Marjorie Jacqueline „Marge“ Simpson (geb. Bouvier) ist eine fiktionale Hauptfigur der Zeichentrickserie Die Simpsons und Mitglied der gleichnamigen Familie. In der Originalversion wird sie von Julie Kavner synchronisiert, in der deutschsprachigen Version zunächst von Elisabeth Volkmann und inzwischen von Anke Engelke. Ihr erstes Erscheinen hatte Marge am 19. April 1987 in der Simpsons-Kurzfolge „Gute Nacht“, die in der Tracey Ullman Show lief. Die Figur wurde von Matt Groening im Auftrag von James L. Brooks entworfen. Groening benannte sie nach seiner Mutter Margaret, Spitzname Marge.
In der Serie ist sie die wohlgesinnte und sehr geduldige Ehefrau von Homer, mit dem sie die drei Kinder Bart, Lisa und Maggie hat. Marge ist die moralische Kraft in ihrer Familie und muss die Ordnung im Haushalt aufrechterhalten. Sie wird meist als stereotypische Fernsehmutter porträtiert und tauchte häufig in Listen von „Top-TV-Müttern“ auf. Sie erschien neben den Kurzfolgen und der Serie auch in anderen Medien, die im Zusammenhang mit den Simpsons herauskamen, darunter Videospielen, Die Simpsons – Der Film, The Simpsons Ride, Werbespots und Comics.
Bei Marges charakteristischen blauen Haaren im Stil eines Bienenstocks ließ sich Groening zum einen von Frankensteins Braut und zum anderen von dem Haarschnitt seiner Mutter aus den 1960er Jahren inspirieren. Julie Kavner, die schon vor der Produktion der Simpsons-Kurzstaffeln für die Tracey-Ullman-Show arbeitete, gewann mit ihrer Sprechrolle als Marge mehrere Auszeichnungen, unter anderem 1992 einen Primetime Emmy Award. Des Weiteren wurde sie 2007 für einen Annie Award für ihre Arbeit am Simpsons-Film nominiert.
Rolle in Die Simpsons Marge Simpson ist die Ehefrau von Homer und die Mutter von Bart, Lisa und Maggie. Sie wurde von ihren Eltern, Jaqueline und Clancy Bouvier, aufgezogen.Folge „Wie alles begann“ (1991), 2. Staffel Sie hat zwei Schwestern, die Zwillinge Patty und Selma Bouvier, die beide Homer nicht leiden können. In einer Rückblende in der Folge „Wie alles begann“ wurde gezeigt, dass Marge in ihrem letzten Jahr an der Highschool in Springfield Homer kennengelernt hat.Folge „Quatsch mit Soße“ (2009), 20. Staffel Nach ihrer Schulzeit studierte sie Kunst.Folge „Überraschung für Springfield“ (1999), 10. StaffelFolge „Jack und der Rückgratzylinder“ (2001), 12. Staffel
Die Serie benutzt eine Zeitleiste, nach der die Figuren nicht altern. In einigen Folgen finden Ereignisse aus bestimmten Zeitintervallen statt, allerdings widersprechen sich die Folgen dabei.Turner, S. 78–79.
