs liegt im Nordwesten der Gemeinde in einer Doubsschleife. Charette liegt auf einem Hügel am linken (südlichen) Ufer des Doubs, westlich einer Doubsschleife von etwa 340°, von der nach Süden ein Stillwasser, genannt Les MortesLes Mortes, Länge 1,6 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Longepierre auf ca. 175 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 175 m, Les Mortes auf sandre.eaufrance.fr abzweigt, in das La CharetelleLa Charetelle, Länge 9,3 km, Zufluss zu Les Mortes, Quelle bei in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 199 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 175 m, La Charetelle auf sandre.eaufrance.fr mündet. Diese kommt von Pierre-de-Bresse, durchfließt das nordöstliche Gemeindegebiet und nimmt La BreuxLa Breux, Länge 7,7 km, Zufluss zu La Charetelle, Quelle bei in Authumes auf ca. 183 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 178 m, La Breux auf sandre.eaufrance.fr auf.

Durch das südliche Gemeindegebiet fließt die GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr. Sie fließt von Saint-Bonnet-en-Bresse bei Les Sablonnières in die Gemeinde, mäandert am Weiler Quintin vorbei und vereinigt sich mit dem Bief der vier Étangs. Sie bildet für etwa 1,6 Kilometer die Gemeindegrenze zu Frontenard.

Verkehrswege Durch die Gemeinde verläuft die Departementsstraße D73 von Frontenard im Westen durch den Bourg und anschließend nach Süden Richtung Pierre-de-Bresse. Die D73 verläuft teilweise auf der Trasse der alten Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Pierre-de-Bresse und Tavaux verband.

In Bas de Charette zweigt die D118 nach Osten ab und verlässt die Gemeinde Richtung Lays-sur-le-Doubs.

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich keinerlei Brücken, Furten oder andere Übergänge über den Doubs. Erschließungen mini|Starkstrommast der Freileitung 63 kV Champ Fournier – NavillyDurch die Gemeinde verläuft eine Hochspannungsleitung mit der Bezeichnung Ligne aérienne 63 kV N° 1 CHAMP-FOURNIER–NAVILLY mit einer Spannung von 63 kV. Die Leitung kommt von Saint-Bonnet-en-Bresse, erreicht die Gemeinde im Südwesten bei Le Champ des Femmes, verläuft nördlich (2,5°) für 580 Meter, anschließend nach Nordnordwesten (328°) bis Les Grandes Vernes, wo sie die Gemeinde nach Frontenard verlässt. Auf Gemeindegebiet ist die Leitung 1,68 Kilometer lang und wird von 5 Starkstrommasten (Pylône électrique trois triangles - Dreiecks-Gittermast) getragen.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bas-de-Charette, Bois-de-Varennes, La Boucherie, Le Bourg-Neuf, La Chapelle, Longbois, Château-de-Varennes, La Maison-Rouge, La Palette, La Pommelée, Quintin, Les Rapilles, Recule, La Reppe, Varennes-sur-le-Doubs. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt eine Gemeinde am Übergang zwischen Vallée de la Saône und Bresse. Das Profil beginnt mit Le Doubs, der hier in einer Schleife fließt um die Halbinsel Les Toppes. Anschließend folgt der Anstieg zur Bresse-Ebene, die unterbrochen wird von zwei ehemaligen Biefs, die heute bedeutungslos sind, da die Étangs aufgelassen wurden. Auf einer leichten Anhöhe liegt das Dorf Charette hier das westliche Quartier Le Bourg Neuf mit der Départementsstraße D73. Es folgt eine markante Anhöhe Château de Charette. Dabei handelt es sich um eine künstliche Erhebung, nahezu kreisförmig mit etwa 90 Metern Durchmesser und drei Metern Höhe. Offensichtlich handelt es sich um die Motte der ehemaligen Burg. Schließlich erreichen wir den Étang de la Chênaie und weiter südlich wieder die natürliche Höhe der Bresse mit dem Weiler Long Bois.

Klima Das Klima in Charette-Varennes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,0 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Juli und August als trockenste Monate 78 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2649 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Varennes entstand wohl aus dem mittellateinischen Varenna als Bezeichnung für unkultiviertes, sumpfiges Land, hatte aber auch die Bedeutung von Wäldchen, das zumeist dem Grundherrn für die Jagd vorbehalten war. Charette scheint seinen Namen von der Tatsache abzuleiten, dass die Bewohner von Quintin ihre Wagen dort abzustellen pflegten.

