Das Saar-Nahe-Bergland (auch: Saar-Nahe-Berg- und Hügelland) ist eine naturräumliche Großregion 3. Ordnung (Haupteinheitengruppe) in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das eine Fläche von 4185 km² (zuzüglich Sobernheimer Talweitung) umfassende Berg- und Hügelland erstreckt sich von Saarbrücken, Kaiserslautern und dem Pfälzerwald im Süden bis zum Hunsrück im Nordosten und umfasst neben kleinen Teilen der mittleren Saar im Westen vor allem das Einzugsgebiet der Nahe bis Bad Kreuznach.
Lage und Grenzen Das Saar-Nahe-Bergland erstreckt sich zwischen dem Hunsrück im Nordnordwesten, dem Unteren Nahehügelland im Norden und dem Alzeyer Hügelland im Ostnordosten (Nordwestrand des Oberrheinischen Tieflandes), dem Pfälzerwald im Süden sowie dem Pfälzisch-Saarländischen Muschelkalkgebiet im Westsüdwesten, wobei Letzteres z. T. erst auf französischem Boden erreicht wird.
Es umfasst die Flussgebiete der mittleren Saar im Südwesten über Prims, Blies, Glan und Alsenz bis zur unteren Nahe im Nordosten.
Größte Stadt im Inneren der Landschaft ist Idar-Oberstein im Norden, ferner liegen Kusel und St. Wendel mittig im Inneren und Birkenfeld nahe dem Nordostrand.
Deutlich größer sind Saarbrücken und Kaiserslautern am Südrand; auch Bad Kreuznach am Nordrand ist zu erwähnen. Kirchheimbolanden liegt östlich unmittelbar jenseits. Naturräumliche Gliederung Das Saar-Nahe-Bergland gliedert sich wie folgt in Haupteinheiten (dreistellig) und Untereinheiten (Nachkommastellen): (zum Nordfranzösischen Schichtstufenland) 19 Saar-Nahe-Bergland (ohne Soberner Talweitung 4185,0 km²; 2417,2 km² in RP) 190 Prims-Blies-Hügelland (in älterer Ausdehnung 968,4 km², ganz im SL) 190.0 Oberes Bliestal 190.00 St. Wendeler Becken 190.01 Spiemontdurchbruch 190.1 Theel-Blies-Hügelland 190.10 Theel-Alsbach-Höhen 190.11 Hoxberg-Elmesberg-Rücken 190.12 Illhügelland 190.13 Wemmetsweiler Mulde 190.14 Ottweiler-Wiebelskircher Bliestal 190.140 Ottweiler Bliestal 190.141 Wiebelskircher Talweitung 190.15 Blies-Oster-Rücken 190.16 Fürther Mulde 190.2 Köllertal 190.20 Heusweiler-Reisbacher Mulde 190.21 Püttlinger Köllertal 190.3 Schwarzenholzer Höhen 190.4 Prims-Theel-Tal 190.40 Schmelzer Primstal 190.41 Lebacher Talweitung 190.5 Litermont (414 m) 190.6 Michelbacher Basalttafel 190.7 Haustadt-Reimsbacher Senke 191 Saarkohlenwald (ursprünglich in größerer Ausdehnung als „Mittelsaarländisches Waldland“ 452,7 km², ganz im SL) 191.0 Köllertaler Wald 191.1 Kohlentäler 191.2 Neuweiler-Spieser Höhe 191.3 Neunkircher Talkessel 192 St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke (247,5 km², davon 208,7 km² in RP) 192.0 Kaiserslauterer Becken (78,3 km², ganz in RP) 192.1 Landstuhler Bruch (67,0 km², ganz in RP) 192.2 Jägersburger Moor („Peterswaldmoor“; 