Das KulturGut 44 (bis Juni 2026: Schloss Hohenschönhausen oder Bürgerschloss Hohenschönhausen) ist ein ehemaliges Gutshaus, das sich im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen des Bezirks Lichtenberg befindet. Es gelangte 2008 in den Besitz des Fördervereins Schloss Hohenschönhausen und steht auf der Berliner Denkmalliste. Im Jahr 2021 hat die Wohnungsbaugenossenschaft NEUES BERLIN eG das Gutshaus erworben und es seither denkmalgerecht saniert. Ein Jahr vor der geplanten Neueröffnung wurde ein neuer Name entsprechend der neuen Nutzung vergeben.Neuer Name für Schloss Hohenschönhausen, www.entwicklungsstadt.de (auch: Leonard Laurig: Neuer Name für das Schloss, Berliner Woche, Ausgabe für Lichtenberg, Fennpfuhl, Rummelsburg, Friedrichsfelde und Karlshorst, 18. Juli 2026, Titelseite.)

Geschichte 13. bis 20. Jahrhundert Die erste Bebauung des heutigen Schlossareals fand zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert statt, das Gelände wurde damals vermutlich von einer Schulzenfamilie bewohnt. Ende des 15. Jahrhunderts errichtete die Adelsfamilie von Röbel darauf einen Gutshof, den der Kaufmann Adam Ebersbach am 2. Juli 1736 erwarb. 1817 kaufte der Staatsrat Christian Friedrich Scharnweber, preußischer Reformer und enger Mitarbeiter des preußischen Staatskanzlers Karl August Fürst von Hardenberg, das Gut (siehe auch die Infotafel). Im Jahr 1890 wurde das Anwesen an die Terrain-Erschließungsgesellschaft des Aachener Bankiers Henry Suermondt verkauft und anschließend parzelliert. Im Jahr 1893 ging das nun als Schloss bezeichnete Gebäude in den Besitz des Fabrikbesitzers Gerhard Puchmüller der zahlreiche Umbauten durchführen sowie das Vestibül mit Malereien dekorieren ließ. mini|hochkant|Schloss HohenschönhausenRadierung von Otto Hennig, 1920

Der Erfinder, Unternehmer (Fabrikbesitzer) Paul Schmidt war 1910–1929 bislang letzter Privateigentümer des ehemaligen Gutshauses. 1930 gelangte es in den Besitz der Stadt Berlin und diente zunächst als Sozialeinrichtung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, von 1945 bis 1989 diente das Gebäude als Klinik für wechselnde medizinische Fachrichtungen, unter anderem für Geburtshilfe.

Nach der politischen Wende gelangte das Anwesen in das Eigentum des Berliner Senats, der 1993/1994 eine Nutzung als Heimatmuseum plante, was jedoch an der Finanzierung scheiterte.

21. Jahrhundert: Kulturelle Nutzung Im Jahr 1998 gründete sich der Förderverein Schloss Hohenschönhausen, der im Februar 2008 das Gutshaus mit dem dazugehörigen Grundstück erwarb und sich seitdem intensiv um die Restaurierung und Revitalisierung des Hauses kümmert. Von 2003 bis 2006 fand eine Dachsanierung statt, 2009 wurden vier Räume in der oberen Etage rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Förderverein führt regelmäßig Veranstaltungen verschiedener Art wie Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte in den neu gestalteten Räumlichkeiten des Schlosses durch. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die an diesen Veranstaltungen teilgenommen haben, zählen unter anderem die ehemalige Eiskunstlauf-Weltmeisterin Christine Errath,Schloss-Salon am 22. 10. 2010. Eintrag einer Veranstaltung mit Christine Errath im Schloss Hohenschönhausen auf der Webseite des Freundeskreises BROD. 2010. die Kabarettisten Peter Ensikat Lesung mit Peter Ensikat auf Schloss Hohenschönhausen, Veranstaltungsankündigung auf der Webseite des Be.bra verlages, April 2011. und Dieter Hildebrandt abgerufen 2012. sowie die österreichische klassische Gitarristin Johanna Beisteiner, die auch Ehrenmitglied des Fördervereins ist.. Offizielle Webseite von Johanna Beisteiner. Juli 2011.

Im Zeitraum 2015–2018 wurde das ehemalige Gutshaus im Auftrag des Fördervereins weiter saniert und rekonstruiert. Fördermittel kamen von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vom Landesdenkmalamt Berlin und von Spendern.Informationen auf dem Baustellenschild, September 2017. Die Arbeiten umfassten vor allem die Bauhülle, im Inneren verfiel das Haus weiter.

Ab 2021: Totalsanierung Im November 2021 wurde bekannt, dass die Wohnungsbaugenossenschaft Neues Berlin das Schloss vom Förderverein erworben hat, um es nun gemeinsam mit dem Förderverein für kulturelle und gemeinwohlorientierte Veranstaltungen nutzbar zu machen. Damit begann nun eine umfassende Grundsanierung: In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Berlin wurden alle Bauteile gründlich untersucht und ihre weitere Nutzung beschlossen. Hinter Bauplanen arbeiteten einige Jahre lang zahlreiche Gewerke, vor allem musste die hölzerne Dachkonstruktion nach historischen Vorbildern neu aufgebaut werden. Im Obergeschoss entsteht ein großer Veranstaltungsraum und der Keller wird benutzbar hergerichtet. Am 12. Mai 2025 wurde das Richtfest im Beisein prominenter Politiker gefeiert.Richtfest der denkmalgerechten Sanierung des Schlosses Hohenschönhausen, lematin.de, abgerufen am 7. Februar 2026. Im Jahr 2026 konzentrieren sich die weiteren Arbeiten auf den Innenausbau einschließlich der Installation von Glasfaseranschlüssen und einer elektronischen Schließanlage. Zudem wird ein Anbau errichtet, der zentrale Funktionsräume, ein zweites Treppenhaus samt Aufzug, einen barrierefreien Zugang des Schloss-Komplexes und eine Gastwirtschaft erhält. Auf der zugehörigen Grundstücksfläche entsteht ein Garten für den Kiez. Der Abschluss der gesamten Bautätigkeit, die unter Verantwortung des Architekten Christoph Stolzenberg steht, ist für den Herbst 2026 geplant. Das ehemalige Gutshaus mit dem neuen Namen soll zu einem „Ort zum Wohlfühlen, Verweilen und Lernen“ mit zahlreichen Kultur- und Bildungsveranstaltungen werden, aber auch für die Durchführung privater Events (gegen Miete).Bernd Wähner: Ab jetzt bereit für den Innenausbau. In: Berliner Woche. 24. Mai 2025, S. 3.Restaurierung des alten Gutshauses schreitet voran, entwicklungsstadt.de, abgerufen am 7. Februar 2026. Einen privaten Betreiber für die Gastwirtschaft/das Café im Erdgeschoss konnte die Genossenschaft bereits gewinnen.

Literatur

Weblinks

Offizielle Website des Fördervereins Schloss Hohenschönhausen Schloss Hohenschönhausen. In: Deutsches Museumsverzeichnis

Einzelnachweise

Hohenschonhausen Kategorie:Berlin-Alt-Hohenschönhausen Kategorie:Kulturdenkmal (Berlin) Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert