Lays-sur-le-Doubs [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Lacusiens, resp. Lacusiennes genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Arrondissement Louhans, 4,0 Kilometer nordnordwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse, 32,6 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud und stößt im Nordwesten an Longepierre, das zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört. Im Norden liegt Pourlans und im Nordosten die Gemeinde Annoire, die zum Arrondissement Dole gehört. Im Osten grenzt die Gemeinde an Fretterans, im Süden an Pierre-de-Bresse und im Westen an Charette-Varennes.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft des Vallée de la Saône.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit stark verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zu 60 % im Bourg, etwa 12 % im Weiler Le Vieux Port, die übrigen Einwohner verstreut in Einzelsiedlungen. Im Gemeindegebiet nördlich des Doubs befinden sich keinerlei Wohnbauten.

Die Gemeinde weist 146 Hektar bewaldete Flächen auf, was 14,0 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 99 % Laubwald und 1 % zurzeit unbewaldete Flächen (Rodungs- oder Aufforstungsgebiet). Die Waldflächen befinden sich vor allem im Bereich des Doubs und im nördlichen Gemeindegebiet. Nördlich des Doubs und entlang der Altwasser finden sich umfangreiche Pappelplantagen

In der Gemeinde werden 739,7 Hektar (etwa 71,3 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 55,6 Hektar für Bioanbau zugelassen sind. Rund 44 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 4 % wird Raps, auf 22 % wird Weichweizen und auf rund 15 % Körner- und Silomais angebaut. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen befinden sich durchwegs südlich des Bourg. Durch den Verlauf des Doubs im nördlichen Gemeindegebiet, verbunden mit Auenwäldern, Polder- und Sumpfgebieten, zusammen mit den Wohnsiedlungen, sind etwa 20 % des Gemeindegebietes nicht nutzbar.

Gewässer An stehenden Gewässern befinden sich heute im Gemeindegebiet keine Étangs mehr, obwohl die noch bestehenden Biefs darauf schließen lassen, dass einst mehrere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden.

Das Gebiet im Süden der Gemeinde, zusammen mit Gebieten in Pierre-de-Bresse wird für Kiesabbau genutzt. Die entstandenen Senken wurden mit Wasser gefüllt und dienen heute als Naherholungsgebiet und der Freizeitfischerei.

Bei den fließenden Gewässern ist vor allem Le DoubsLe Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Er prägt den gesamten Nordteil der Gemeinde. Der Fluss ändert oft seinen Lauf und hinterlässt tote Flussarme und Flussauen.

Im Norden der Gemeinde mündet La SablonneLa Sablonne, Länge 27,3 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Tavaux auf ca. 191 m, Mündung bei in Lays-sur-le-Doubs auf ca. 177 m, La Sablonne auf sandre.eaufrance.fr in den Doubs.

Im Süden durchfließt La BreuxLa Breux, Länge 7,7 km, Zufluss zu La Charetelle, Quelle bei in Authumes auf ca. 183 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 178 m, La Breux auf sandre.eaufrance.fr das Gemeindegebiet von Ost nach West. Sie nimmt etliche Biefs auf, die lediglich noch der Drainage der Landwirtschaftsflächen dienen.

Verkehrswege Von Pourlans im Norden nach Süden verläuft die Départementsstraße D203 durch die Gemeinde, durchquert den Bourg und verlässt die Gemeinde nach Pierre-de-Bresse. Die Straße folgt weitgehend dem Trassee der alten Römerstraße, die Pourlans mit Pierre-de-Bresse verband.

Im Süden des Gemeindegebiets durchquert dieses die D118 zwischen Charette-Varennes und Neublans-Abergement und kreuzt dabei die D203 beim Weiler Babylone.

Weiler und Fluren Historisch gehörten zur Gemeinde die folgenden Weiler und Fluren: les Essarts, le Gravier, Ile-Fondée, le Môle, le Pâquier, le Pommeret, la Rocorne, Sur-l’Eau, le Vieux-Port. Dabei besteht heute lediglich noch der Weiler Le Vieux Port, die übrigen Siedlungen sind heute zerstört. Höhenprofil mini|400pxDie Gemeinde weist gesamthaft lediglich Höhendifferenzen zwischen 177 und 182 Metern auf. Das Gemeindegebiet wird durchzogen von Le Doubs mit seinen Altwässern. Nördlich des Doubs mündet La Sablonne, die sich in einem Bogen durch das Gemeindegebiet zieht. Es folgt das Altwasser Les Vergettes und schließlich der Doubs, dessen Wasseroberfläche mit 178 Metern angegeben wird. Das Trassee der Départementsstraße D203 verläuft auf einem künstlichen Damm, um die Straße vor Hochwasser zu schützen. Nur etwas mehr als 200 Meter vom Doubs entfernt liegt Le Château und dort beginnt das langgezogene Dorf mit dem Bourg auf etwas über 180 Metern Höhe. Weiter südlich verläuft die Départementsstraße D118 und ganz im Süden liegt der Lac C2B, teilweise schon auf Gemeindegebiet von Pierre-de-Bresse. Der Wasserspiegel wird mit 177,7 Metern angegeben und liegt somit leicht tiefer als der Doubs.

Klima Das Klima in Lays-sur-le-Doubs ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,0 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Februar und März als trockenste Monate 77 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2699 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Name kommt von Lasiacum, worin das keltische Wort ach, aha, ara für Wasser enthalten ist.

