Die Pfarrkirche St. Anton ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude in München. Sie ist dem heiligen Antonius von Padua und dem heiligen Laurentius von Brindisi geweiht.

Lage Die Kirche liegt in dem Münchner Stadtteil Isarvorstadt an der Kapuzinerstraße 36 gegenüber dem Alten Südlichen Friedhof. Sie ist etwa in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, parallel zur Schmerzhaften Kapelle.

mini|Lageplan von Schmerzhafter Kapelle, Kapuzinerkloster, Räume des Pfarrverbands Isarvorstadt, IFP und Kirche St. Anton im Areal zwischen der Isartalstraße und der Kapuzinerstraße

Denkmalschutz Die Pfarrkirche (und Klosterkirche) St. Anton steht unter Denkmalschutz und ist unter der Aktennummer D-1-62-000-3222 in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erfasst. Unter derselben Aktennummer sind auch die Tore rechts und links der Kirche und die Einfriedungsmauer entlang der Kapuzinerstraße und der Isartelstraße Bestandteile mit Denkmalschutz.

Geschichte Die Bewohner des ursprünglich dünn besiedelten Glockenbachviertels wurden von den Kapuzinern des 1846 gegründeten Klosters St. Anton seelsorglich betreut. Mit zunehmendem Bevölkerungswachstum und der Entstehung des Schlachthausviertels wurde jedoch die als Klosterkirche dienende Schmerzhafte Kapelle zu klein. Daher wurde 1893–95 nach Plänen von Ludwig Marckert und dem Bauleiter Hans Schurr westlich des Klosters eine neue, größere Kirche für die umliegenden Stadtteile errichtet und dem heiligen Antonius von Padua gewidmet. Als Mitpatron ist die Kirche dem heiligen Laurentius von Brindisi geweiht. Dieser war der Ordensgeneral, der die Kapuziner in München einführt hatte.

Architektur mini|St. Anton – Innenraum mit Blickrichtung Altarraum St. Anton ist eine neuromanische Basilika mit halbrund geschlossenem Chor. Zum rötlichen Backstein der Wandflächen steht der helle Werkstein der Kanten, Bogenfriese und Laibungen in reizvollem Kontrast. Statt eines Turms trägt der First am Übergang vom Langhaus zum Chor einen Dachreiter. Die Wandflächen sind reich gegliedert. Besonders aufwendig ist der Portalgiebel gestaltet, vor dem eine dreibogige Eingangshalle mit zweigeschossigen Flankenbauten steht.

Glasfenster in der Apsis

Die Apsis war ursprünglich mit einer großen Wandmalerei versehen, welche im Zuge des Umbaus 1966 entfernt wurde. Stattdessen wurden zu den vorhandenen vier Fenstern in der Apsis drei weitere geschaffen. Die insgesamt sieben Fenster wurden als Glasfenster gestaltet vom Künstler Alfred Schöpffe. Thema der Fensterfolge ist der Sonnengesang des Franziskus.

Wandmalereien Die 1966 entfernten Wandmalereien von Josef Kastner unterhalb der Fenster zeigten in 12 Meter Höhe Bilder aus dem Leben der beiden Kirchenpatrone einander programmatisch gegenübergestellt. 1997/98 erwarb die Kirchengemeinde die zwei originalen gerahmten Farbentwürfe (173 cm breit, 24,5 cm hoch) der Kastner-Hochschiff-Wandmalereien. Daraus wurden mit modernen technischen Mitteln wurden die Farbentwürfe fotografiert, digital aufbereitet und in der Größe der einstigen Wandmalereien auf großflächigen Plakatbahnen gedruckt. Die Stoffdrucke wurden wie die ursprünglichen Wandmalereien an den beiden Seitenwänden des Kirchenschiffes angebracht und am 13. Juni 2011, dem Patroziniumstag, der Gemeinde präsentiert.Festschrift, 2011, S. 24–26.

Das erste Gemälde an der linken Seitenwand zeigt die Bestattung der Gebeine von fünf marok­kani­schen Märtyrern in der Kirche von Coimbra, woraufhin Antonius den Entschluss fasste, sich den Franziskanern anzuschließen. Am bekanntesten ist wohl die Fischpredigt am Hafen von Rimini. Da die Einwohner von den Stadtvorstehern angewiesen worden waren, sich seine Predigten nicht anzuhören, versammelten sich die Fische und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser, wodurch ein großer Teil der Bevölkerung der Stadt bekehrt wurde.Die Fischpredigt. Graf Tiso schenkte ihm eine Einsiedelei unter einem Nussbaum in Camposampiero bei Padua und beobachtete ihn dort, wie er in einer Ekstase das Jesuskind in den Armen zu halten schien.Die Vision. Nach seinem Tod wurde er in der Kirche Santa Maria Mater Domini, der heutigen Kapelle Madonna Mora der Basilika Sant’Antonio in Padua aufgebahrt.