30,2 km² in RP) 192.3 Nordrand der Westpfälzer Moorniederung (30,4 km², ganz in RP) 192.4 Homburger Becken (0,8 km² in RP, überwiegend im SL) 192.5 Bexbacher Riedel (2,1 km² in RP) 192.6 Kirkeler Schwelle (ganz in SL) 192.7 St. Ingberter Senke („St. Ingberter Becken“; ganz im SL) 193 Nordpfälzer Bergland („Glan-Alsenz - Berg- und Hügelland“; 1587,9 km², 1556,4 km² in RP) 193.0 Kirner Nahetal (27,9 km², ganz in RP) 193.1 Glan-Alsenz-Höhen (850,1 km², ganz in RP) 193.10 Becherbach-Reidenbacher Gründe (88,2 km²) 193.11 Sien-Lauschieder Höhenrücken (65,0 km²) 193.12 Meisenheimer Höhen (83,7 km²) 193.13 Glantal (28,3 km²) 193.14 Alsenzer Höhen (289,1 km²) 193.140 Moschelhöhen (192,5 km²) 193.141 Alsenztal (18,2 km²) 193.142 Appelhöhen (78,4 km²) 193.15 Wiesener Randhöhen (29,9 km²) 193.16 Lichtenberg-Höhenrücken (75,9 km²) 193.17 Untere Lauterhöhen (172,1 km²) 193.18 Obere Lauterhöhen (17,9 km²) 193.2 Potzberg-Königsberg-Gruppe (99,5 km², ganz in RP) Potzberg (562 m) Königsberg (567 m) 193.3 Kuseler Bergland (218,8 km² in RP) 193.301 Brücken-Steinbacher Karboninsel (Steinberg; 4,3 km², ganz in RP) 193.4 Donnersbergmassiv (225,7 km², ganz in RP) 193.40 Westliche Donnersbergrandhöhen (61,6 km²) 193.41 Hoher Donnersberg und Falkensteiner Berge (25,6 km²) 193.410 Falkensteiner Berge (15,6 km²) 193.411 Hoher Donnersberg (686,5 m; 10,0 km²) 193.42 Bürgerwald (47,3 km²) 193.43 Dannenfelser Randhügel (27,0 km²) 193.44 Kaiserstraßensenke (64,1 km²) 193.5 Porphyrbergland von Münster am Stein (110,0 km², ganz in RP) 193.50 Rotenfelsporphyrberge (83,6 km²) 193.500 Kreuznacher Hardt (nördlich der Nahe; 5,8 km²) 193.501 Schlossböckelheimer Heide (nördlich der Nahe; 10,3 km²) 193.502 Lemberg-Hochfläche (südlich der Nahe; 43,7 km²) 193.503 Rheingrafensteiner Hochfläche (südlich der Nahe; 23,7 km²) 193.51 Nahe-Alsenz-Felsental (17,5 km², ganz in RP) 193.52 Neubamberger Riegel (8,9 km², ganz in RP) 193.6 Höcherbergmassiv (3,6 km² in RP, überwiegend im SL) 193.7 Osterhöhen (20,8 km² in RP, überwiegend im SL) 194 Prims-Nahe-Bergland (ursprünglich in größerer Ausdehnung als „Oberes Nahebergland“; 807,0 km², in aktuellen Grenzen 466,2 km² in RP) 194.0 Idarvorberge (198,3 km², fast ganz in RP) 194.00 Obersteiner Vorberge (91,9 km²) 194.01 Bergener Hochfläche (17,0 km²) 194.02 Obersteiner Naheengtal (51,4 km², nur minimal im SL) 194.03 Leiseler-Hochwald-Vorstufe (38,0 km²) 194.1 Baumholderer Hochland (238,5 km² in RP) 194.10 Obersteiner Winterhauch (38,2 km², ganz in RP) 194.11 Baumholder Platte (500–550 m; 184,5 km² in RP) 194.12 Birkenfelder Platte (15,9 km², ganz in RP) 194.2 Hirsteiner Bergland (0,6 km² in RP, fast komplett im SL) 194.3 Nohfeldener Bergland (17,7 km² in RP) 194.30 Nohfelder Kuppen(land) (17,7 km² in RP) 194.31 