Gottfried I. (franz.: Geoffroy; † wohl 1153) war ein Herr von Rancon (Département Haute-Vienne) und Taillebourg. Er war vermutlich ein Sohn des Amalrich III. von Rancon und Bruder des Amalrich IV. von Rancon.siehe Painter

Leben und Wirken Gemeinsam mit Hugo VII. von Lusignan griff er 1127 die Burg von Montignac an, wurde aber von Graf Vulgrin II. von Angoulême zurückgeschlagen.Ex Historia pontificum et comitum engolismensium Cap. XXXV, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 12 (1877), S. 396

Bekannt wurde Gottfried als Teilnehmer des Zweiten Kreuzzuges, zu dem er 1146 gemeinsam mit König Ludwig VII. und anderen französischen Rittern in Vézelay das Kreuz genommen hatte.Suger von Saint-Denis, Historia gloriosi regis Ludovici VII filii Ludovici Grossi, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 12 (1877), S. 126 Bei der Durchquerung von Kleinasien fiel Gottfried durch seine Undiszipliniertheit auf, indem er sich 1148 entgegen dem Befehl des Königs während eines Lagers in der Nähe von Laodikeia vom Hauptheer absetzte, um einen zweiten Lagerplatz einzunehmen, der ihm sicherer erschien. Weil ihm mehrere Ritter dahin folgten, hatte dies eine Spaltung des Heeres zur Folge, was die Rum-Seldschuken erkannten und sofort zu einem Angriff ausnutzten, der das unorganisierte Kreuzfahrerheer unter großen Verlusten in die Flucht schlug. Der ebenfalls überlebende Gottfried wurde anschließend vom König zur Strafe auf die Heimreise befohlen.Wilhelm von Tyrus, Historia Rerum in partibus transmarinis gestarum Lib. XVI, Cap. XXV, hrsg. in: Recueil des historiens des croisades (1844), Historiens occidentaux I, S. 747–749

Aus einer Ehe mit Fossifia hatte Gottfried drei Kinder: Gottfried II. († 1194), Herr von Rancon und Taillebourg Bourgogne († 1169), ⚭ mit Hugo VIII. von Lusignan Bertha, ⚭ mit Guillaume Maingot, Herr von Surgères

Literatur

Sidney Painter: Castellans of the Plain of Poitou in the Eleventh and Twelfth Centuries. In: Speculum. A journal of medieval studies, Bd. 31 (1956), S. 255, Sidney Painter: The Lords of Lusignan in the Eleventh and Twelfth Centuries. In: Speculum. A journal of medieval studies, Bd. 32 (1957), S. 39.

Einzelnachweise

Weblink

Seigneurs de Rancon bei Foundation for Medieval Genealogy.ac (englisch)

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