Die Bilder an der rechten Seitenwand zeigen Lau­ren­tius unter anderem beim Kampf der kai­ser­lichen Trup­pen gegen die Türken sowie schließlich am rechten Rand nach seinem Tod aufgebahrt in Lissabon.

Orgel mini|Orgel Die Orgel wurde 1977 von WRK Orgelbau gebaut. Sie hat 44 Register auf drei Manualen und Pedal.Orgeldatenbank Bayern online Eine technische und klangliche Revision wurde 2008 durch die Firma Münchner Orgelbau durchgeführt. Die heutige Disposition lautet: I Rückpositiv Hohlflöte 8′ Holzgedackt 8′ Prinzipal 4′ Koppelflöte 4′ Oktave 2′ Gemsquinte ′ Oktävlein 1′ Scharff IV 1′ Cromorne 8′ Tremulant II Hauptwerk Bordun 16′ Prinzipal 8′Flûte harm.8' Rohrflöte 8′ Oktave 4′ Quinte ′ Superoktave 2′ Cornet V 8′ Mixtur III ′ Cymbel II ′ Trompete 8′ Trompete 4′ III Schwellwerk Holzquintade 16′ Holzprinzipal 8′ Viole de Gambe 8′ Voix céleste 8′ Oktave 4′ Holzflöte 4′ Nasard ′ Feldpfeife 2′ Terz ′ Echomixtur III 2′ Fagott 16′ Oboe 8′ Klarine 4′ Tremulant Pedal Prinzipal 16′ Subbaß 16′Quintbaß′ Oktavbaß 8′ Gedecktbaß 8′ Choralbaß 4′ Bombarde 16′ Posaune 8′ Schalmey 4′

Koppeln: II/I, I/II, III/II, I/P, II/P, III/P; Suboktavkoppeln: III/I, III/II Spielhilfen: Crescendowalze, Zungeneinzelabsteller, Setzeranlage, Sequenzer, Temporegler für Tremulanten, Zimbelstern Bemerkungen: Schleiflade, mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur, freistehender Spieltisch

Glocke Im Dachreiter der Kirche am südlichen Dachende befindet sich eine Glocke, die 1896 in der Werkstatt J. Strasser zu München gegossen wurde. Die Glocke ertönt im Ton e2, hat einen Durchmesser von 60 cm und ein Gewicht von 110 kg. Die Glocke trägt folgende lateinische Inschrift: O LINGUA BENEDICTA, QUAE DOMINUM SEMPER BENEDIXISTI ET ALIOS BENEDICERE FECISTI. GEGOSSEN VON J. STRASSER 1896 MÜNCHEN (Übersetzung des lateinischen Textes: Gesegnete Zunge, die du immerfort den Herrn gepriesen und viele Menschen angeleitet hast, ihn zu preisen).Ralf Müller: Münchner Glockenbuch, 2020, S. 34

Literatur Pater Angelikus Eberl: Geschichte des Kapuziner-Klosters an der Schmerzhaften Kapelle und bei St. Anton in München von 1847 bis 1897. J. J. Lentner’sche Buchhandlung (E. Stahl jun.), München 1897. Stadtpfarramt München (Hrsg.): Pfarrführer St. Anton, München. München 1959. Peter Pfister: St. Anton, München. (= Kleine Kunstführer, Kirchen und Klöster, Nr. 349.) 2. Auflage, Schnell und Steiner, Regensburg 1995. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.), Dennis A. Chevalley, Timm Weski (Bearb.): Landeshauptstadt München, Südwest. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler in Bayern, Band I.2/2.) Karl M. Lipp Verlag, München 2004, ISBN 3-87490-584-5, S. 339 ff. o. V.: Grabmäler München S. Antonius Paduanus – BSB Cod.icon. 396. 1803 (Google-Books)..

Denkmalschutz Das Kirchengebäude ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege Es wurde unter dem Aktenzeichen D-1-62-000-3222 in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erfasst.St. Anton in der Bayerischen Denkmalliste für die Stadt München, S. 417. (PDF; 2,0 MB)

Weblinks

Geschichte St. Anton auf der Webseite des Pfarrverbandes Isarvorstadt Fotos auf flickr

Einzelnachweise

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