La Chaux [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Chaulais, respektive Chaulaises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Norden des Arrondissement Louhans, 6,5 Kilometer südlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 22,0 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud. Sie liegt südlich der Gemeinde La Chapelle-Saint-Sauveur deren Gemeindegebiet La Chaux auf drei Seiten umklammert. Im Südosten liegt Montjay, im Süden Serley und im Südwesten ein kurzes Stück von Mervans.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit weit verstreuter Besiedlung». Ein geringer Teil der Bevölkerung lebt im Bourg, der größte Teil jedoch in den Weilern und in Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 144 Hektar bewaldete Flächen auf, was 13,1 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 93 % Laubwald und 3 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Osten der Gemeinde – Bois des Combes, Bois des Chesses, Bois de la Folie –, kleinere Flächen sind im ganzen Gemeindegebiet anzutreffen.
In der Gemeinde werden 740,6 Hektar (etwa 67,3 %) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei in der Gemeinde kein Bioanbau betrieben wird. Rund 36 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 5 % wird Raps, auf 19 % wird Weichweizen und auf rund 19 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer An stehenden Gewässern finden sich im Gemeindegebiet drei benannte Étangs nebst etwa 10 kleineren, namenlosen Weihern. Die Gesamtfläche der Stillgewässer macht etwa 10 Hektar (etwa 1 % des Gemeindegebietes) aus.
An fließenden Gewässern findet man im Osten den Ruisseau des ArmetièresRuisseau des Armetières, Länge 6,1 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in La Chaux auf ca. 195 m, Mündung bei in Torpes auf ca. 184 m, Ruisseau des Armetières auf sandre.eaufrance.fr, er beginnt ganz im Süden der Gemeinde und bedient den Étang de la Folie. Darnach fließt er nach Norden, nimmt den Bief auf, der den Étang des Millots entwässert und verlässt die Gemeinde im Nordosten Richtung La Chapelle-Saint-Sauveur.
An der westlichen Gemeindegrenze, beim Weiler La Grande Fontenelle beginnt der Ruisseau de GrangeRuisseau de Grange, Länge 5,73 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in La Chaux auf ca. 205 m, Mündung bei in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau de Grange auf sandre.eaufrance.fr, bedient den Étang de Mirbel, unmittelbar bevor er die Gemeinde Richtung La Chapelle-Saint-Sauveur verlässt.
Verkehrswege Die Hauptverbindung bildet die Départementsstraße D13, sie durchzieht das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung von La Chapelle-Saint-Sauveur nach Serley und durchzieht den Bourg. Diese Straße verläuft auf dem Trassee der Römerstraße, die Louhans mit Pierre-de-Bresse verband.
Nördlich des Bourg zweigt die D313 nach Westen ab, verläuft dann südwestlich und verlässt die Gemeinde bei La Grande Fontenelle nach La Chapelle-Saint-Sauveur. Diese Straße verläuft auf dem Trassee der Römerstraße, die Verdun-sur-le-Doubs mit Poligny verband. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Accrochoux, Bacheley, Les Bernards, Les Berteaux, Le Bois-Brûlé, Les Bois-de-Feures, Le Borgeot, Le Bourgneuf, Chapots, Chivière, Le Cocagne, La Communauté, Le Défriché, Le Désert, La Folie, Fontenay, La Grande Fontenelle, Grandvèvre, Les Guinards, Maison-Blanche, Mirbel, Les Moreaux, Les Moutons, Petites-Fontenelles, Les Pins, Les Rabuts, Les Repesses, La Reppe-Morey, Le Rondot, Les Truchards, Les Us, Le Vernet, Les Vieilles-Levées. Höhenprofil mini|400pxDieses Höhenprofil zeigt sehr schön die Besonderheiten einer Gemeinde in der Bresse. Eigentlich liegt der Ort auf einer Ebene zwischen 207 und 212 Metern, die durchzogen ist von Biefs und Étangs, die künstlich angelegt wurden. Das Profil beginnt mit dem Bief, der den Étang de Mirebel entwässert. Anschließend steigt das Gelände auf die natürliche Bresse-Ebene von 200 bis 210 Metern, bis zum Bief, der den Étang des Millots alimentiert. Am Hang liegt der Bourg, der von der Départementsstraße D13 durchzogen wird. Die beiden Weiler Fontenay und Le Bourg Neuf liegen wieder etwa auf der natürlichen Höhe, dazwischen liegt ein ganzes System von mehreren Étangs, verbunden durch einen Bief. Schließlich liegt östlich vom Bourg Neuf ein Weiher und im tiefsten Punkt fließt der Bief, der den Étang de la Folie entwässert und in den Ruisseau des Tenaudins mündet.
Klima Das Klima in La Chaux ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Im 12. Jahrhundert wird La Chaux in den Pouillés de Besançon als La Chaz erwähnt. Über die genaue Herkunft des Namens bestehen verschiedene Theorien. Guillemaut vermutet, der Name könnte auf lateinisch callis = Straße, Gasse, auch Chaussee zurückzuführen sein, wegen der Nähe zur Römerstraße. Der Ort La Chaux-en-Bresse liegt ebenfalls an der Römerstraße nach Poligny, letztlich also eine plausible Erklärung.