Marge ist die meiste Zeit in der Serie nicht berufstätig, so dass sie sich als Hausfrau um ihre Familie kümmert. Allerdings übt sie mehrmals Ein-Episoden-Berufe aus, darunter als Nukleartechnikerin im selben Kraftwerk wie Homer,Folge „Marge muss jobben“ (1992), 4. Staffel als Maklerin,Folge „Todesfalle zu verkaufen“ (1997), 9. Staffel selbständig als Brezelverkäuferin,Folge „Marge und das Brezelbacken“ (1997), 8. Staffel als Bäckerin in einer erotischen BäckereiFolge „Kuchen, Kopfgeld und Kautionen“ (2008), 20. Staffel und als Tatortreinigerin.Folge „Lisa und das liebe Vieh“ (2015), Staffel 27 In einer Folge eröffnet sie einen Sandwichladen (Super Franchise Me, Staffel 26). Auch wenn sie niemals Unzufriedenheit mit ihrer Rolle als Hausfrau äußert, wurde ihr die Hausarbeit in der Folge „Die Springfield Connection“ zu langweilig. Sie wird daraufhin Polizistin, kündigt allerdings am Ende der Episode wieder, weil ihr die Korruption in der Springfielder Polizei missfällt.Folge „Die Springfield Connection“ (1995), 6. Staffel
Figur Entstehung mini|hochkant|Matt Groening entwarf Marge, während er im Büro von James L. Brooks wartete|alt=Ein Mann mit einer Brille und einem karierten Hemd sitzt vor einem Mikrofon Matt Groening entwarf Marge und den Rest der Familie Simpson 1985 in der Lobby von James L. Brooks’ Büro. Groening hatte den Auftrag, eine Adaption seines Comicstrips Life in Hell für die Tracey-Ullman-Show zu entwickeln. Weil er dabei seine Urheberrechte an Life in Hell hätte abgeben müssen, kreierte er stattdessen die Simpsons und benannte die Familienmitglieder nach seiner eigenen Familie. Margaret „Marge“ Groening heißt seine Mutter, die laut ihrer Aussage ein wenig Ähnlichkeit mit der Figur hat.Video (2000) von 20th Century FoxVideo „The Simpsons Movie: A Look Behind the Scenes“ (2007) von Matt Groening und Al Jean in The Sun Bei Marges Bienenstockhaarschnitt wurde Groening von Frankensteins Braut und der Frisur inspiriert, die seine Mutter in den 1960ern trug, auch wenn ihre Haare nie blau waren.
Die Figur erschien zum ersten Mal am 19. April 1987 in der ersten Kurzfolge „Gute Nacht“ innerhalb der Tracey-Ullman-Show.Richmond, S. 14. 1989 wurde daraus die Fernsehserie Die Simpsons, in der Marge eine der Hauptfiguren war.
Matt Groening denkt, dass Episoden, in denen Marge im Mittelpunkt steht, zu den am schwierigsten zu schreibenden Episoden gehören. Bill Oakley glaubt, dass die „Junior“-Autoren normalerweise die Geschichten mit Marge im Mittelpunkt schreiben müssen, weil er und sein Partner Josh Weinstein mehrere davon für die erste Staffel geschrieben haben.DVD-Kommentar für „Marge wird verhaftet“ (2004) von Matt Groening und Bill Oakley Während der dritten Staffel konzentrierten sich die meisten Drehbuchautoren auf Bart und Homer, daher schlug David M. Stern eine Folge mit Marge im Mittelpunkt vor. Er war der Meinung, dass eine Episode, in der Marge einen Nervenzusammenbruch hat, eine „tiefere Art“ von Comedy erreichen könnte, und James L. Brooks stimmte zu. So entstand die Folge „Wenn Mutter streikt“.DVD-Kommentar für „Der Wettkönig“ (2003), Dan Castellaneta liest einen Brief von David M. Stern
Aussehen Das Design der Familie Simpson wurde so gewählt, dass man die einzelnen Figuren an ihrem Schattenriss erkennen kann.DVD-Kommentar für „Angst vorm Fliegen“ (2005) von Matt Groening Groening zeichnete die Familienmitglieder nur sehr grob, weil er annahm, dass die Zeichner detailliertere Versionen entwerfen würden; stattdessen übernahmen sie Groenings Entwurf ohne Änderung. Marge trägt normalerweise ein grünes, trägerloses Kleid und dazu eine rote Perlenkette. Außerdem hat sie eine blaue Turmfrisur. Um sie zu zeichnen, beginnt man mit einem Kreis, auf ähnliche Art und Weise wie bei Lisa und Maggie. Dann werden die Augen hinzugefügt, eines davon grob in der Mitte des Kreises, das andere auf die Vorderseite des Kopfes. Danach folgen