mini|hochkant|Pfarrkirche St. Burkhard
Homburg am Main ist ein Gemeindeteil des Marktes Triefenstein im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart in Bayern.
Geographie Gemarkung Die Gemarkung Homburg a.Main hat eine Fläche von 6,375 km². Sie ist in 2146 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2970,61 m² haben.
Lage Der ehemalige Markt Homburg liegt am linken Ufer des Mains an der Grenze zu Baden-Württemberg, an der Staatsstraße 2299. Durch die westlichen und südlichen Nachbargemarkungen verläuft die Bundesautobahn 3. Durch den Ort führt der Fränkische Marienweg.
Auf der gegenüberliegenden Mainseite befindet sich Trennfeld. Auf der Mainseite von Homburg liegen vom Norden beginnend Lengfurt, Erlenbach, Tiefenthal, Remlingen, Wüstenzell, Dertingen und Bettingen.
In Homburg mündet der im nordöstlichen Gemarkungsgebiet entspringende Bischbach in den Main.
Etymologie Ortsname Seinen Namen erhielt Homburg von der Burg Homburg. Der Name setzt sich aus den althochdeutschen Wörtern und zusammen. Daraus ergibt sich: Hoch gelegene Burg.
Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden sind: 993 „Hohenburg“, 1141 „Hoemburc“, 1215 „Homburch“, 1245 „Honburc“, 1335 „Hohenberg“, 1394 „Hoenburg an dem Mewn“, 1490 „Hoemburg am Mewn“, 1583 „Homburg“ und 1682 „Homburg am Main“.
Flurnamen mini|Blick auf das Naturschutzgebiet „Kallmuth“ oberhalb der Weinhänge In Homburg am Main befinden sich die beiden Weinlagen „Edelfrau“ und „Kallmuth“. Der Name Kallmuth geht auf das lateinische zurück.
Andere historische Namen der Feld- und Weinbergslagen sind: Erlbecher Weg Geren Gutenberg Lerchenberg Nüwenliten Olferberge Steinechtweg
Geschichte Ab dem 10. Jahrhundert Die Homburg, gemäß einer fränkischen Sage von Karl dem Großen auf dem Felsen errichtet, in einer dessen Höhlen sich der Bekehrer des Frankenlandes Burkard geflüchtet haben soll,Christa Hinze, Ulf Diederichs (Hrsg.): Fränkische Sagen. 1980, ISBN 978-3-424-01148-7, S. 58. wurde gegen Ende des 10. Jahrhunderts unter dem Namen „Hohenburg“ erstmals erwähnt. Die Stadt lag an den alten Höhenstraßen des Mittelalters. Die Handelsstraße, später Poststraße, verband Frankfurt am Main und Würzburg. Adlige und Bürger bekamen Lehensgüter der Burg. 1303 wurden 20 Vasallen im Lehnsbuch genannt, die ein Burggut besaßen. 1332 vergab Kaiser Ludwig das Stadtrecht und bewilligte einen Wochenmarkt. 1336 erwarb der Bürger Gernot Irrmut, Schultheiß von Wertheim, ein Burglehen, das zwischen der Kapelle und der Horandschen Wohnung lag (1402 wurde es wieder verkauft). Bischof Albrecht veräußerte 1366 die Stadt an Kaiser Karl IV., der erneut Stadtrecht an Homburg vergab. Der Ort gehörte 29 Jahre zur Böhmischen Krone. 1395 kam die Homburg in den Besitz des Hochstifts Würzburg, das die Stadt als Lehen an die Grafen von Wertheim gab. Deren Lehensträger waren die Herren von Hohenburg. Durch die Nachbarschaft zu der Ordensburg Henneburg bei Prozelten, Collenburg und Wertheim in böhmischem Lehensbesitz geriet die Gegend in den Einfluss des Deutschen Ordens. Die Horand von Homburg saßen noch 1431 auf der Burg. 1561–1568 wurde die Homburg unter dem Besitzer von Gebsattel durch den noch bestehenden Fachwerkbau ersetzt. 1602 war der Fürstbischof Julius Echter Herr von Homburg, 1614 ließ er die Zehntscheune erbauen. 1831 stand das Schloss ohne Nutzung leer. 1869 kaufte es die Gemeinde für soziale Zwecke. Ab 1900 wurde es grundlegend renoviert, 1998 zogen dort Künstler und ein Wissenschaftler ein. Heute wird das Gelände vor allem für das Projekt „Kunst auf Schloss Homburg“ von verschiedenen Künstlern genutzt.
Im 15. Jahrhundert wurde das Amt Homburg am Main gegründet, das im Jahr 1802 zum Königreich Bayern und 1806 zum Großherzogtum Würzburg kam. Im Jahr 1815 wurde Homburg endgültig bayerisch. 1818 entstand mit dem Gemeindeedikt die Gemeinde Homburg am Main, die auf ihre Stadtrechte verzichtete und Marktrecht erhielt.
Im Jahr 1807 wurde die Papiermühle Homburg erbaut, die einzige in Franken noch erhaltene historische Papiermühle.Martin Droschke: Heute ein Centartikel, zählte Schreibpapier […]. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 16. Juni.
Am 31. Dezember 1977 hatte Homburg am Main eine Fläche von 6,61 km².Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 31. Dezember 1977. destatis.de/DE; abgerufen am 12. Dezember 2021. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 wurde der Markt Homburg am Main aufgelöst und mit Lengfurt, Trennfeld und Rettersheim zum Markt Triefenstein vereinigt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1987 1036 1991 1100 1995 1309 1999 1359 Jahr Einwohner 2003 1339 2007 1376 2011 1326 2014 1302
Siehe auch Iring von Reinstein-Homburg
Weblinks
Gemeindeteil Homburg am Main. Homepage Markt Triefenstein. Lage von Homburg am Main. BayernAtlas. Schloss Homburg. (PDF; 1,4 MB) spessartprojekt.de
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Triefenstein) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Main-Spessart) Kategorie:Ort im Landkreis Main-Spessart Kategorie:Ersterwähnung im 10. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Gemarkung im Landkreis Main-Spessart