Geschichte Im 10. und 11. Jahrhundert war der Ortsteil Charette von Leprakranken bewohnt, das Dorf entstand hier erst im 15. Jahrhundert. Bis dahin bildete Quintin (heute ein Weiler südsüdwestlich von Charette) das hauptsächliche Siedlungsgebiet. Quintin und der benachbarte Weiler Longbois waren ein Lehen der Herren von Verdun-sur-le-Doubs. Im Weiler Quintin sind noch Reste der ehemaligen Burg zu sehen, die dort im 14. Jahrhundert bestand. Die Bewohner zogen es damals vor, in Quintin zu wohnen, wo das Klima weniger feucht war, pflegten jedoch ihre Karren und Wagen (frz.: la charrette) im heutigen Siedlungsgebiet abzustellen, wodurch später der Ortsname entstand.

Eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert befand sich nahe am Flussufer, beherbergte eine Heilige Jungfrau der Kranken und der Schiffer, überstand mehrere Überschwemmungen, bis sie schließlich 1920 endgültig zerstört wurde. Die heutige Kirche stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, ist dem Heiligen Remigius geweiht und der Turm ist mit glasierten Ziegeln gedeckt. In einem Annex befindet sich die gerettete Heilige Jungfrau. Gemäß dem Rodel von 1481 waren die Bewohner von Charette gehalten, ihr Brot im Ofen des Grundherrn zu backen. Als Backlohn hatten die Leute das 18. Brot abzuliefern. 1518 wurde am Doubs eine Mühle errichtet und aus den Rodeln ist ersichtlich, dass die Herren von Varennes das Recht hatten, Gold aus den Doubs zu waschen. 1740 besaß der Marquis de Broissia, Herr von Neublans, Ehrenritter des Parlements einen Ring, der aus Goldsplittern aus dem Doubs angefertigt war.

1880 bestand noch eine Ziegelei (gegründet durch Emile Jacob). Die Mairie-École wurde 1907 fertiggestellt. Das heutige Altersheim war ursprünglich ein Haus für Schwestern und das heutige Hotel-Restaurant liegt in der Villa Crays.

Die Herrschaft von Varennes war ein Lehen von Longepierre (Gemeinde nördlich des Doubs) und wurde durch die Familie de Vienne am Ende des 13. Jahrhunderts den Grafen von Burgund verkauft. 1729 wurde die Herrschaft durch die Familie de Truchis übernommen, die noch heute Besitzer des neuen Schlosses (erbaut Anfang des 19. Jahrhunderts) sind. 1988 bestanden noch 18 Landwirtschaftsbetriebe in Charette und drei in Varennes.

Ein großes Kreuz im Zentrum des Dorfes wurde 1862 errichtet und erinnert daran, dass die Kirche 1793 zerstört worden war. Seit damals gehören die Gläubigen von Varennes zur Pfarrei Charette. Die Schule, die später Mairie wurde, wurde 1847 erbaut.

1996 wurden die beiden Gemeinden Charette und Varennes-sur-le-Doubs vereinigt zur heutigen Gemeinde Charette-Varennes (Die Tabelle der Einwohnerzahlen enthält beide Gemeinden, auch in der Zeit, als sie noch getrennt waren). Die Herren von Charette Bereits 1374 wird ein «befestigtes Haus» erwähnt. 1490 erscheint Pierre Chabot Brion als Herr von Charette. Später gelangte das Lehen an Edme Vadot, einen Bürger von Chalon-sur-Saône. Edme hatte Abigaïl Mathieu († 1638) geheiratet, Witwe von fünf Ehemännern, Wohltäterin der Armen und der Kirchen von Chalon. Das Lehen ging über an Bouquinet de Lante und im 18. Jahrhundert an seinen Enkel, Louis Quarré de Quintin, Oberstaatsanwalt am Parlement von Burgund. Schließlich fiel es an seinen Erben, de Grosbois, erster Präsident des Parlement von Besançon. Die Herren von Varennes Das Lehen Varennes-sur-le-Doubs war im 16. und 17. Jahrhundert den Thomas, Berater am Parlement. Die Herrschaft gelangte später an die de Truchis. 1780 war Lehensherr François de Truchis. Er war gleichzeitig Pächter und damit Nutznießer der königlichen Kastellanei von Frontenard.

Heraldik