die Nase und die Lippen. Schließlich werden die Haare als lange Röhre auf die obere Seite des Kreises gesetzt. Nach einer ursprünglichen Idee sollten die Haare nach unten gedrückt werden, wenn Marge durch eine Tür geht. Nachdem sie durch die Tür gegangen ist, sollten die Haare vor- und zurückfedern. Dies wurde allerdings nie umgesetzt.DVD-Kommentar der Zeichner zu „Ein Sommer für Lisa“ (2005) von Wes Archer, Matt Groening und Mark Kirkland Groening plante ursprünglich, dass Marges Haare ihre langen Kaninchenohren im Stil der Ohren in Life in Hell verdecken würden. Diese Ohren sollten erst in der letzten Folge der Serie enthüllt werden. Die Idee wurde aber schnell verworfen, zum einen wegen Inkonsistenzen, zum anderen, weil Kaninchenohren zu fiktiv für Die Simpsons wirken würden.DVD-Kommentar zu „Selma will ein Baby“ (2004) von Matt Groening
Stimme hochkant|mini|Julie Kavner In der Originalversion wird Marge von Julie Kavner synchronisiert, die auch Marges Mutter Jacqueline und Schwestern Patty und Selma spricht. Da Kavner bereits für die Tracey-Ullman-Show arbeitete, wurde sie ohne Casting von den Produzenten engagiert. Laut ihrem Vertrag muss sie nie für Die Simpsons werben. Außerdem spricht sie in der Öffentlichkeit kaum mit Marges Stimme, weil es ihrer Meinung nach Kavner nimmt die Aufnahmearbeit ernst und denkt, dass
Marges raue Stimme ist nur ein wenig anders als die von Kavner, die eine hat. Ihrer Meinung nach rührt ihre Stimme von her. Während Marge Kavners Lieblingshauptfigur ist, sind ihre Lieblingssprechrollen die von Patty und Selma, weil
hochkant|mini|Elisabeth Volkmann hochkant|mini|Anke Engelke In der deutschsprachigen Version der Simpsons lieh zunächst Elisabeth Volkmann Marge ihre Stimme. Diese starb allerdings 2006 während der Synchronarbeit. Daraufhin ließ man Angelika Bender einige Folgen in der Rolle von Marge aufnehmen, entschied sich dann aber für Anke Engelke. Bender spricht seitdem lediglich Patty und Selma, die zuvor ebenfalls von Volkmann synchronisiert worden waren.
Persönlichkeit In der Serie wird Marge in der Regel als eine stereotypische Sitcommutter charakterisiert. Sie spielt auch die „langmütige Ehefrau“, die sich mit den Possen ihrer Kinder und ihres dummen Ehemanns abfindet.Turner, S. 239–240. Normalerweise erträgt sie die Familienprobleme mit Humor, allerdings erleidet sie in der Folge „Wenn Mutter streikt“ einen Nervenzusammenbruch, woraufhin sie auf der „Rancho Relaxo“ Urlaub macht, während ihre Familienmitglieder kaum mit Marges Abwesenheit zurechtkommen. Nach ihrem Urlaub kommt sie erholt zurück und ihre Familie verspricht, ihr häufiger zu helfen.Folge „Wenn Mutter streikt“ (1992), 3. Staffel Sie steht normalerweise hinter Homer und ihre Ehe steht häufig auf wackeligen Beinen. Marge gibt zu, dass sie sich mit vielem in ihrer Ehe abfindet. Mehrmals verlässt sie Homer oder setzt ihn vor die Tür.Folge „Ehegeheimnisse“ (1994), 5. StaffelFolge „Homer und der Revolver“ (1997), 9. StaffelFolge „Es lebe die Seekuh!“ (2005), 17. Staffel Eine der ersten Folgen dieser Art ist „Ehegeheimnisse“, in der Homer an der Volkshochschule lehrt, wie man eine erfolgreiche Ehe führt, und dabei Geheimnisse aus seiner Beziehung mit Marge preisgibt. Nachdem sie dies herausgefunden hat, muss Homer im Baumhaus wohnen. Am nächsten Tag fleht er sie an, damit er wieder im Haus wohnen darf, indem er sagt, dass nur er ihr geben kann. Zunächst sieht Marge dies nicht als etwas Positives, gibt dann aber zu, dass er Folgen, die Eheprobleme darstellen, gibt es in den neueren Staffeln häufiger. Trotzdem bleibt Marge Homer treu, auch wenn sie sich manchmal einer gegenteiligen Versuchung ergibt. In der Folge „Der schöne Jacques“ hat sie beinahe eine Affäre mit dem Franzosen Jacques, entscheidet sich aber im letzten Moment dagegen und für ihren Ehemann, als sie schon auf dem Weg zu Jacques ist.Folge „Der schöne Jacques“ (1990), 1. Staffel