Geschichte Lays war ehemals ein Ort von einiger Wichtigkeit. Nördlich des Doubs deutet der Flurname Le Môle auf eine alte Mühle hin, die einst auf den Ruinen einer Motte stand. Diese ehemalige Burg bildete die Grenze zwischen Herzogtum und Freigrafschaft Burgund. Ebenfalls am nördlichen Flussufer befand sich um 1600 noch die Kirche, zusammen mit einem Teil des Dorfes. Überschwemmungen zerstörten das Dorf vollständig und hinterließen lediglich Kiesbänke. Die Bewohner waren gezwungen, ihr Dorf in der Ebene südlich des Flusses wieder aufzubauen. Die heutige Dorfkirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ist Petrus geweiht. Eine Pietà aus dem 16. Jahrhundert, die im Doubs gefunden wurde, steht heute in der Rue du Bourg.

Ein Dokument aus dem Jahr 1525 weist darauf hin, dass im Sand des Doubs Gold gefunden worden sei. Bereits seit 1504 hatten die Herren von Lays das Recht, im Geschiebe des Doubs nach Gold zu suchen. Seit dem 15. Jahrhundert bestanden zudem Schiffmühlen und ein Hafen am Südufer des Doubs. Das Überqueren des Doubs wurde von dort aus durch Boote, später durch Fähren sichergestellt, bis 1900 die erste Brücke gebaut wurde, die wiederum 1953 ersetzt wurde.

Eine erste Besiedlung dürfte in gallorömischer Zeit erfolgt sein, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Bau der Römerstraße zwischen Pierre-de-Bresse und Pourlans. Der genaue Verlauf dieser Straße ist nicht bekannt, le vieux port könnte aber darauf hindeuten, dass dort bereits ein Übergang über den Doubs bestand. Später nannten sich die Herren nach dem Ort, Abkömmlinge der de Lays bekleideten hohe Funktionen am Hof und in der Armee der Herzöge von Burgund. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelangte die Herrschaft in den Besitz der Boutons. Anthol (Anthoine) Bouton verkaufte sie 1534 an Philippe Chabot, Admiral von Frankreich. Später gehörte Lays wechselnden Besitzern, unter anderen auch den Coligny, bis sie 1646 von Pierre de Truchis übernommen wurde. Die de Truchis ließen das Schloss auf dem linken Flussufer wieder neu erbauen, nachdem es 1594 durch die Einwohner von Dole zerstört worden war.

Das Rodel von 1612 enthält interessante Hinweise auf Regelungen, die in der Region galten. So war es lediglich den Einwohnern von Lays erlaubt, im Doubs zu fischen, jedoch lediglich zu Fuß. Wer mit Nauen und Netz fischte, wurde gebüßt und seine Gerätschaften konfisziert. Enthalten ist ebenfalls der Tarif für die Flussüberfahrt, unterteilt in beschlagene und unbeschlagene Pferde sowie menschliche Passagiere. Die Einwohner von Lays mussten für die Überfahrt nichts bezahlen, hatten jedoch dem Fährmann jährlich eine Garbe Weizen oder anderes Getreide abzuliefern. Zudem mussten sie das notwendige Holz für den Unterhalt der Boote schlagen und heranführen, andererseits waren sie die einzigen, die berechtigt waren, Schiffsmühlen zu bauen und zu betreiben. Bemerkenswert auch die Steuern, der Grundherr hatte Anrecht auf den Dreizehnten. Die Einwohner waren gehalten, vor dem Einfahren der Ernte, dreimal laut nach den Leuten des Grundherrn zu rufen, damit diese je die 13. Garbe einziehen konnten.

Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, warfen Alliierte am 25. Juni 1944 nahe von Lays-sur-le-Doubs bedeutende Mengen an Waffen für den Kampf der Résistance gegen die Deutschen ab. Die Gruppe um den Immobilienagenten Paul Mouret, der zuvor meist in Navilly und Pourlans aktiv gewesen war, sammelte einen Großteil dieser Waffen ein und leitete sie an andere Kampfzellen des Widerstands weiter. Die Herren von Lays Nach der Herrschaft Lays nannte sich eine alte Familie, deren Mitglieder hohe Hofämter und Offiziersränge bekleideten. Um 1200 war Hugues de Lays Marschall von Burgund, Olivier de Laye war 1350 Gouverneur von Burgund, während der Regierungszeit von König Jean le Bon. Schließlich war 1408 Girard de Laye Fahnenritter und 1417 Eustache Berater des Herzogs von Burgund.Im 16. Jahrhundert war die Herrschaft Lays im Besitz der Boutons, die es aber schon 1534 verkauften an Philippe Chabot. Es folgten etliche Handänderungen: gegen 1550 an Claude de Frangey, 1564 an Écuyer ‘’Antoine de Saillant’’. Die Herrschaft gelangte schließlich 1583 an Philibert de Coligny, dann zu Clériadus de Coligny-Cressia (1578–1644) und endlich zu Joachim de Coligny-Cressia. Um 1646 erwarb Pierre de Truchis die Herrschaft Lays. In der Folge wurde sie durch Erbgang mehrfach geteilt. Charles Étienne de Truchis de Lays ließ ein kleines aber hübsches Schloss erbauen, da das alte 1594 durch die Dolois zerstört worden war. Vor der Revolution gelangte das Lehen an Benoît Charles de Truchis de Lays, Hauptmann der Dragoner.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Pierre in Lays-sur-le-Doubs mini|Oratorium der Pietà in der Rue du Bourg mini|Pietà aus dem 16. Jahrhundert, gefunden im Doubs

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %162927063,7

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen starken Überhang zugunsten der Männer auf, die 58 % der Bevölkerung ausmachen, wobei 36 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 46 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Durch die fehlende Bautätigkeit erfolgt kein Zuzug von jungen Einwohnern und die Gemeinde überaltert zusehends (Durchschnitt Arrondissement Louhans: 44 % unter 45 und 36 % über 60 Jahre alt). Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 199912111731−1,6 % = 2 WE davon Hauptwohnsitz 83Zweit- oder Ferienwohnsitz26vakant11

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: