Buckow (niedersorbisch: Bukow) ist ein Ortsteil der Gemeinde Rietz-Neuendorf im Landkreis Oder-Spree des Landes Brandenburg. Er liegt an der Bundesstraße 246 westlich der Kreisstadt Beeskow und südlich des Hauptortes Rietz-Neuendorf.

Geschichte miniatur|hochkant|Zeichnung des slawischen Burgwalls von 1895. miniatur|hochkant|Kirche in der Wallanlage. Der Name Buckow bezieht sich auf das altsorbische Bukov, einem Ort an dem es Rotbuchen gibt (buk = Rotbuche)Sophie Wauer: „Brandenburgisches Namenbuch“, Teil 12: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 52. mini|hochkant|Gedenkstein 1441. Die erste urkundliche Erwähnung fand sich 1346 mit Bockaw. Im Laufe der Jahrhunderte wandelt sich der Name zur heutigen Schreibweise über 1494 Bukow, 1496 Buko.Ernst Eichler: Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße. Band 1 A-J, VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1985, S. 67.

Die erste Ansiedlung erfolgte durch die Slawen. Ein slawischer Burgwall aus dem 8.–10. Jahrhundert, im Volksmund „Schwedenschanze“ genannt, liegt im Ort. Innerhalb der ehemaligen Wallanlage befindet sich seit dem 13. Jahrhundert die Kirche und der Friedhof. Die eigentliche Burginnenfläche betrug etwa 40 mal 60 Meter, die Anlage war von einem breiten, flachen Graben umgeben, das Zugangstor lag im Norden und die Wallhöhe beträgt noch immer bis zu 4 m, Teile des Walls auf der Südseite wurden während des Baues der Kirche abgetragen, dabei fanden sich Steinpackungen, welche den unteren Teil des Walls ausmachen. Von hier führt der Weg zum ehemaligen Schulhaus und dem Pfarrgehöft.

In südlicher Richtung, etwa 1300 m entfernt, befand sich ein weiterer Wall aus der gleichen Zeit, der ähnlich angelegt wurde und etwa 190 m Innendurchmesser hatteSophie Wauer: „Brandenburgisches Namenbuch“. Teil 12: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 18.. Reste einer altslawischen Siedlung, die bis ins 10.–11. Jahrhundert bewohnt war, fanden sich bei Abtragungen des Bodens im südöstlichen Bereich nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei stieß man auf Steine und etwa 1 m lange angespitzte hölzerne Pfähle. Heute steht das Gebiet unter Denkmalschutz und wurde mit einigen Bäumen bepflanzt, um das Gelände zu sichern. Die Bewirtschaftung der Felder sorgte in der Folgezeit dafür, dass große Teile derartig abgeflacht wurden, dass man den Wall als solchen kaum noch erkennen kann.Slawenburgen.de. (Hrsg.):

Bei Grabungen im Auftrag der Akademie der Wissenschaften der DDR in den 1960er Jahren um die Kirche herum, fanden sich u. a. Scherben mit Kammstrichverzierungen und Eichenpfähle, ob es sich um eine Niederungsburg als Adelssitz, Fluchtburg oder ein Heiligtum handelte, blieb ungeklärt.

Während des Dreißigjährigen Krieges diente der Wall um die Kirche den Dorfbewohnern als Schutz vor den Schweden, daher der Name „Schwedenschanze“, zur Zeit der Befreiungskriege 1813 verschanzten sich die Bauern hier gegen die französischen Truppen Napoleons.

Die alte Kirche wurde 1732 wegen Baufälligkeit abgebrochen und 1737 wurde die heutige Kirche unter Verwendung alter Materialien wieder aufgebaut. Sie stellt sich in Form eines rechteckigen Putzbaues dar, an der Westseite mit einem quadratischen, im Oberteil verbrettertem Turm. Er beherbergt zwei Glocken, eine von 1841 aus der Glockengießerei Johann Carl Hackenschmidt aus Berlin. Das gewalmte Zeltdach trägt eine Kugel, Wetterfahne mit der Jahreszahl „2003“ und einen Wetterhahn mit der Jahreszahl „1737“. Die Turmspitze wurde nach einem Sturmschaden 1996 abgenommen und restauriert.