Leißberg (ganz im SL) 194.4 Theley-Selbacher Hochmulde (ganz im SL) 194.5 Primshochland (1,4 km² in RP, fast komplett im SL) 194.50 Büschfelder Höhen 194.500 Auscheter Kuppe 194.501 Großer Horst 194.502 Schloßberghöhen 194.51 Oberes Primstal 194.510 Büschfelder Primsengtal 194.511 Kasteler Primstal 194.52 Dörsdorf-Limbacher Hochland 194.520 Dörsdorfer Hochfläche 194.521 „Bohnental“ 194.53 Primstaler Höhen 194.54 Söterner Mulde (1,4 km² in RP) 194.55 Kasteler Höhen 194.6 Schaumbergmassiv (ganz im SL) 194.7 Prims-Traun-Senke (96,0 km² in RP) 195 Soonwaldvorstufe (124,9 km², ganz in RP) 195.0 Vorstufe des Großen Soon (110,5 km²) 195.00 Seesbach-Spabrücker Hochfläche (70,1 km²) 195.01 Gauchsbergrücken (32,4 km²) 195.02 Wingertsgründe (8,0 km²) 195.1 Hennweiler Hochfläche (14,4 km²) 196 Sobernheimer TalweitungIm Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands ist die Sobernheimer Talweitung Teil des Alzeyer Hügellandes und somit des Oberrheinischen Tieflandes! Offenbar ist sie erst in der Nachfolgearbeit auf Blatt Mainz umsortiert worden. (60,9 km², ganz in RP) 197 Mittleres Saartal (ganz im SL) 197.0 Güdinger Saartal 197.1 Saarbrücker Talweitung 197.2 Völklinger Saartal 197.3 Saarlouis-Dillinger Becken 197.30 Saar-Prims-Tal 197.300 Saarlouis-Dillinger Saartal 197.301 Unteres Primstal 197.31 „Sand“ 197.32 „Grieß“ 197.33 Dieffler Terrassenplatten 197.4 Siersburger Niedtal 197.5 Fremersdorfer Engtal 197.6 Merziger Talweitung 197.60 Merziger Saarniederung 197.61 „Särkov“ 198 Warndt (im SL und westlich anschließend in Lothringen) 198.0 Warndthügelland 198.1 Saarbrücken-Forbacher Senke 198.2 Kreuzwalder Ebene 198.3 Bisttalweitung 199 Hochwaldvorland (ganz im SL) 199.0 Merzig-Bachemer Sandsteinhügelland 199.00 Merzig-Losheimer Wald 199.01 Seffersbachtalweitung 199.1 Losheim-Waderner Becken 199.2 Weiskirchener Hochwald-Vorstufe
Die Haupteinheiten 190, 191 sowie 197 bis 199 liegen ganz im Saarland, 195 und 196 ganz in Rheinland-Pfalz; von den den Kernteil der Landschaft einnehmenden Einheiten 192 bis 194 liegen nur kleine Randanteile im Südosten im Saarland und der Rest in Rheinland-Pfalz.
Die Haupteinheit 196 wurde erst nachträglich der Haupteinheitengruppe zugeschlagen, die Haupteinheiten 197 bis 199 wurden von den ursprünglichen Haupteinheiten 190 und 191 abgespalten.
Geologie Das Kernland des Saar-Nahe-Berglandes stellt das größte zusammenhängende Verbreitungsareal (rund 2.800 km²) von permokarbonen Schicht- und Ergussgesteinen auf deutschem Boden dar. Die Schichten des Rotliegend und des Perm streichen bis zur französischen Grenze über eine Länge von über 100 km in westsüdwestliche Richtung bei um 30 km Breite.
An den Rändern steht Buntsandstein an.
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