Thionylchlorid (Trivialname) ist eine stark lichtbrechende farblose Flüssigkeit, das Dichlorid der Schwefligen Säure.

Geschichte Thionylchlorid wurde erstmals im Jahre 1849 durch die Umsetzung von Schwefeldioxid mit Phosphorpentachlorid erhalten. Nachdem seine Eignung als Chlorierungsreagenz erkannt worden war, wurde es etwa ab 1900 im industriellen Maßstab hergestellt und verwendet.H.-D. Lauss, W. Steffens: Sulfur Halides. In: Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2012, .

Eigenschaften mini|links|Bindungslängen und -winkel von Thionylchlorid Thionylchlorid ist eine farblose bis gelbliche, an der Luft rauchende Flüssigkeit, die sich in Wasser oder bei Erhitzung oder unter Lichteinwirkung zersetzt. Ihre Dämpfe wirken schon bei großer Verdünnung erstickend. Die Verbindung reagiert heftig mit Wasser und Basen sowie mit einigen Alkoholen. Beim Erhitzen über 80 °C zerfällt es in Schwefeldioxid, Chlor und Dischwefeldichlorid,Thionylchlorid (7719-09-7), Universität Münster, abgerufen am 4. November 2014. gemäß der Gleichung:

Bei der Reaktion mit Wasser bilden sich Chlorwasserstoff und Schwefeldioxid:

Herstellung Thionylchlorid wird im Labor durch Einleiten von Schwefeltrioxid in Schwefeldichlorid oder durch Überleiten von Schwefeldioxid über Phosphorpentachlorid hergestellt:G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry. 2. Auflage. vol. 1, Academic Press, 1963, S. 382–383.

Verwendung In Lithium-Thionylchlorid-Batterien als Lösungsmittel und Elektrolyt

Industriell wird Thionylchlorid zur Herstellung folgender Substanzen verwendet: aromatische Sulfonsäurechloride Carbonsäurechloride aus Carbonsäuren: Alkylchloride aus aliphatischen Alkoholen:

Einzelnachweise

Kategorie:Schweflige-Säure-Verbindung Kategorie:Säurechlorid Kategorie:Schwefel-Halogen-Verbindung