Im Inneren befindet sich ein hölzerner Kanzelaltar mit Schalldeckel. Dieser trägt die Initialen „FR“ („Fridericus Rex“) und eine Krone. Die Taufe ist ebenfalls hölzern, achteckig und stammt aus der Zeit des Altarbaus. Altartisch und Lesepult sind jüngeren Datums. Die Orgel auf der Westempore aus dem Jahre 1876 stammt von der Orgelbaufirma Teschner aus Fürstenwalde, ausgestattet mit einem Manual, Pedal und zwölf Registern. Die Hufeisenempore stammt aus der Bauzeit, die Decke besteht aus Balken und Brettern.Hans-Joachim Beeskow: Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises An Oder und Spree. Heimat-Verlag, Lübben 2002, ISBN 3-929600-25-0, S. 38–41.

Kirche und Burgwall stehen unter Denkmalschutz. Siehe auch Liste der Baudenkmale in Rietz-Neuendorf#Buckow

Anfang des 20. Jahrhunderts bestand mit dem Rittergut der Familie Willy Schade ein 328 ha großer landwirtschaftlicher Betrieb im Ort.Vgl. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 14 f. Dieses Gut, samt Georgshöhe, betrieb um 1930 Hans Georg Schade. Zeitgleich bestanden sechs weitere Höfe, genannt Gut Nr. 9, 20, 41, 58, 65, sowie ein nicht beziffertes Gut der Familie W. Kurhatz, jeweils um die 20 ha, in Buckow.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Selbstverlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 14.

Verwaltungsgeschichte Vor der Eingemeindung am 31. Dezember 2001 gehörten die Wohnplätze Georgshöhe und Neue Herrlichkeit zur Gemeinde BuckowRegierung der Deutschen Demokratischen Republik, Statistisches Zentralamt (Hrsg.): „Systematisches und alphabethisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik“, Gebietsstand 1. Januar 1952, Stand der Einwohnerzahlen zum 29. Oktober 1946.. Zwischenzeitlich, mindestens 1950 und 1957, war das Ackergehöft Neue Herrlichkeit ein Wohnplatz des benachbarten Dorfs Falkenberg. Joachim Schölzel (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. (HOL) Teil IX: Beeskow – Storkow. In: Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam, Band 25, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989, ISBN 3-7400-0104-6, S. 47 f, 72, u. S. 111. Nachdruck: Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-86-0. Die Postleitzahl O-1231 wurde am 1. Juli 1993 in die heutige Postleitzahl 15848 geändert.

Verkehr Der Ort liegt an der Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow und ist mit dem Zug von Königs Wusterhausen oder Frankfurt (Oder) erreichbar (NEB RB 36) und verfügt über den Haltepunkt Buckow (b Beeskow).

Neben der Anbindung an die Bundesstraße 246 kann man von der A 12, Abfahrt Fürstenwalde West ebenfalls nach Buckow gelangen oder die Buslinien des Nahverkehrsnetzes nutzen.

Tourismus An der Straße nach Lindenberg befinden sich zwei Landschaftsschutzgebiete, der Schlosspark Lindenberg wurde von Ludwig Lesser konzipiert und ist der einzige von ihm erhaltene Gutspark im landschaftlichen Stil. Im ehemaligen Park von Georgshöhe, einem ehemaligen Rittergut-u. a. des 1908 nobilitiertenWalter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band II, Band 58 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1974, S. 354. Offiziers Richard (Schade) von Cottenet,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1913. Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 159.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1921. Fünfzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1920, S. 135. stehen Bäume von besonderer Art und Bedeutung, ausgewiesene Wanderwege zwischen den Dörfern Buckow, Birkholz und Groß-Rietz führen um das Gut „Hirschaue“, Deutschlands größtem ökologischen Wildgehege. Beeskow, Fürstenwalde und Storkow (Mark) bieten eine Vielzahl kultureller Höhepunkte. miniatur|hochkant|Pfarrgehöft.

Literatur Adolf Bastian, Rudolf Virchow, Albert Voß: Zeitschrift für Ethnologie. Organ der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. 28. Jahrgang-1896, Verlag A. Asher & Co. Berlin, S. 129 f. Sophie Wauer: „Brandenburgisches Namenbuch“, Teil 12: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 52.

Weblinks

Einzelnachweise

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