Zwar wird heute vermutet, der Name gehe auf das mittellateinische calma zurück (zusammengezogen aus calamus) = baumloses Feld. Chaux oft mit Ergänzungen und in Zusammensetzungen kommt im Gebiet des Jura und der Bresse häufig vor, hängt jedoch kaum mit der heutigen Bedeutung (Chaux = Kalk) zusammen, zumal gerade in der Bresse Kalkstein überhaupt nicht vorkommt.
Geschichte Seit dem 13. Jahrhundert war La Chaux ein Lehen, das später eine Motte und eine Festung aufwies. Im Rodel von 1553 werden unter anderem die Gerichtsbarkeit, die Kosten bei Handänderungen, die Beschlagnahme von herrenlosen Gütern geregelt. Das Jagdrecht steht ausschließlich dem Feudalherrn zu, diesem sind im Weiteren die Zungen von allen geschlachteten Kühen und Stieren abzuliefern. Frischvermählte haben am Tag nach der Hochzeit gemeinsam ein halbes Maß Weizenmehl auf das Schloss zu bringen. Geregelt werden ferner die Pflichten der Eigenleute bezüglich Wachdienst, Unterhaltsarbeiten wie Reinigung des Wassergrabens und Unterhalt der Schlossbrücke. Jeder Einwohner hat zudem jährlich ein Huhn abzuliefern.
Herren von La Chaux waren 1511 Ritter Charles de Poupet, 1555 Estienne d'Ugny, anschließend die Bataille de Mandelot, eine alte Familie, die besonders im 18. Jahrhundert mehrere hohe Offiziere hervorbrachte. Ihr Wahlspruch lautete: ex bello pax (Aus dem Krieg wird Friede).
La Chaus, später La Chaz und La Chaulx liegt an der alten Römerstraße von Pierre-de-Bresse nach Louhans. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gehörte die Grundherrschaft den de Bataille de Mandelot. Von der Festung, die 1473 erstmals erwähnt wird, sind nur noch die Gräben sichtbar. Die Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. In der alten Kapelle der Herren von La Chaux, der heutigen Dorfkirche, befanden sich ehemals mehrere Gräber der Batailles, mit der Devise Bataille pour Dieu, ex bello pax. Gegenüber der Kirche befindet sich das Pfarrhaus mit einer schön geschnitzten Eingangstür. 1902 wurde die neue Mairie-École erstellt, die alte bestand noch aus Lehmwänden und war mit Stroh gedeckt. 1923 wurde der heutige Friedhof gebaut und 1950 das Foyer rural (Mehrzweckgebäude). Ehemals bestanden drei Mühlen an den zahlreichen Étangs, 1988 noch 35 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von la Chaux In la Chaux bestand eine Burg mit Wassergräben, die schon im 13. Jahrhundert erwähnt wird, heute steht dort ein Bauernhaus.1511 war Charles de Poupet, Ritter, Herr von la Chaux und Charette, 1555 war es Estienne d’Ugny. Durch die Heirat von Nicole d’Ugny mit Philibert de Beaurepaire ging das Lehen an diese Familie über. Das Lehen la Chaux wurde für 19.320 Livres verkauft an Nicolas Buret, Écuyer, Kavalleriehauptmann im Dienst des Herzogs von Savoyen. Er verkaufte das Lehen an Aimé Pinsonnat, Herr und Baron von Bellevesvre.Bei einem erneuten Verkauf wurde Michel Bataille, Écuyer, Herr von Mandelot, la Chaux, Saint-Bonnet, Taperey – er huldigte weiterhin den Herren von Bellevesvre. In der Kirche von la Chaux sind mehrere Familienmitglieder der de Bataille bestattet, ihre Devise war: «Bataille pour Dieu, ex bello pax» (Zweideutiger Wahlspruch: 1° Die Familie Bataille für Gott, aus dem Krieg wird Frieden, oder 2° Die Schlacht für Gott, aus dem Krieg wird Frieden). Henri Charles Bataille, Graf von Mandelot, Herr von la Chaux war am Ende der Regierungszeit von Louis XV., um 1770, Kapitän zur See der königlichen Flotte. Sein Sohn, Henri Camille Sophie Bataille, Graf von Mandelot, war unter Louis XVI. kommandierender Hauptmann des Dragonerregiments d’Artois.
Bevölkerung mini|Kirche Conversion-de-Saint-Paul von La Chaux (Saône-et-Loire)
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %323161162195,9
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 43 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 32 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter sind. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19991851823+15,6 % = 25 WE davon Hauptwohnsitz 142Zweit- oder Ferienwohnsitz26vakant17
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe2Baugewerbe5Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie9Information und KommunikationFinanz- und Versicherungsdienstleistungen1Grundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen2Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige Dienstleistungen4Land- und Forstwirtschaftsbetriebe9 In der Gemeinde befinden sich eine Bäckerei, eine Autogarage und ein Bauunternehmen, ferner ein Restaurant, eine Schreinerei/Zimmerei und zwei Elektriker. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Serley oder in Saint-Germain-du-Bois.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in La Chaux Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.
Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon untersteht und von 43 Schülern in zwei Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.
Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Literatur
Weblinks
Siehe auch Liste der Monuments historiques in La Chaux (Saône-et-Loire)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté